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Wintersport: Dynamische Ticketpreise
Aus 10vor10 vom 27.02.2020.
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Wildwuchs auf der Skipiste Dynamic Pricing: Sparen bleibt eine Lotterie

Meist ist bei dynamischen Preisen nicht klar, warum sie steigen. Eine Datenauswertung zeigt nun: Der Buchungszeitpunkt entscheidet.

Preisdschungel auf der Skipiste. Jeder und jede zahlt einen anderen Preis: Wer früher bucht, profitiert – wer sich spontan entscheidet, der zahlt deutlich mehr. Immer mehr Skigebiete setzen auf das Konzept der dynamischen Preise, in der laufenden Saison sind es bereits mehr als ein Dutzend.

10vor10 hat die dynamischen Preise von zehn Skigebieten automatisiert gesammelt und ausgewertet. Klar ist: Die Unterschiede bei Rabatt und Preisgestaltung sind gross. Ein Faktor ist die Preisdynamik, also der maximale Rabatt für ein Tagesticket.

dynamik.
Legende: Soviel beträgt der maximale Rabatt für ein Tagesticket in den untersuchten Skigebieten. SRF

Diese Rangliste führen die Skigebiete Arosa und St. Moritz an. Hier kann, wer möglichst früh bucht, bis zu 59 Prozent auf den Maximalpreis sparen. Am kleinsten ist der höchstmögliche Rabatt im Skigebiet Zermatt mit 9 Prozent.

Auch die Stiftung für Konsumentenschutz hat die dynamischen Preismodelle untersucht. Geschäftsleiterin Sara Stalder kritisiert: Wie sich die Preise zusammensetzen, sei völlig intransparent. «Wir haben versucht zu eruieren, ob dynamische Preise zum Beispiel aufs Wetter reagieren oder auf den Wochentag», sagt sie. Die Faktoren hätten aber kaum einen Zusammenhang. «Es ist einfach völlig willkürlich.»

Bis 20 Prozent mehr als am Vortag

Beispiel Arosa/Lenzerheide: Für denselben Skitag kann das Ticket zwischen 32 und 84 Franken kosten. Auffällig: Wer spontan für den gleichen Tag ein Ticket bucht, zahlt im Durchschnitt bis zu 20 Prozent mehr, als wenn er es am Vortag gekauft hätte. Im Einzelfall kann der Preissprung noch höher sein.

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Peter Engler: «Wer am Vortag bucht, soll belohnt werden.»
Aus News-Clip vom 27.02.2020.
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«Der Gast, der sich erst am Tag zum Kommen entscheidet, hat immer den fixen Preis», sagt Peter Engler, Geschäftsführer der Lenzerheide Bergbahnen. «Und wenn der Gast am Vortag bucht, dann soll er belohnt werden, dann hat er vielleicht 10 Prozent Rabatt.»

St. Moritz: Schon an neun Tagen über hundert Franken

Beispiel Engadin/St. Moritz: Für denselben Skitag kann der Skipass zwischen 45 und 104 Franken kosten. Hier kennt das System keine Obergrenze. In der laufenden Skisaison stieg der Preis bereits an neun Tagen über 100 Franken. Entscheidend sei, was der Gast zu zahlen bereit sei, sagt Geschäftsführer Markus Meili.

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Markus Meili: «Das Wetter steuert die Nachfrage und damit den Preis.»
Aus News-Clip vom 27.02.2020.
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Wenn das Ticket zu teuer werde, so werde es auch nicht mehr gekauft. «Der Gast setzt sozusagen selbst den Höchstpreis. Das Wetter hat einen Einfluss, es steuert die Nachfrage. Und über eine höhere Nachfrage steigt der Preis», sagt er.

Tourismusprofessor Christian Laesser hält dynamische Preise in Skigebieten für einen Erfolg: «Es ist eine klassische Win-win-Situation», sagt er. «Anbieter können ihre eher starren Kapazitäten besser auslasten, die Konsumenten können durchaus profitieren, wenn sie flexibel und bereit sind, langfristig zu planen.»

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Sara Stalder: «Es ist eine Win-lose-Situation.»
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Das sei ganz im Gegenteil eher eine Win-lose-Situation, sagt Konsumentenschützerin Sara Stalder. «Verlierer sind ganz klar Skifahrerinnen und Skifahrer. Es gibt höchstens für Frühbucher Rabatte. Und deswegen braucht es schlichtweg keine dynamischen Preise.»

So wurden die Daten gesammelt und ausgewertet

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Dynamische Preise in Skigebieten waren bisher eine Blackbox. Zwar deklarieren einige Skigebiete den Höchst- oder den Tiefstpreis, Durchschnittswerte gibt es jedoch selten. Auch wie sich die Preise konkret berechnen, ist kaum transparent.

10vor10 hat deshalb alle für jeden Tag auf den Webseiten von zehn Skigebieten publizierten Preise automatisiert mit der sogenannten «Scraping-Methode» gesammelt und ausgewertet.

Die Auswertung berücksichtigt nur Tageskarten für Erwachsene im Zeitraum von Anfang Dezember bis Mitte Februar. Die Werte sind ungewichtet: Wie viele Skipässe zu welchem Preis verkauft werden, wissen nur die Skigebiete selbst. Es kann also zum Beispiel sein, dass der günstigste Preis nur für einige wenige Tickets galt.

10vor10, 27.2.2020, 21:50

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