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Weniger Unterstützung durch Armee und Zivilschutz
Aus Tagesschau vom 23.12.2020.
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Zweite Corona-Welle Armee und Zivilschutz helfen deutlich weniger

Obwohl die zweite Welle der Pandemie heftiger ausfällt, werden weniger Einsätze von Armee und Zivilschutz bewilligt.

Zeitweise unterstützten in der ersten Welle bis zu 5000 Soldaten Spitäler und weitere Einrichtungen. Mit dem Beginn der zweiten Welle bewilligte der Bundesrat im November dann einen zweiten Corona-Einsatz. Das Maximum an Soldaten wurde auf 2500 beschränkt.

Jetzt zeigt sich: Dieses Maximum wird kaum ausgeschöpft. Zurzeit sind nur rund 250 Soldaten in drei Kantonen im Einsatz; im Tessin und in den Kantonen Schaffhausen und Basel-Stadt. Ein Einsatz in der Waadt wurde am 22. Dezember beendet.

Einsätze des Zivilschutzes restriktiver

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Zivilschutz: Laut Christoph Flury, Vizedirektor des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, stehen zur Zeit 1500 bis 2000 Zivilschützer pro Woche im Einsatz. In der ersten Welle waren es rund 5000 pro Woche.

Wenn die Betriebe mit eigenem Personal oder durch Unterstützung von externem Personal den Aufwand bewältigen können, müssen die Kantone die Gesuche ablehnen.
Autor: Christoph FluryVizedirektor Bundesamt für Bevölkerungsschutz

Die Kantone seien restriktiver geworden bei der Bewilligung von Einsätzen. Einzelne Hilfsgesuche von Gesundheitseinrichtungen seien abgelehnt worden. «Wenn die Betriebe mit eigenem Personal oder durch Unterstützung von externem Personal den Aufwand bewältigen können, müssen die Kantone die Gesuche ablehnen.» Das sogenannte Subsidiaritätsprinzip wird in der zweiten Welle streng ausgelegt.

Nicht aus dem Erwerbsleben reissen

Zivilschutz und Armee wollen dieses Mal auch möglichst wenige Personen aufbieten, die aus ihrem normalen Erwerbsleben gerissen würden. «Unsere Milizarmee, das sind bekanntlich Bürgerinnen und Bürger», meinte Armeechef Thomas Süssli schon im November, «wir wollen diese nur aus der Arbeit herauslösen, wenn sie wirklich gebraucht werden».

Die Armee darf dieses Mal auch nicht in Alters- und Pflegeheimen aushelfen, dort kommt der Zivilschutz zum Einsatz.

Armee und Zivilschutz können nur unterstützen, nicht Arbeit ersetzen.
Autor: Daniel HöchliDirektor Heimverband Curaviva

Bei Curaviva, dem Verband der Heime, wäre man eigentlich froh, wenn die Armee unterstützten würde. Immer wieder fällt in Alters- und Pflegeheimen viel Personal aus, weil es an Covid-19 erkrankt. Aber laut Curaviva-Direktor Daniel Höchli hat die erste Welle gezeigt, dass die Hilfe von Armee und Zivilschutz schnell an seine Grenzen stosse. «Armee und Zivilschutz können nur unterstützen, nicht Arbeit ersetzen.»

Bürokratie schreckt ab

Zum Teil fehle es an Fachwissen. Und häufig bräuchten die Heime sehr schnell, innerhalb von Stunden, Unterstützung, wenn von einem auf den anderen Tag Personal ausfalle. Ein Hilfsgesuch bei den Kantonen zu stellen, das würde oft viel zu lange dauern.

So würden sich die Heime nun vermehrt untereinander mit Personal aushelfen oder Arbeitspensen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufstocken.

Armee: Keine neuen Hilfsgesuche eingegangen

Auch die Spitäler kommen offenbar trotz extrem hoher Belastung des Personals ohne weitere Unterstützung der Armee durch. Laut dem Bund wurde als Letztes das Hilfsgesuch des Kantons Basel-Stadt am 9. Dezember bewilligt. Nun seien keine Gesuche mehr pendent.

Tagesschau, 23.12.2020, 19:30 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Jan Rimmo  (GianR)
    Es hilft nichts, wenn irgengenwelche Leute angelernt, werden, um im Spital zu helfen. Viel hilfreicher ist es, zu verhindern, dass sich zu viele Leute infizieren, erkranken und dann zwei Wochen später die Spitäler belasten. Wenn eine Therapie mit künstlicher Beatmung notwendig wird, braucht es die speziell dafür ausgebildeten Fachleute, welche eine mehrjährige Aus- und Weiterbildung absolviert haben. Im Übrigen sterben acht von zehn künstlich beatmete Covid-Erkrankte. Diesen Umstand aushalten!
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  • Kommentar von Walter Matzler  (wmatz)
    Ich habe s.Z. eine Sanitäts-RS gemacht inkl. 3 Wochen Spitalpraktikum. Die Ausbildung hat sich weitgehend auf Marschieren und Exerzieren beschränkt und dazu noch ein wenig Verbände anlegen und Personen Herumtragen. Jeder Samariterverein hätte wohl mehr geboten. Ausser für Essen auftragen und Reinigungsarbeiten wären meine Kenntnisse in einem Spital kaum zu gebrauchen gewesen. Ich hoffe allerdings dass die heutige Sanitätsausbildung mehr beinhaltet als stundenlanges exerzieren mit der Barre.
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    1. Antwort von Walter Matzler  (wmatz)
      Für Ablehner drei Beispiele: Als Sanitätsrekruten haben wir eine Woche lang mit Schaufel und Pickel im Wald Löcher gegraben weil irgendwelche Offiziere die Idee hatten, wir könnten ein Feldlazarett strahlensicher eingraben. In einem anderen Wald haben wir mit Pfählen und Stacheldraht eine Kampfbahn gebaut, weil unsere Kaserne keine hatte. Bau und Abbau etwa eine Woche. Für unsere Ausbildung haben wir zwei Sanitätsbücher erhalten aber nie gebraucht. Die könnt ihr zuhause lesen, hat es geheissen.
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  • Kommentar von Christoph Hagmann  (Christoph Hagmann)
    Warum werden nicht in Militär und Zivilschutz Pools gebildet? Die Indianer möchten helfen, die Heime und Organisationen brauchen Hilfe. Aber Wirtschaft und die Häuptlinge verhindern jetzt in der besonderen Lage schnelles Handeln und legen die Bürokratie in den Vordergrund.

    Aus den Pools können schnell und ohne Bürokratie-Aufwand Hilfen geleistet werden.

    Damit werden die Strukturen und Organisationen von Militär und Zivilschutz auch geschult und beübt auch das im Sinn der WKs.
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    1. Antwort von Charles Grossrieder  (View)
      Gute Frage, aber solch ein Virus könnte viele Anwendungen haben Da unsichtbar, grenzenlos und keiner politischen Partei unterworfen. Wenn die logischen Hilfsmittel reduziert- oder nicht angewendet werden, dürfte dies logischerweise zu Fragen oder gar Verschwörungstheorien führen.
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