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Legende: Audio Bankerin Antoinette Hunziker-Ebneter will Rendite und Moral abspielen. Laufzeit 30:14 Minuten.
Aus Samstagsrundschau vom 17.08.2019.
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Bankexpertin gibt Entwarnung Abkühlung in der Schweiz ja – Rezession Nein

Diese Woche ging es nervös zu und her an den Finanzmärkten: Die deutsche Wirtschaft ist geschrumpft, die chinesische Wirtschaft tut sich ebenfalls schwer, die Angst vor einer Rezession machte verschiedentlich die Runde. Und Mitten drin die Schweiz. Droht auch hier eine Krise?

Eine der bekanntesten und einflussreichsten Bankerinnen der Schweiz, Antoinette Hunziker-Ebneter, gibt teilweise Entwarnung: «Ich persönlich erwarte keine globale Rezession, sondern lediglich eine Abkühlung».

Hunziker-Ebneter: SNB ist gefordert

Dieser Abkühlung könne sich die Schweiz nicht entziehen, so die frühere Börsenschefin. Eine Krise bremse die Schweizer Exporte, und damit das Schweizer Wirtschaftswachstum. Gleichzeitig werde der Franken noch stärker. In einer solchen Krise gefordert wäre vor allem die Schweizerische Nationalbank (SNB).

Ich wünsche mir, dass die SNB sehr achtsam vorgeht, weil diese Negativzinsen eine verrückte Sache sind.
Autor: Antoinette Hunziker-EbneterPräsidentin BEKB

Die grosse Frage ist: Wird die SNB die Negativzinsen schon bald weiter verschärfen? Ein Szenario, das Hunziker-Ebneter ganz und gar nicht gefiele: Als Präsidentin der Berner Kantonalbank (BEKB) kämpft sie – wie die anderen Bankenchefs – schon jetzt mit den Negativzinsen. Entsprechend mahnt sie an die Adresse der Nationalbank: «Ich wünsche mir, dass die SNB sehr achtsam vorgeht, weil diese Negativzinsen eine verrückte Sache sind.»

Hunziker-Ebneter befürchtet, dass dann noch mehr Investoren mit ihrem Geld in Aktien und Immobilien drängen würden. Das könnte zu gefährlichen Preis-Blasen führen.

Antoinette Hunziker-Ebneter

Antoinette Hunziker-Ebneter

Präsidentin der Berner Kantonalbank (BEKB)

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Antoinette Hunziker-Ebneter war CEO der Schweizer Börse. Anschliessend wurde sie in die Konzernleitung der Bank Julius Bär & Co. berufen. Mit der Gründung der Forma Futura Invest AG folgte 2006 der Schritt in die Selbständigkeit. Seit 2015 ist sie Präsidentin des Verwaltungsrates der BEKB.

Schon jetzt fällt auf, dass die Banken die Kosten für Negativzinsen immer breiter auf ihre Kundschaft abwälzen. Taten sie das anfänglich fast nur bei Grossinvestoren und Super-Reichen, sinkt die Schwelle allmählich. Die Bündner Kantonalbank beispielsweise bittet die Kundschaft bereits ab 250'000 Franken Sparguthaben zur Kasse, Julius Bär prüft es ab 500'000 Franken, andere ab einer Million.

Kosten für Negativzinsen auch bei BEKB Thema

«Bei der BEKB liegt die Grenze bei einer Million Franken. Bis zu diesem Betrag muss man bei uns keine Negativzinsen zahlen», sagt Hunziker-Ebneter. Sollte die Nationalbank aber die Negativverzinsungs verschärfen, müsste auch die BEKB nochmals über die Bücher.

Ähnliche Überlegungen machen sich momentan alle Bankenchefs – bei kleinen Regionalbanken ebenso wie bei internationalen Grossbanken. Denn: Die Negativzinsen sind teuer, bleiben aber in Anbetracht der kriselnden Weltwirtschaft wohl noch länger bestehen.

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