Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Was tun gegen die Wohnungsnot? abspielen. Laufzeit 03:54 Minuten.
Aus 10vor10 vom 28.03.2019.
Inhalt

Wohnungsnot in den Städten Wenn der Markt versagt

72'000 leere Wohnungen gibt es in der Schweiz. Doch da, wo Millionen Schweizerinnen und Schweizer leben, herrscht Wohnungsnot.

Die Nachfrage nach Wohnungen in den Städten ist ungebremst hoch. Dutzende Mietinteressenten standen diese Woche für eine 2-Zimmerwohnung im Zürcher Kreis 3 Schlange.

Die Stadt – als Eigentümerin der Wohnung – hat eine breite Auswahl. Manchmal gar zu breit. Künftig werde man die Anzahl Bewerber auf rund 30 beschränken, sagt Kuno Gurtner von der Immobilienverwaltung «Liegenschaften Stadt Zürich».

Angebot und Nachfrage divergieren

In den Zentren und Agglomerationen der Schweiz ist die Wohnungsnot gross. Hier, wo Millionen von Menschen leben, liegt die Leerwohnungsziffer oft unter 1.5 Prozent. Damit herrscht laut dem Bundesamt für Wohnungswesen Wohnungsmangel. In den Grossstädten wie Zürich, Genf, Basel und Bern liegt die Quote gar unter einem Prozent. In diesen Städten spricht man von Wohnungsnot.

Gleichzeitig wurde in den ländlichen Regionen in den letzten Jahren viel gebaut. Investoren setzten auf Immobilien als Anlagekapital. Doch die Nachfrage bleibt häufig aus. So kämpft die Siedlung «Neugrüen» in Mellingen (AG) seit der Fertigstellung vor fünf Jahren um neue Mieter. Ähnlich sieht es in der Siedlung Dreilinden in Langenthal (BE) aus. Auch hier stehen noch einige Wohnungen leer. In beiden Gemeinden liegt die Leerwohnungsziffer über 4 Prozent und damit deutlich höher als in städtischen Gebieten und weit über dem Schweizer Durchschnitt von 1.62 Prozent.

Legende:
Entwicklung der leerstehenden Wohnungen in der Schweiz Bundesamt für Statistik

Insgesamt sorgen die leerstehenden Wohnungen auf dem Land für eine konstant steigende Leerwohnungsziffer. So stehen schweizweit rund 72'000 Wohnungen leer.

«Markt ist vorhanden, das Angebot ist da»

Der Markt sei vorhanden, heisst es beim Hauseigentümerverband. «Das Angebot besteht da, wo gebaut wurde. Auf der anderen Seite ist man in der Schweiz ja mobil, die Erschliessung ist gut», sagt HEV-Direktor Markus Meier.

Legende: Video Markus Meier: «In der Schweiz ist man mobil» abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.02.2019.

Beim Mieterverband kann man diese Argumentation nicht nachvollziehen. Man wolle da leben, wo man arbeitet, so Nathalie Imboden, Generalsekretärin des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbandes.

Stadt-Trend setzt sich fort

Der Wunsch, in der Stadt zu leben, dürfte auch künftig konstant hoch bleiben. Das sagt Immobilien-Experte Patrick Schnorf des Beratungsunternehmens Wüest Partner.

«Wir sehen eine steigende Bandbreite von ganz Jungen aber auch von Familien, die gerne wieder in die Städte kommen.» Der Wunsch des Einfamilienhauses auf dem Land sei weniger präsent als früher, so Schnorf.

Legende: Video Patrick Schnorf: «Die Menschen wollen nahe am Arbeitsplatz wohnen» abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 28.02.2019.

Lösung: Verdichtet Bauen?

Um die Nachfrage nach städtischen Wohnungen zu entschärfen wird regelmässig das verdichtete Bauen propagiert. Das sei das Gebot der Stunde, sagen Architekten. Doch die Herausforderung für die Planer ist gross. Mehr Grünfläche, mehr Wohnungen auf gleicher Fläche schaffen und gleichzeitig keine Verteuerung der Mieten. Das sei manchmal die Suche nach der Quadratur des Kreises, so Patrick Gmür, vom Zürcher Architekturbüro Gmür & Geschwentner.

Fazit: Ersatzbauten oder Aufstockungen auf bestehende Gebäude können die angespannte Lage auf dem städtischen Wohnungsmarkt zwar entschärfen, doch die Menschen werden in Sachen Grünfläche wohl auch gewisse Abstriche machen müssen.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

35 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Wenn die Grossagglomerationen und die Dienstleistungsunternehmen nicht auf Teufel komm raus die Ansiedlung von neuen Unternehmensstandorten in den Grossagglos unterstützen resp. suchen würden, wäre auch der Wohnungs-Nachfragedruck in den Grossagglomerationen geringer. Warum die Dienstleistungswirtschaft nicht vermehrt zentrale Standorte in der Peripherie (z. B. Baden, Lenzburg, Brugg, Aarau) nachfragt, ist wohl auf die zu günstigen Ansiedlungsbedingungen in den Grossagglos zurückzuführen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Es gilt vorerst die paar griffigen 'Marktinstrumente' wie die ‚Kostenmiete plus‘ strikte anzuwenden. Die Marktmiete und deren Profitversprechen von 6-8% darf es so an Orten, wo Menschen zu leben haben nicht mehr geben. Es ist symptomatisch, dass das Mietrecht auf ein Missbrauchsrecht reduziert worden ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Emil Schneider (Emil.fff)
    FDP:“ Der Markt wird es schon von alleine regeln...“
    Ablehnen den Kommentar ablehnen