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Wirbel um Naturheilmittel «Echinaforce»: Swissmedic prüft möglichen Werbeverstoss

  • Nach Berichten über das Naturheilprodukt «Echinaforce» als mögliches «Wundermittel» gegen das Coronavirus hat die Schweizer Arzneiaufsicht Abklärungen an die Hand genommen.
  • Swissmedic prüft, ob für das Präparat verbotene Publikumswerbung betrieben wurde.
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Aus dem Archiv: Run auf das Naturheilmittel Echinaforce
Aus Tagesschau vom 14.09.2020.
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Ein Swissmedic-Sprecher bestätige am Mittwochabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen entsprechenden Bericht des Ostschweizer Senders TVO. Gemäss der Aufsichtsbehörde könnte eine verbotene Publikumswerbung für ein nicht zugelassenes Anwendungsgebiet eines Arzneimittels vorliegen.

Werbung nur bei «genehmigten Anwendungsmöglichkeiten»

Details gab Swissmedic nicht bekannt. Generell darf bei Arzneimitteln beim Publikum nur in Bezug auf die vom Heilmittelinstitut genehmigten Anwendungsmöglichkeiten geworben werden.

Am Montag hatten Schweizer Medien eine Studie des Labors Spiez bekannt gemacht, gemäss der das pflanzliche Arzneimittel «Echinaforce» der Thurgauer Firma A. Vogel im Labor gegen Coronaviren hilft. Das Naturheilmittel aus Extrakten des Roten Sonnenhuts wurde bislang verkauft, weil es im Allgemeinen Abwehrkräfte stärken und gegen Erkältungen vorbeugen soll.

Wirkung im menschlichen Körper offen

Die Forscher stellten fest, dass «Echinaforce» im Reagenzglas eine abtötende Wirkung auf Coronaviren hat. Gemäss der Spiezer Studie ist aber völlig offen, ob der Stoff auch im menschlichen Körper wirkt. Medien berichteten, dass nach Bekanntwerden der Studie in Apotheken die Nachfrage nach «Echinaforce» stark gestiegen sei.

Ein Swissmedic-Sprecher erklärte, dass die wissenschaftliche Publikation des Labors Spiez im Fachblatt «Virology Journal» vom 9. September zu falschen Interpretationen geführt habe. Nach den Medienberichten sei vor allem in sozialen Medien undifferenziert darüber berichtet worden. Dies habe bei Konsumenten zu einem Ansturm auf «Echinaforce»-Präparate und illegalen Angeboten auf Online-Plattformen geführt.

Aus der Laborstudie liessen sich wissenschaftlich keine medizinischen Schlüsse ziehen, sagte der Sprecher weiter. Präparate mit «Echinaforce» auf Vorrat zu kaufen sei nicht angebracht. Swissmedic sei zudem seit Anfang Woche zusammen mit Plattformbetreibern und den Kantonen aktiv, um illegale Verkaufsangebote zum Schutz der Konsumenten zu löschen.

Tagesschau, 14.09.2020, 19:30 Uhr;

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72 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bombach  (RGB)
    Die Tinktur wirkt also gegen das Virus, im Reagenzglas.
    Nun, Alkohol, Seife oder Chlorbleiche wirken auch ausserhalb des Reagenzglases gegen dieses und andere Viren und gegen viele andere Krankheitserreger. Diese Erkenntnis hat schon Millionen an Menschenleben gerettet.
    Aber es braucht schon einen Trump oder ähnliche mental Herausgeforderte um daraus zu schliessen, man könne diese Stoffe auch innerlich anwenden.
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  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Ich nehme zwischendurch auch Echinaforce ein. Dass ein Forscher sein Testresultat bekanntgibt und daraus sofort einen Kaufrausch auslöst hat mich schon erstaunt. Wenn man sich etwas interessiert, sollte man schon wissen, dass Erfolge in der Schale nicht mit einem Erfolg im menschlichen Körper gleichgestellt werden kann. Habe mir gedacht, dass das ein guter Werbegag war. Dass sich viele Schreiber über Swissmedic aufregen kann ich auch nicht verstehen. Das ist auch seine Aufgabe!
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  • Kommentar von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
    Diese Romantisierung von pflanzlichen Stoffen ist schon ziemlich erstaunlich. Es ist ja nicht so, dass pflanzliche Stoffe z.B. frei von Nebenwirkungen waeren. Warum wird z.b. Penizillin nicht romantisiert? Weil es aus einem Pilz und nicht aus einer Pflanze isoliert wurde? Aspirin, Morphium kommen auch von Pflanzen und viele andere herkoemmliche Medikamente. Laut gewissen Kommentaren, sollen Chemiefirmen welche pflanzliche Stoffe vermarkten sogar gegen das Gesetz verstossen duerfen.
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