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SNB belässt Leitzins unverändert
Aus Tagesschau vom 19.03.2020.
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Ausbruch der Corona-Krise Nationalbank wirkt – aber primär im Hintergrund

Auf den ersten Blick belässt die Schweizerische Nationalbank (SNB) vieles beim Alten: So wird beispielsweise der Negativzins nicht verschärft, Anleihenkäufe gibt es keine, milliardenschwere Liquiditätsspritzen ebenfalls nicht. Ganz im Gegensatz etwa zur europäischen oder amerikanischen Notenbank.

Und dennoch ist die SNB aktiv: Sie greift seit Ausbruch der Corona-Krise verstärkt im Devisenmarkt ein, um die Aufwertung des Frankens zu bremsen. Jüngst hat sie dafür mehrere Milliarden Franken pro Woche aufgeworfen: Das zeigen Indikatoren. Konkrete Zahlen legt die SNB nicht offen.

Die SNB setzt sich damit dem Risiko aus, als «Währungsmanipulatorin» gebrandmarkt zu werden, etwa von den USA. Doch SNB-Präsident Thomas Jordan betont, er wolle für die Schweiz keinen Vorteil erhaschen, sondern lediglich den Schaden begrenzen. Mögen das die USA auch so sehen.

SNB nimmt Banken in die Pflicht

Die SNB tut noch mehr: Sie unterstützt die hiesigen Geschäftsbanken. Sie entlastet diese bei den Negativzinsen. So werden rund 600 Millionen Franken pro Jahr freigesetzt. Geld, das die Banken nicht für Dividenden und Boni einsetzen sollen, sondern um Unternehmen in Existenznöten unter die Arme zu greifen.

Jordan betont: Die Banken hätten sehr wohl Spielraum. Sie hätten Reserven über die Mindestvorschriften hinaus. Die könnten sie jetzt einsetzen. Sie können Firmen mit Krediten und Liquidität versorgen, damit diese die Corona-Krise überbrücken können.

Das ist ein klarer Appell an die Banken: Helft der Wirtschaft! Allenfalls bräuchten die aber Rückendeckung vom Bund, in Form von Bürgschaften oder Kreditgarantien. So kann verhindert werden, dass bald Banken wanken.

Bund kann derzeit mehr bewirken als SNB

Das zeigt: Die SNB allein kann die Schweizer Wirtschaft nicht schützen. Eine Rezession ist unausweichlich. Bleibt die Frage, wie tief und wie lang diese dauern wird.

Ohnehin sind die Mittel der SNB begrenzt: Die besseren Instrumente, um in dieser ausserordentlichen Krise der Wirtschaft zu helfen, hat derzeit der Bund. Er finanziert Kurzarbeit. Und er kann mit Staatsgeldern Unternehmen und Selbständige unterstützen, indem er Bürgschaften leistet oder Sozialabgaben stundet. Die SNB hilft mit. Die Federführung indes soll beim Bund liegen.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

SRF 4 News, 19.03.2020, 14 Uhr

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Bert Kramer  (Bertkramer)
    Alles Blabla, mein Schwager hat ein Restaurant und muss nun wahrscheinlich Konkurs eingeben. Banken reagieren nicht auf Anfragen, das SECO ist für Infos nicht erreichbar, dauerbesetzt und auf eine Anfrage übers Kontaktformular wird nicht beantwortet. Leere Worte und nichts dahinter, so läuft es im Moment
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  • Kommentar von Helmut Meier  (Helmu)
    Weiter in Oel und Kriegstreiber investieren, das werden die Gewinner !
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  • Kommentar von Alois Krieger  (aloiskr)
    "Geld, das die Banken nicht für Dividenden und Boni einsetzen sollen, sondern um Unternehmen in Existenznöten unter die Arme zu greifen."

    Es ist schön, dass Herr Jordan so gutgläubig ist. Die Banken werden die geschenkten 600 Millionen bestimmt nicht als Boni auszahlen - das haben sie in der letzten Krise ja auch nicht getan...

    So viel blauäugigkeit lässt sich eigentlich nur damit erklären, dass die SNB durch und durch von den Banken korrumpiert ist.
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