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Zweite SRG-Umfrage SRG-Initiative knapp im Nein: Mobilisierung entscheidend

  • Gemäss der zweiten Umfrage von GFS Bern lehnen 54 Prozent die SRG-Initiative ab, 44 Prozent sind dafür.
  • In den letzten Wochen haben die Initianten etwas an Boden verloren. Das Rennen bleibt aber offen.
  • Entscheidend dürfte am 8. März sein, welches Lager besser mobilisieren kann.

Wenn die Politikwissenschaft von einem «fortgeschrittenen Meinungsbild» spricht, kann die SRG-Initiative als Musterbeispiel dienen: So sind laut zweiter SRG-Umfrage 85 Prozent entweder bestimmt für oder bestimmt gegen die Initiative. Lediglich zwei Prozent sind noch ganz unentschieden.

Das fordert die SRG-Initiative

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Mikrofon mit Logos von RTS, RSI, SRF, RTR vor rotem Jackett.
Legende: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) umfasst die fünf Unternehmenseinheiten Radiotelevisione svizzera (RSI), Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR), Radio Télévision Suisse (RTS), Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) und swissinfo.ch (SWI). KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Die Volksinitiative «200 Franken sind genug!» (SRG-Initiative) will die Medienabgabe für Haushalte (Serafe-Gebühr) von 335 auf 200 Franken senken und Unternehmen gänzlich von der Abgabe befreien. Die SRG-Initiative wurde von SVP-Kreisen lanciert. 

Das Forschungsinstitut GFS Bern, das die Umfrage im Auftrag der SRG durchgeführt hat, folgert: Inhaltlich lässt sich nur noch beschränkt Überzeugungsarbeit leisten. Entscheidend dürfte sein, welches Lager mehr Menschen an die Urne bringt.

Aus der Patt-Situation der ersten Umfrage ist ein leichter Vorsprung des Nein-Lagers geworden. Die Politologin Martina Mousson macht jedoch darauf aufmerksam, dass der Fehlerbereich der Umfrage +/- 2.8 Prozentpunkte beträgt.

Interessanterweise geht – trotz Nein-Trend – eine Mehrheit von 54 Prozent davon aus, dass die Initiative angenommen wird. «Das Rennen bleibt also offen, bei Vorteilen für die Gegnerschaft», schliesst Mousson.

Klare Verhältnisse an den Parteipolen

Beim Blick in die Parteienlandschaft zeigt sich eine klassische «Links-rechts-Polarisierung». Die Basis von SP und Grünen spricht sich vehement gegen die Initiative aus, bei der SVP wiederum erfährt sie starke Unterstützung.

Die Stammwählerschaft von GLP und Mitte ist klar gegen die Initiative, auch die FDP-Basis sagt mehrheitlich Nein. «Bemerkenswert sind die Parteiungebundenen», erklärt Mousson: «Hier hat ein Nein-Trend eingesetzt. Eine Mehrheit will mittlerweile gegen die Initiative stimmen.»

Wie viel darf der Service public kosten?

Die Abstimmung wird auch zur Vertrauensfrage: Wer Regierung und Parlament misstraut, unterstützt die Initiative zu 64 Prozent. Stimmberechtigte, die der Regierung vertrauen, lehnen sie mit 72 Prozent ab.

Im Abstimmungskampf hat sich eine Kernfrage herauskristallisiert: Kann die SRG ihren Service-public-Auftrag auch mit viel weniger Geld erfüllen? Dem stimmen in der Umfrage 45 Prozent zu.

Im Nein-Lager dominiert dagegen die Angst, dass es durch eine geschwächte SRG weniger sachliche Information in der Schweiz geben könnte – und dadurch die direkte Demokratie geschwächt würde (58 Prozent Zustimmung).

Ein Stadt-Land-Gefälle ...

Gleichzeitig hat auch das Argument der Solidarität zwischen den Landesteilen leicht an Boden gewonnen (67 Prozent Zustimmung). 44 Prozent finden dagegen, dass die heutige Radio- und TV-Abgabe zu hoch sei.

In der Umfrage zeigt sich auch ein Stadt-Land-Gefälle. Insbesondere im urbanen Raum ist der Nein-Anteil in den letzten Wochen gestiegen. «Am stärksten ist Kritik in der deutschsprachigen Schweiz und in ländlichen Gegenden verankert», sagt Mousson. Beim Ständemehr dürften also ländlich geprägte Deutschschweizer Kantone zum Zünglein an der Waage werden.

... und ein Geschlechtergraben

Auffallend auch: Frauen sind weiterhin deutlich gegen die Initiative (60 Prozent Nein), während bei den Männern eine Patt-Situation herrscht (48 Prozent Nein). «Die Haltung zur SRG-Initiative ist auch eine Geschlechterfrage», folgert Mousson.

Für die Politologin ist abschliessend aber klar: Die Abstimmung über die SRG-Initiative wird vor allem eines – eine Frage der Mobilisierung der beiden Lager.

Abstimmungsdossier

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Die Eckwerte der SRG-Umfrage

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Die Umfrage zu den Abstimmungen vom 8. März ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut GFS Bern zwischen dem 11. und dem 19. Februar 2026 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 11'754 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Der statistische Fehlerbereich beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Das heisst: Bei einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Telefonische Befragung

Telefonisch befragt wurden 505 stimmberechtigte Personen. Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten.

Online-Befragung

Zusätzlich konnten online Angaben von 10'744 Personen verwendet werden. Die Teilnehmenden wurden über die Webportale der SRG rekrutiert. Via Social Media konnten Angaben von 505 Personen verwendet werden.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in-Verfahren), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. So nehmen zum Beispiel typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil. Diese Daten werden aber mittels Gewichtungen an die realen Verhältnisse der Stimmberechtigten angenähert. Es werden dabei räumliche (Wohnort), soziodemografische (Alter oder Geschlecht) und politische Gewichtungsfaktoren eingesetzt. Durch diese Gewichtung wird die Repräsentativität der Stichprobe optimiert. Ziel ist, auch die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von GFS Bern.

SRF 4 News, 25.2.2026, 6 Uhr;flal/brus

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