Zum Inhalt springen

Header

Audio
Tempo 30 führt einmal mehr zu hitzigen Debatten
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 06.09.2021.
abspielen. Laufzeit 02:54 Minuten.
Inhalt

Weniger Lärm, mehr Sicherheit Auf 20 Zürcher Strassen: Mitte-Links drückt bei Tempo 30 aufs Gas

Ein Vorstoss von Grünen, SP, GLP und der Mitte hat der Zürcher Kantonsrat gutgeheissen

Erst kürzlich verkündeten die Städte Zürich und Winterthur, dass sie das Tempolimit auf praktisch allen Strassen drosseln wollen. Damit soll die Bevölkerung vor übermässigem Strassenlärm geschützt werden. Auf kantonaler Ebene hatten es solche Projekte dagegen schwer. Doch nun drückt auch der Zürcher Kantonsrat bei Tempo 30 aufs Gas. Ein Vorstoss, der eine Temporeduktion auf insgesamt zwanzig kantonalen Strassen forderte, wurde am Montagmorgen angenommen.

Linke Parteien machen Druck

Es war die Zürcher Kantonsregierung, die jene zwanzig Streckenabschnitte vor acht Jahren in einem Bericht auflistete. Auf diesen Strassen müsse Tempo 30 zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geprüft werden, hiess es darin. Doch bisher sei kaum etwas geschehen, kritisierte Kantonsrat Thomas Schweizer (Grüne) am Montag im Rat. «Damit nimmt der Regierungsrat seine Verantwortung nicht wahr und handelt fahrlässig.» Da müsse man nun Druck machen, dass wenigstens auf diesen Strecken endlich etwas geschehe, so Schweizer weiter.

Damit nimmt der Regierungsrat seine Verantwortung nicht wahr und handelt fahrlässig.
Autor: Thomas Schweizer Kantonsrat Grüne

Unterstützung für den Vorstoss gibt es von SP, GLP und der Mitte-Partei. Für die Sicherheit und für den Lärmschutz sei Tempo 30 sinnvoll, so die Argumente. Ausserdem seien gerade in Zeiten von Onlinehandel attraktive Begegnungszonen für das Gewerbe und die Gastronomie wichtig, sagte etwa Kantonsrat Farid Zeroual (die Mitte). In seiner Funktion als Stadtpräsident von Adliswil fügte er ausserdem an, dass die Einführung von Tempo 30 ohne grosse baulichen Massnahmen umsetzbar seien.

Zürcher Regierung hat wenig Freude

Dem widersprach die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Bei der Einführung von Tempo 30 seien bauliche Massnahmen notwendig. «Diese sind aber nur dann sinnvoll, wenn sie mit anderen Vorhaben koordiniert werden; also mit Sanierungsarbeiten oder neuen Verkehrsführungen.» Ausserdem führte Walker Späh den öffentlichen Verkehr ins Feld. Dieser werde durch Tempo 30 ausgebremst.

Legende: Carmen Walker Späh sieht den Öffentlichen Verkehr in Gefahr. Bei Tempo 30 werde dieser stark ausgebremst. Keystone

Rückendeckung erhielt die Regierungsrätin von bürgerlicher Seite, von FDP, SVP und EDU. «Tempo 30 enttarnt sich als ÖV-Killer», sagte Ulrich Pfister von der SVP. «Ein paar wenige Sekunden Zeitverlust auf einzelnen Strecken seien verkraftbar. Wenn aber Tempo 30 flächendeckend gilt, dann können Anschlüsse zum Teil nicht mehr gewährleistet werden.» Mit diesen Argumenten kamen die bürgerlichen Parteien aber nicht durch. Der Vorstoss von Mitte-Links wurde mit 89 zu 75 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen 6.9.2021, 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

33 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von pierre burgener  (pierre.burgener@bluewin.ch)
    bedeuten diese massnahmen, dass rettungsfahrzeuge, die dann mehr als 30km/h fahren mit martinshorn fahren werden? die situation ist schon heute kaum auszuhalten.
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    züri meiden und gut ist. wirtschaft und gewerbe ziehen vermehrt in die agglo. rot/grün dürfen dann so ihre märchen wenigstens selber bezahlen. es kommt ja alles so, wie es muss.
  • Kommentar von Hans Althaus  (No panic)
    Genial! Endlich werd ich auch mit 60kmh in meiner 2CV ein Raser!
    1. Antwort von Daniel Müller  (Filter11)
      Herr Althaus: Das freut mich für Sie. Aber eben, in einer 30er Zone mit 60 km/h zu fahren ist doch sehr suboptimal, oder?