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Zwischen den Fronten Das IKRK fordert von der Schweiz mehr Engagement

Die Schweiz könnte mehr tun für die humanitäre Hilfe und mehr Flüchtlinge aufnehmen, findet IKRK-Präsident Peter Maurer.

Legende: Audio IKRK-Präsident Peter Maurer zwischen den Fronten abspielen. Laufzeit 29:23 Minuten.
29:23 min, aus Samstagsrundschau vom 01.09.2018.

Es sind die Orte auf der Welt, wo keiner freiwillig hinmöchte. Dort – in den schlimmsten Konfliktgebieten der Welt, leistet das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Nothilfe für die Zivilbevölkerung. Nothilfe für die Menschen, die zwischen kriegerische Fronten geraten sind.

Das kostet – und zwar viel. Und weil viele Länder knapp bei Kasse sind, kämpft das IKRK ständig um die nötigen Mittel. Tatsächlich unterstützt der Bund das IKRK mit fast 150 Millionen Franken im Jahr.

Aber es könnten mehr sein, sagt IKRK-Präsident Peter Maurer in der «Samstagsrundschau». Die Schweiz sei heute nur noch die fünftgrösste Beitragszahlerin beim Roten Kreuz: «Andere Länder haben die Schweiz überholt und unterstützen die Art und Weise einer neutralen und unabhängigen Arbeit, wie das das IKRK repräsentiert, grosszügiger. Ich hoffe, dass dies in Zukunft in der Schweiz wieder möglich sein wird», sagt Peter Maurer.

Die Schweiz profitiert vom Roten Kreuz

Die Unterstützung der Schweiz besteht aus zwei Teilen: Einerseits zahlt die Schweiz jährlich 80 Millionen für den Unterhalt des IKRK-Hauptsitzes in Genf. Andererseits beteiligt sich der Bund mit 60 Millionen Franken an humanitären Einsätzen des IKRK.

Letztlich profitiere die Schweiz sogar vom Roten Kreuz, sagt Maurer. Auf der einen Seite durch den Imagegewinn, weil das IKRK seinen Sitz in der Schweiz hat. Auf der anderen Seite durch Steuerzahlungen des Roten Kreuzes.

IKRK-Auto in Syriem im Einsatz.
Legende: Syrien ist derzeit der bekannteste Konfliktherd: die Zivilbevölkerung ist auf humanitäre Hilfe von aussen angewiesen. Keystone

Deshalb fordert der IKRK-Präsident die Schweiz zu mehr Engagement für die humanitäre Hilfe auf. Er hoffe, dass politische Gespräche mit der Schweiz in den nächsten Monaten intensiviert werden könnten, um neben der finanziellen Unterstützung zusätzlich andere Unterstützung abzuholen.

Maurer fordert aktivere Flüchtlingspolitik

Dabei wünscht sich Maurer auch eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Wirtschaft. Weiter fordert der IKRK-Präsident von der Schweiz, aber auch von den EU-Staaten eine aktivere Flüchtlingspolitik. «Alle, die sich mit dem Problem befassen, wissen, dass Europa, die Schweiz und jedes einzelne Land in Europa mehr machen könnten», ist Maurer überzeugt. Konkret sollten die Schweiz und die EU mehr Flüchtlinge aufnehmen, so Maurer.

Der IKRK-Präsident kritisiert in der «Samstagsrundschau» auch Bundesrat und Parlament, weil diese in Zukunft Schweizer Kriegsmaterial-Exporte in Bürgerkriegsländer erlauben wollen. Diese Politik widerspreche der humanitären Tradition der Schweiz.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Eine bodenlose Frechheit on Peter Maurer, von der Schweiz noch mehr Engagement zu verlangen, als ob sie nicht schon genug für die Flüchtlinge etc. täte. Bei den Flüchtlingen spart die Schweiz nicht, während sie in anderen Belangen, für die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung oft knausert. Immer wieder hört man aus Bern, dass dies und das gestrichen werde, oder zu teuer sei. Nachdenken bitte, Herr IKRK Präsident!
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer (Margrit Holzhammer)
      Obwohl ich nun über die Äusserung vom IKRK Präsident geschlafen habe, stösst sie mir immer noch sauer auf. Es gibt nur 2 Worte dafür . Bodenlose Frechheit!
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    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      Herr Maurer lebt ganz gut vom Spendengeldern und möchte das weiterhin tun jenseits von der Realität dass auch und der Schweiz Menschen leben die Unterstützung brauchen ziemlich dreist immer mehr zu fordern nachdem die Schweiz schon sehr viel bezahlt
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  • Kommentar von Alex Volkart (Lex18)
    Das IKRK sollte auch von anderen Ländern mehr Engagement fordern. Denn es gibt mehrere Länder die finanziell ähnlich dastehen wie die Schweiz aber deutlich weniger tun. Nicht vergessen darf man auch, dass es ohne die Schweiz kein IKRK gäbe.
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    1. Antwort von Beatrice Fiechter (thea)
      Wir tun wirklich zu wenig u.sehen nur unsere eigenen Probleme. Die Schweiz hat schon mehr geholfen u.es ging ihr dabei immer gut.Mir scheint,die Gewinnoptimierung auf allen Ebenen,auch sozialen,setzt sich überall immer mehr durch u.setzt falsche Anreize zum Egoismus,führt schlussendlich zur Entsolidarisierung auf allen sozialen Ebenen,weltweit! Erst soll immer der andere sich ändern! Kommt mir vor wie im Kindergarten.Selber tun ist immer das Beste u.andere nach Möglichkeit unterstützen!
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    2. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Peter Maurer ist halt ein Schweizer und verlangt natürlich von seinen eigenen Landsleuten mehr als von fremden Ländern.
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  • Kommentar von Andreas Hug (AndiHug)
    ich finde wir sollten viel weniger flüchtlinge aufnehmen.
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    1. Antwort von Beatrice Fiechter (thea)
      Mit ihrer Meinung stehen sie ja nicht alleine.Aber bedenken sie,es könnte ihnen auch msl so gehen od.ihren Kindern.Ich glaube vor ca 100Jahren sind auch viele Schweizer aus purer Verzweiflung u.Not emigriert.Wir haben es in der Wirschafts-Krise gesehen,es kann so schnell ändern.Auch hätten wir uns alle in der Vergsngenheit anders verhalten müssen:Beim Einkauf auf faire Preise achten,keine Waffen an diese Länder liefern u.die Fehler der Ausbeutung wieder gut machen durch Bildung-u.Arbeitschancen!
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    2. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Mein Ur- und meine zwei Grossväter erzählten mir in den 40-50iger Jahren oft von der einstigen Wirtschaftskrise. Sie haben völlig Recht, Frau Fiechter, auch "Schweizer" mussten in den 30iger-Jahren ins Ausland emigrieren. Nur, all denen "Wirtschaftsflüchtlingen" wurde nirgends geholfen! Sie mussten sich vom ersten Tag an selber mit Arbeit oder eigenen Mitteln durchbeissen! Den heutigen "Asylbewerbern" stehen vom ersten Tag an sämtliche sozialen u. medizinischen Angebote gratis zur Verfügung!
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    3. Antwort von robert mathis (veritas)
      Frau Fiechter die Schweizer haben gekämpft und sind nicht weggelaufen wir sind für unsere Kinder verantwortlich und wollen Ihnen eine stabile Heimat hinterlassen .Jedem steht es persönlich frei sich freiwillig zu engagieren wenn er das Bedürfnis hat
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