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Folgt auf die «Flugscham» die «Autoscham»?
Aus Rendez-vous vom 01.11.2019.
abspielen. Laufzeit 03:35 Minuten.
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Zu Besuch an der Auto Zürich Folgt auf die «Flugscham» die «Autoscham»?

Der Klimawandel wirkt sich auf unsere Gewohnheiten aus. Das zeigt sich auch an der steigenden Nachfrage nach Elektroautos.

Das Innere eines neuen Autos hat einen ganz bestimmten Duft. In jeder Halle der Messe Zürich glaubt man, diesen Duft zu riechen. Dort sind derzeit hunderte blitzblank polierte Neuwagen und Oldtimer ausgestellt. Überraschend viele Leute, mehrheitlich Männer, haben an diesem Vormittag Zeit, durch die Messe zu schlendern.

So umweltschonend wie möglich

Es gibt aber auch immer wieder Paare, die gezielt Ausschau nach einem neuen Familienauto halten. Ihr Blick wandert bei jedem Wagen auf das Schild, das wie bei den Waschmaschinen oder Fernsehgeräten die Energie-Effizienz der Autos zeigt.

Ein Auto müsse heute so umweltschonend wie möglich sein, findet eine Besucherin: «Es soll nicht voll, aber zu einem Teil elektrisch betrieben sein.» Eine andere sagt: «Wir müssen die Energiewende schaffen. Und wenn wir das schaffen wollen, müssen wir umstellen.»

Ich denke, in fünf oder zehn Jahren darf man die Benzinschleudern nicht mehr fahren.
Autor: Messebesucher

Von «Autoscham» will zwar niemand sprechen, aber ein älterer Messebesucher räumt ein, er könne nicht mehr mit gutem Gewissen ein reines Benzinauto kaufen: «Für mich kommt nur noch elektrisch in Frage. Ich denke, in fünf oder zehn Jahren darf man die Benzinschleudern nicht mehr fahren.»

SUV
Legende: Sport Utility Vehicles (kurz SUV) sind in den letzten Jahren zu einem beliebten Modell geworden. Keystone

Manche Befragte sagen, sie hätten zwar immer noch ein Benzin- oder Dieselauto, für die längeren Strecken – sie suchten sich aber ein kleines Hybrid- oder Elektroauto als Zweitwagen. «Ich brauche das Auto vor allem für Kurzstrecken, zum Einkaufen. Da ist ein Elektroauto ideal», sagt ein Mann.

Eine Frau gibt zu bedenken: «Mit einem grossen Benziner haben Sie in der Stadt heute ein Problem: Links ein SUV, rechts ein SUV, Sie können mit einem normal grossen Auto beim Parken gar nicht mehr aussteigen.»

Klares Kundenbedürfnis

Die neuen Hybrid-, Elektro- oder Wasserstoff-Modelle sind an den Ständen der «Auto Zürich» immer prominent ausgestellt – jeder Hersteller hat mindestens ein Auto, das sich als besonders umweltfreundlich anpreisen lässt.

Es sei ein klares Kundenbedürfnis, sagt zum Beispiel André Berger, der beim Autohändler Emil Frey für Toyota und Lexus zuständig ist: «In den letzten 18, 24 Monaten hat man einen Wandel gespürt. Die Leute wollen heute nachhaltiger unterwegs sein.»

Die Kunden sind verunsichert. Das führt dazu, dass sie lieber gar nichts kaufen.
Autor: André BergerAutoverkäufer

Auch Marc Brunner von Honda spürt die Nachfrage nach mehr Klimaschutz beim Autokauf. Er sagt aber auch: Viele Kundinnen und Kunden seien verunsichert, weil es so viele neue Technologien bei den Autos gebe. «Sie sind momentan sehr vorsichtig, weil man nicht weiss, wohin der Weg führt. Das führt dazu, dass die Kunden lieber gar nichts kaufen.»

Es ist tatsächlich fast erschlagend, wie viele Alternativen zu den klassischen Benzin- und Dieselautos momentan angeboten werden. Die meisten befragten Besucherinnen und Besucher zeigten sich aber nicht verunsichert – sie wollen vor allem eines: Beim Autokauf ein gutes Gewissen haben.

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112 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Wenn auf die angebliche Flugscham die Autoscham folgen sollte, können sich die Autohändler bereits jetzt über neue Verkaufsrekorde freuen!
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  • Kommentar von Michaela Schmid  (Mitdenkerin)
    Geehrtes SRF, bitte unterlassen Sie doch diese negativen "Scham"-Begriffe. Wer ein energiesparendes Auto will (sei es E oder Benziner) hat eher "Auto-Vernunft". Ich persönlich lebe seit jeher auto-los, und ganz bestimmt nicht aus Scham, sondern aus Verantwortungsbewusstsein. Leider bin ich damit nach wie vor ein Exot, den meisten Bekannten geht ihre Auto-nomie über alles, und auch im Beruf wird immer mehr flexible Auto-Mobilität (auch nachts) verlangt. Da beisst sich Realität und Wunschdenken.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    SUV... und 4x4... ich lebe auf einer Farm, unsere Zufahrtstrassen sind bessere Flussbette.. ich fahre einen Diesel Backie, das sind PWs mit einer Ladebruecke ... Verbrauch max 8Lit /100km... trotz schwerem Fahrzeug!. 4x4 habe ich nicht, komischerweise selbst im wildesten Teil meiner Farm habe ich es noch nie benoetigt. So glaube ich, ist 4x4 auch in der CH kaum wichtig es sei den fuer gewisse Taetigkeiten.
    Die Hybrids die ich kenne brauche angeblich auch so an die 6 Liter..
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