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Gesang trotz Corona: Landeskirchen bitten um Ausnahme während der Festtage
Aus HeuteMorgen vom 10.12.2020.
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Weihnachtsgesang und Corona Kirchen bitten um Ausnahmen über die Festtage

Wegen der Pandemie ist das Singen derzeit verboten. Nun fordern die Landeskirchen über die Festtage eine Ausnahme.

Wer zu Weihnachten die Kirche besucht, den empfangen normalerweise nicht nur viele Kerzen, sondern auch Gesang. Im Pandemiejahr 2020 ist das Singen jedoch ausgerechnet zu Weihnachten verboten. Und das stösst in Kirchenkreisen auf Enttäuschung.

«Das ist dann ein sehr trauriges Weihnachtsfest.»
Autor: Thomas HalterPräsident des Schweizerischen Katholischen Kirchenmusikverbands

Thomas Halter etwa, Präsident des Schweizerischen Katholischen Kirchenmusikverbands, ist überzeugt: «Wenn die Gemeinschaft nicht mehr singen darf und einfach nur noch Stille herrscht, wird das im wahrsten Sinne Stille Nacht. Das ist dann ein sehr trauriges Weihnachtsfest.»

Weihnachten ohne gemeinschaftliches Singen, das wollen die drei christlichen Landeskirchen nicht hinnehmen. Deshalb haben sie dem Bundesrat diese Woche einen Brief geschrieben. Ihre Forderung: Er möge doch bitte über die Festtage Ausnahmen ermöglichen.

«Wir fragen, ob es möglich ist, dass wir singen können», erklärt Encarnación Berger-Lobato von der Schweizerischen Bischofskonferenz. «Mindestens im Aussenbereich und natürlich mit Maske, wenn nicht auch im Innenbereich mit entsprechendem Abstand.»

«Der Mensch lebt nicht vom Brot allein»

In gewissen katholischen Kirchgemeinden hat man zumindest bis letzten Sonntag noch gesungen. Die reformierten Kirchen dagegen verzichten laut Simon Hofstetter von der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz bereits seit Ende Oktober aufs Singen.

Mit Blick auf Weihnachten hätten sich nun aber selbst unregelmässige Kirchgänger gemeldet: «Im Sinne von «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein» haben ganz viele den Wunsch an unsere Kirchen herangetragen, in Feier und Gesang Besinnlichkeit zu erleben und geistliche Nahrung empfangen zu können.»

Hoffnung auf ein nicht gänzlich stille Nacht

Die Kirchen bitten um Ausnahmen von Heiligabend bis zum 3. Januar. Das BAG warnt jedoch, gerade beim Singen könnten Aerosole das Virus übertragen.

Weiterhin bitten die Landeskirchen darum, dass zumindest in grossen Kirchen mehr als 50 Personen den Gottesdienst besuchen dürfen.

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Mit neuem Gesang zu einer lebendigeren Kirche?
29:01 min, aus Perspektiven vom 10.10.2020.
abspielen. Laufzeit 29:01 Minuten.

Simon Hofstetter argumentiert: «Wir haben ganz viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Bereiche, wo wir längst nicht die Restriktionen von 50 Personen haben, sondern wo viel mehr Personen in einem Ort zusammen sein dürfen. Daher haben wir uns erlaubt, diese Anfrage zu stellen.»

Nun warten die Kirchen auf eine Antwort des Bundesrats und hoffen auf eine doch nicht gänzlich stille Nacht.

HeuteMorgen, 10.12.2020, 06:00 Uhr;

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65 Kommentare

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  • Kommentar von MARTIN STETTLER  (Tinu59)
    Die Wirtschaft fordert - Die Kirchen bitten
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Ein leider allzu wahrer Spruch, der die heutigen Machtverhältnisse spiegelt.
  • Kommentar von Felix Raschle  (Der Unglückliche)
    Warum sollen die nicht singen? Die singen sicher schöner als unser Parlament vor wenigen Tagen. Oder sollten gar beide das Singen unterlassen?
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Politiker machen zwar Gesetze, halten sich aber selbst oft nicht daran. Das sah man in den letzten Tagen gut und laut Umfragen der Rundschau werden sich auch vor allem bürgerliche Politiker an Weihnachten nicht an die Bestimmungen halten. Politiker haben aber eine Vorbildfunktion, wie soll also die Bevölkerung Gesetze einhalten wenn such nicht mal die gesetzmachenden Politiker daran halten?
  • Kommentar von Patrick Brunner  (Diabolo20)
    Wenn wir so weit gesunken sind um jetzt Ausnahmen zu machen für die Kirche frage ich mich wo soll dass dann hin führen??? Entweder gilt das Verbot für alle oder keinen. Ansonsten gehe ich singen durch die Gassen ohne Masken.