Zum Inhalt springen

Header

Audio
Bund intensiviert Kampagne für Swiss-Covid-App
Aus Info 3 vom 19.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
Inhalt

Zu wenige Benutzer Das grosse Fremdeln mit der Swiss-Covid-App

  • In seinen jüngsten Auftritten zur Corona-Situation in der Schweiz hat der Bundesrat vermehrt auf die Swiss-Covid-App hingewiesen.
  • Diese Woche intensiviert das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nun die Informationskampagne für die App.
  • Denn die Zahl der aktiven Apps liegt deutlich unter dem Ziel – und die Infektionszahlen steigen.

Das Ziel für die Swiss-Covid-App klang so leicht: «Drei Millionen aktive App-User bis Oktober wären das Ziel, sage ich jetzt einfach mal»: Dieses Ziel hat Sang-Il Kim vom BAG vor knapp zwei Monaten gesteckt. Doch aktuell sind es erst gut die Hälfte.

Nun intensiviert der Bund seine Informationen zur Covid-App, mit Erklärvideo und Flugblatt. Auch Bundesrat Alain Berset nutzte seine Auftritte dafür: «Diejenigen, die es noch nicht gemacht haben, sollten die App jetzt herunterladen. Jetzt ist der Moment, wo man es wirklich machen sollte, damit die App auch hilft.»

Ergänzung zum Contact Tracing

Mit der App liessen sich Infektionsketten durchbrechen: Ist sie aktiv, registriert sie nahe Begegnungen, die länger als 15 Minuten dauern. Ob mit Freunden oder Unbekannten. Ist jemand positiv getestet, erhält er oder sie einen Code zum weiterleiten. Die App warnt so potenziell Angesteckte und kann so das Contact Tracing der Kantone ergänzen.

Das BAG erklärt die Swiss Covid App

Nachgefragt beim Bundesamt für Gesundheit heisst es:

«In den ärztlichen Meldeformularen, welche wir seit Ende Juli erhalten, sehen wir, dass es bereits über 130 Personen gibt, die durch die App über eine mögliche Ansteckung gewarnt und anschliessend positiv getestet wurden.» Es funktioniert also im Kleinen.

Ende des Sommers haben sich Probleme gezeigt: etwa, dass Infizierte den Covid-Code erst nach Tagen erhalten oder dass sie ihn nicht rasch genug eingegeben haben. Inzwischen geht es mehrheitlich schneller. Doch ist die App nur bei gut 1.7 Millionen Nutzerinnen und Nutzern aktiv.

Holprige Premiere in der Schweiz

Das beschäftigt auch Nathalie Stübi, die stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Risiko-Dialog, die Risiken und den gesellschaftlichen Umgang damit analysiert. Für sie gibt es nicht den einen Grund für die tiefen Nutzungszahlen.

Bremsend wirke etwa, dass nun zum ersten Mal ein technisches Tool national lanciert worden sei: «Man war mit der Kommunikation relativ zurückhaltend. Zudem war und ist die App ein Versuch, der die anderen Massnahmen unterstützen soll und damit nicht die einzige Massnahme.» Viele seien unsicher, ob die App wirklich laufe, sagt Stübi.

Die steigenden Fallzahlen und verstärkte Kommunikation dürften helfen, dass sich künftig mehr Menschen für die App entscheiden.

EU verknüpft nationale Tracing-Apps

Textbox aufklappenTextbox zuklappen

Am Montag ist in der EU ein System, Link öffnet in einem neuen Fenster eingeführt worden, das die Covid-19-Apps der einzelnen EU-Länder miteinander verbinden soll. Dies teilte die Europäische Kommission mit.

Vorerst wurden die drei nationalen Apps von Deutschland, Irland und Italien miteinander verknüpft. Nach Angaben der Kommission wurden diese drei Apps von rund 30 Millionen Menschen heruntergeladen, was zwei Dritteln aller Downloads von Tracing-Apps in der EU entspricht.

Es wird noch einige Wochen dauern, bis alle EU-Länder an den Datenaustausch angeschlossen sind. Die Schweizer Tracing-App ist nicht Teil dieses Systems.

Info3 vom 19.10.2020, 17 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

137 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Mathias Wyss  (Bergbauer80)
    Das Ganze Konzept mit Testen, Contact Tracing und Quarantäne ist schon lange gescheitert. Es gibt offenbar viel zu viele Menschen die keine oder nur schwache Symptome entwickeln und deshalb nie erkannt werden können, was zu einer hohen Dunkelziffer führt. Daran wird auch eine stärkere Verbreitung der App nichts ändern.

    Es soll jetzt niemand schreiben ich solle eine bessere Idee liefern. Dafür sind die Expert*innen der Taskforce und des BAG zuständig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Timon Zielonka  (zukunft.com)
      Die App kann auch Personen ohne Symptome aufdecken. Wenn Person1 keine Symptome hat, aber Person2 ansteckt und sich Person2 testen lässt, den Code in die App eingibt, erhält Person1 über die App eine Aufforderung zum testen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Heinz Piccolruaz  (picco bello)
      @ Mathias Wyss (Bergbauer80): Wir sollten, unabhängig von Symptomen, umfassend testen und gezielt isolieren, bis die Positiv-Rate verschwindend klein ist. Das kostet und schadet weniger als ein Lockdown und erlaubt mehr Lebens-Qualität. China macht es erfolgreich vor. Allerdings müsste man vermutlich die Schweizer mehr motivieren als die Chinesen, z.B. mit einem Test-Lohn.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Rolf Huber  (RolfHuber)
      Ich lasse mich bestimmt nicht testen. Am Schluss bin ich ein Fall "Shaqiri", also positiv getestet, weil ich im Frühling unbemerkt infiziert war, trotzdem eigentlich negativ/nicht ansteckend, und muss trotzdem 10 Tage in Isolation und von der Arbeit weg (meine Kontakte ebenfalls). Nein danke. Sollen zuerst mit dem CT runter, dann können wir wieder reden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Markus Kohl  (Fischers)
    Ich denke, ohne genauen Zahlen kann man keine Rückschlüsse ziehen wieso so wenige CovidApps nutzen.
    Gibt es da keine Statistiken von z.B SRF, 20min, etc.?
    Wie viele Nutzer gehen auf die Newsportale? Welche Android oder iPhone version haben diese Leute?
    Wie viele könnten überhaupt die App nutzen?

    Respektiv wenn viele Leute ein älteres Handy haben, dass für den Alltag gut funktioniert, wieso ein neues Handy kaufen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andreas Würtz  (Andhrass)
    Installiert sie doch einfach. Uhr habt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Claudio Ferrarini  (Freedom4all)
      Nein danke, ich installiere gar nichts!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Timon Zielonka  (zukunft.com)
      @Claudio Ferrarini Und warum nicht? Mit was nutzen Sie denn das Internet?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Michael Bacher  (mbacher)
      Wenn ich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort bin, dann bin werde ich zwei Wochen grundlos eingesperrt oder muss eine Körperverletzung (PCR-Test) machen!
      Beispiel: Ich gehe um 20 Uhr in ein Restaurant essen. Um 18 Uhr war jemand dort, der anschliessend positiv getestet wurde, der aber schon nicht mehr im Restaurant war, als ich reinkam. Trotzdem werde ich dann eingesperrt.
      Wo also genau habe ich nichts zu verlieren?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von SRF News editor
      @Michael Bacher Grüezi. Mit der App werden sie zu nichts gezwungen, Wenn Sie eine Meldung der App kriegen, können sie die Hotline anrufen, um Massnahmen zu besprechen. Es bleibt Ihnen überlassen, was sie tun, denn die Behörden haben ihre Identität nicht. Beste Grüsse, SRF News
      Ablehnen den Kommentar ablehnen