Zum Inhalt springen

Header

Audio
Konkurrenz für Zürcher Ständeräte
Aus HeuteMorgen vom 26.06.2019.
abspielen. Laufzeit 02:16 Minuten.
Inhalt

Zürcher Ständeratswahl Noser und Jositsch müssen zittern

Der Ständeratswahlkampf in Zürich ist wider Erwarten doch noch spannend geworden. Die beiden Bisherigen, Daniel Jositsch von der SP und Ruedi Noser von der FDP, können nicht so ohne Weiteres auf ihre Wiederwahl zählen, wie es zu Beginn schien.

Ihnen stehen insgesamt fünf Herausforderinnen und Herausforderer gegenüber – und drei von ihnen sind eine ernstzunehmende Konkurrenz für die Zürcher Ständeräte.

GLP kann beiden gefährlich werden

Da wäre zum einen Tiana Angelina Moser: Die Zürcher Nationalrätin ist am Dienstagabend von den Grünliberalen offiziell zur Ständeratskandidatin gekürt worden. Moser sitzt bereits seit 2007 im Nationalrat und ist die bekannteste Frau der Zürcher GLP.

Als Vertreterin einer Mitte-Partei könnte sie Noser und Jositsch sowohl links als auch rechts Stimmen wegnehmen. Kommt hinzu, dass die Grünliberalen bei den Zürcher Wahlen im März wegen der aktuellen Klimadiskussion stark zulegen konnten.

Grüne wollen Schwung nutzen

Aus dem gleichen Grund sind derzeit auch die Zürcher Grünen im Hoch. Die Partei will den Schwung nutzen und schickt ihre langjährige Präsidentin Marionna Schlatter ins Rennen, obwohl sie in der breiten Öffentlichkeit nicht wirklich bekannt ist.

Die Grünen hoffen dabei auf den gleichen Effekt wie kürzlich bei den Regierungsratswahlen, als ein praktisch unbekannter Grüner überraschend in die Zürcher Kantonsregierung einzog. Ausserdem dürfte Schlatter, wie Tiana Angelina Moser, zusätzliche Stimmen bei den Frauen machen.

Köppel im Dauerwahlkampf

Und dann ist da noch Roger Köppel: Der SVP-Nationalrat und «Weltwoche»-Verleger ist seit seiner Nomination im April im Dauerwahlkampf. Er will nach US-amerikanischem Vorbild bis zu den Wahlen alle 162 Zürcher Gemeinden besuchen.

In seinen Reden schimpft er gegen das EU-Rahmenabkommen und den «Klima-Wahnsinn». Die bisherigen Zürcher Ständeräte bezeichnet Köppel als EU-Turbos. Wie gross seine Chancen wirklich sind, ist fraglich. Immerhin sind in der Vergangenheit schon andere SVP-Promis wie Christoph Blocher und Ueli Maurer als Ständeratskandidaten in Zürich gescheitert.

Aber das Herausforderer-Trio Köppel/Schlatter/Moser könnte das Ständerats-Duo Jositsch/Noser empfindlich schwächen, so dass ein zweiter Wahlgang nötig wird. Eine Ausgangslage für die Zürcher Ständeratswahl, die Überraschungen möglich macht.

Christoph Brunner

Christoph Brunner

Zürich-Korrespondent, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Christoph Brunner Caffi ist seit 2012 für Radio SRF tätig – seit 2016 als Regionalkorrespondent in Zürich. Zuvor war er während zehn Jahren Moderator, Redaktor und Tagesleiter bei Radio 24.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

42 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
    Im Gegensatz zu SF sehe ich das Rennen nicht als offen an. Da wird in einem langweiligen Rennen ein bisschen Pfeffer dazu getan um das die Zürcher nicht einschlafen. Noser und Jositsch sind wie 2 Brüder und die SP & FDP werden zusammenhalten, alles andere ist Illusion und kann nur durch in Handfesten Skandal von einem der beiden etwas wirklich ändern. Die GLP hat mit Moser eine gute Kandidatin und die Grüne ist leider zu wenig Bekannt und Köppel ist nicht wählbar!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Wer 20 Jahre lang einen Parlamentarier-Sitz in Bern benützen konnte, sollte nicht vor den nächsten Erneuerungswahlen zittern müssen! Herr Noser und Herr Jositsch haben ihre Lobby-Arbeit 2 Jahrzehnte lang für ihre Wähler(innen) und Lobbyverbände sicher gut gemacht und sollten jetzt die 2 Sitze neuen Kandidaten zugestehen! Wäre ich im Kanton Zürich stimmberechtigt, würde ich überzeugt Frau Moser und Herr Köppel wählen! Darum, liebe Zürcher "Eidgenossen", geht jedenfalls geschlossen zur Urne !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Zum Glück entscheidet in einer Demokratie das Volk
      Und Köppel ist nur eines:Unwählbsr für jeden mit Verstand
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Engler  (Urs Werber E.)
    Ist man eine "Windfahne", wenn man zu umstrittenen Fragen klar Stellung nimmt?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Francis Waeber  (Francis Waeber)
      Kommt drauf an wie oft aus Wahlkampf-Taktischen Gründen die "Stellung" gewechselt wird....
      Ablehnen den Kommentar ablehnen