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Die Fifa reicht Strafanzeige gegen Sepp Blatter ein
Aus Nachrichten vom 22.12.2020. Bild: Keystone/sda
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World Football Museum Fifa reicht Strafanzeige gegen Blatter ein

  • Die Fifa hat Strafanzeige gegen den ehemaligen Präsidenten Sepp Blatter wegen der Finanzierung ihres verlustreichen Fussballmuseums in Zürich eingereicht.
  • Neben Blatter wurden auch weitere ehemalige Verbandsvertreter bei der für Wirtschaftsdelikte zuständigen Abteilung der Zürcher Staatsanwaltschaft angezeigt.
  • Gemäss Mitteilung der Fifa besteht Verdacht auf «kriminelles Missmanagement durch das frühere Fifa-Management und die von ihm beauftragten Firmen».

Die Strafanzeige zielt auf die gesamten Projektkosten in Höhe von 500 Millionen Franken. Die ehemalige Administration habe 140 Millionen in Renovation und Modernisierung eines Gebäudes gesteckt, das der Fifa gar nicht gehörte. Ausserdem sei ein Mietvertrag abgeschlossen worden, der die Fifa bis zum Ablauf des Vertrags im Jahr 2045 rund 360 Millionen Franken kosten wird.

«Angesichts der massiven Kosten für dieses Museum sowie der allgemeinen Arbeitsweise der ehemaligen Fifa-Geschäftsleitung, sollte eine forensische Prüfung Aufschluss darüber geben, was wirklich passiert ist», verlangt der stellvertretende Fifa-Generalsekretär, Alasdair Bell, in der Mitteilung.
Das «Haus zur Enge» bietet auf zehn Stockwerken eine Fläche von 3000 Quadratmeter für Ausstellungen, Veranstaltungen und Gastronomie. Weiter beinhaltet das Projekt 34 Wohnungen und Büros für 140 Personen.

Fifa World Museum
Legende: Das Fifa World Museum hat jedes Jahr Verlust gemacht. In der Jahresrechnung 2018 betrugen die Einnahmen fast 4 Mio. Dollar gegenüber 12 Mio. Dollar an Ausgaben. Keystone

Das Fifa-Museum an der Zürcher Seestrasse war 2016 eröffnet worden – nach dem Ende der Amtszeit des heute 84-jährigen Blatters, der im Jahr zuvor seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Klage zum Fifa-Museum. Die Anzeige werde nun geprüft. «Die Vorwürfe sind haltlos und werden vehement zurückgewiesen», teilte derweil Blatters Rechtsanwalt Lorenz Erni mit.

Fifa hält Justiz auf Trab

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Die von der Fifa gegen Blatter eingereichte Strafanzeige ist der jüngste Akt in einem arbeitsreichen Jahr der strafrechtlichen Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Fussball-Weltverband.

Mehrere Strafanzeigen wurden anonym gegen Blatters Nachfolger Gianni Infantino und den Schweizer Generalstaatsanwalt Michael Lauber wegen dreier Treffen in den Jahren 2016 und 2017 eingereicht. Lauber wurde im Zuge der Ermittlungen aus dem Amt gedrängt, unter anderem wegen Irreführung eines Aufsichtsgremiums.

Kürzlich musste Blatter bei einem Sonderstaatsanwalt zu einer Aussage in einem Verfahren gegen Infantino antraben. Blatters Umfeld sieht in der aktuellen Anzeige einen Rachefeldzug Infantinos.

Ein Sonderstaatsanwalt, der ernannt wurde, um die Treffen zu untersuchen, empfahl diesen Monat, dass Infantino für die Verwendung eines Privatjets für FIFA-Geschäfte im Jahr 2017 untersucht wird.

Video
Aus dem Archiv: Das System Blatter
Aus 10 vor 10 vom 02.11.2016.
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SRF 4 News, 22.12.2020; 12 Uhr;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Fürer  (Hans F.)
    ist wohl ein Ablenkungsmanöver des heutigen FIFA-Präsidenten, dem ja auch allerhand vorgeworfen wird.
  • Kommentar von Lorenzo Ciliberto  (Lavrentius)
    Jetzt lasst es doch gut sein. Dieses doofe Museum war eine Schnapsidee, aber kriminell ist das nicht.
    1. Antwort von Andreas Wiedler  (infonews)
      Das mag sein, aber es fliessen halt immense Gelder!
    2. Antwort von Benedikt Rosenberg  (Amadeus)
      Weitgereister, das sehe ich auch so. Irgendwie sind alle Dämme gebrochen, prassen und raffen auf Teufel komm raus und bei Versagen will niemand Verantwortung übernehmen. Ein allgemeiner Zeitgeist, nicht nur bei der Fifa und Bund.
  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Es grenzt eh schon an ein Wunder, dass Herr Blatter und einige seiner Komparsen bis jetzt so glimpflichh davongekommen sind. Die FIFA ist und bleibt leider ein undurchsichtiges Konstrukt. Die Leistungen vieler Funktionäre stehen in keinem Verhältnis mehr zu den Geldern die da fliessen. Und wenn man schon von Leistungen spricht, muss man sich einmal zu Gemüte führen, was aus dem Weltfussball in den letzten zwei Jahrzehnten geworden ist. Es spielt, wer Geld und Macht hat.