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Die Zürcher Nationalratsdelegation wird grün, aber nicht links-grün
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Wahlen 2019 Grüne Welle dürfte von Zürich nach Bern schwappen

Kein anderes Thema hat in den letzten Monaten so viel Bewegung in die Politik gebracht, wie das Klima. Das hat die jüngste Session in Bern gezeigt. Das haben aber vor allem die Zürcher Parlaments- und Regierungswahlen gezeigt, die im letzten Frühling stattfanden. Auch bei der Wahl in den Nationalrat spielt das Klima eine Rolle, da sind sich alle Beobachter einig, aber die Veränderungen werden weniger drastisch sein, als bei den Wahlen im Kanton Zürich vor einem halben Jahr.

Die bürgerlichen Parteien haben sich gefangen

Da ist zum Beispiel die SVP, die grosse Verliererin der Zürcher Wahlen. Sie muss sich auch dieses Mal auf Verluste einstellen, aber sie werden weniger dramatisch sein als noch vor einem halben Jahr. Das hat einerseits mit Roger Köppel zu tun, der unentwegt durch alle Zürcher Gemeinden tourt. Und es hat mit einem neuen Tonfall zu tun. Zwar spricht die SVP immer noch von «Klimahysterie», aber sie legt den Finger nun vor allem auf den wunden Punkt der Folgekosten und weist auf das Benzin zum Beispiel, welches teurer wird. Damit kann die SVP ihre Basis, welche bei den Zürcher Wahlen vermehrt zu Hause geblieben ist, wieder zur Urne bringen.

Auch die FDP bewegt sich auf stabil-labilem Niveau. Ihr Aushängeschild und Ständeratskandidat Ruedi Noser hat die Partei rechtzeitig auf Ökokurs gebracht. Ob diese Kurskorrektur glaubwürdig durchgezogen werden kann, wird die nächste Legislatur zeigen. Kurzfristig dürfte die Rechnung der FDP aufgehen und einige ökologisch denkende Liberale werden eben nicht zu den Grünliberalen abwandern.

Grüne und Grünliberale werden zulegen – die Frage ist nur um wieviel

Die GLP und die Grünen dürfen sich auf Sitzgewinne freuen. Das hat eben nicht nur mit der Klimafrage zu tun, sondern auch mit zwei weiteren Trends, die bei den Zürcher Wahlen deutlich geworden sind. Das Zürcher Kantonsparlament wurde nicht nur grüner, sondern auch weiblicher und jünger. Die Grünen und die GLP vereinigen mit ihren Aushängeschildern und Ständeratskandidatinnen, Marionna Schlatter und Tiana Moser, diese beiden Trends in Personalunion. Sie werden auch von einer hohen Wahlbeteiligung profitieren, die erwartet wird.

Im Schatten dieser beiden Parteien steht die SP. Die SP ist zwar nicht nur rot, sondern auch grün. Doch in Klimafragen wählen die Stimmberechtigten eher die Grünen und die GLP. Die SP muss sich deshalb auf einen Sitzverlust einstellen.

Verlieren und vielleicht ganz verschwinden werden die Mitteparteien. Allen voran die BDP. Deren Zürcher Vertreterin Rosmarie Quadranti ist zwar national bekannt. Aber ihr Sitz ist stark gefährdet, genauso wie der zweite Sitz der CVP. Deren Parteipräsidentin und Ständeratskandidatin Nicole Barandun hat die Zürcher CVP stark bürgerlich ausgerichtet und ist zumindest in der Stadt Zürich von der Bildfläche verschwunden.

Grün, aber nicht links-grün

Was heisst das also für die 35-köpfige Zürcher Delegation im Nationalrat? Die Zürcherinnen und Zürcher werden eine grünere Delegation nach Bern schicken, das ist sicher. Aber erdrutschartige Veränderungen wie bei den Zürcher Wahlen sind nicht zu erwarten. Die Zürcher Nationalrätinnen und Nationalräte bleiben in der Mehrheit bürgerlich. Vor allem weil die GLP in der Finanz- und Sozialpolitik sich klar von links-grün absondert.

Margrith Meier

Margrith Meier

Redaktorin Regionaljournal Zürich Schaffhausen

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Seit 1999 gehört Margrith Meier zum Team des «Regionaljournals Zürich Schaffhausen». Sie ist langjährige Beobachterin der Zürcher Politik und berichtet regelmässig aus dem Zürcher Kantonsrat.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Ja dann lassen wir uns vom "Schwappen" mal überraschen. Sobald die Leute realisieren, wie und wo es überall ans Portemonnaie geht, hat sichs dann bald ausgeschwappt.
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    1. Antwort von Ueli von Känel  (uvk)
      Herr Brauchli: Geld ist nur ein Hilfsmittel zum Leben, nichts „Heiliges“. Naturschutz betreiben ist ein Ausdruck von Wertschätzung nicht nur des eigenen Lebens, sondern auch das der anderen. Darum geht es in Zukunft.
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    2. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      U.v.K. Geld ist nur ein Hilfsmittel zum Leben, da stimme ich Ihnen zu. Naturschutz betreiben kann man leider nicht nur mit Geld. Jeder einzelne Mensch kann einen Beitrag leisten, jedoch aus eigener Überzeugung, um etwas zu bewirken. z.B. Bescheidenheit, weniger Konsum, gleich weniger Ballast. Verbote, Gebühren usw. für Klimaschutz, Umweltschutz usw. da fühlen sich einige Menschen eingeschränkt und finanziell stark belastet, durch ständige Abgaben, vor allem der Mittelstand würde es treffen.
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    3. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Herr Brauchli es ist ja so schön das sie und die SVP plötzlich ein Her auch für Mieter haben. Da war doch was ? Ach ja, vor 1 1/2 Jahren wollte doch Herr Nationalrat Egloff (SVP) die Rendite der Vermieter um satte 2% erhöhen, was natürlich höhere Mieten zur folge gehabt hätte. Da war ihnen und der SVP aber auch ein Teil der FDP & CVP das Portmonnaie des Mieters egal, es ging ja in den eigenen Sack, dann ist es O.K? So verlogen das ganze und einfach nicht ernst zunehmen.
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    4. Antwort von Delmar Lose  (DeLo)
      @DaRö, hmmm die SVP hat ja noch fast nie fürs Volk politisiert sondern immer für die Wirtschaft, der blinde gehorsame Arbeiter sagt dan wens der wirtschaft gut getht dan darf ich meinen Job behalten um meine Steuern bezahlen zu können. Das ist dan auch da wo die SVP schaut das die Wolhabenden Wirtschafts Läute nicht zuviel bezahlen müssen, für das bezahlen wir ja die Arbeiter das sie die steuern bezahlen können. Ja ja so geht das - time for change!
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    5. Antwort von Marlies Artho  (marlies artho)
      Die SVP, FDP, und einen Teil der CVP sind doch hauptsächlich Wirtschaftsparteien. Seit dem Klimaschutz Thema kommen nun die Grünen, GLP auch zur Wirtschaftspartei dazu. Die SP ist eher (nicht alle) vom Staat her engagiert Staatsangestellte/r und bezahlt, für ihre sozialen Dienste. Deswegen bin ich der Meinungen, dass es alle Parteien braucht, um so etwas zu korrigieren beim überborden der Ansprüche, sei dies Steuervergünstigung oder zu hohe Sozialausgaben. Dies ist meine Überlegung hierzu.
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  • Kommentar von Adrian Flükiger  (Ädu)
    Als ob Grün das wichtigste Thema ist - viel eher gilt es zu bedenken wie wir uns im künftigen Umgang mit der EU und dem RA - also mit unseren Arbeits- und Lohnbedingungen "betten". Deshalb gilt es vorab mal Gewerkschafter zu wählen, welche das heutige RA zu Recht als unbrauchbar entlarvt haben.
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  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Bei der einseitigen medialen Aufmerksamkeit welche dem Thema gewidmet wird, erstaunt dies nicht. Leider bleiben momentan viele gleich wichtige Themen auf der Strecke, was sich wohl als Bumerang erweisen wird.
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    1. Antwort von Reto Camenisch  (Horatio)
      Warum haben die Medien bei allem und für alles Schuld? Sie geben doch einfach die Realität wieder. Wenn schon, dann soziale Medien, welche überproportional was in die Gesellschaft schwemmen, ungewollt, aber eben vielfach gewollt.
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    2. Antwort von Bendicht Mühlethaler  (Rhenus)
      Die mediale Aufmerksamkeit richtet sich auf das, was wir auch selber feststellen: Temperaturanstieg, Gletscherschwund, Absinken der Grundwasserspiegel, zunehmende Trockenheit auf Kulturflächen, im Sommer Absinken der Gewässerpegel und ausgetrocknete Flussbette, Rückzug der Permafrostgrenze, vermehrte Bergstürze und Murgänge, Veränderungen bei Flora und Fauna. Das kann sich zwar im Wahlresultat niederschlagen. Aber es geht um sehr viel mehr als nur um Parteipolitik, egal von welcher Seite.
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