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Chinas «Seidenstrasse»: Schwieriger Weg für Schweizer KMU
Aus Tagesschau vom 25.06.2019.
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Belt-and-Road-Initiative Schweizer Unternehmen schielen auf die neue Seidenstrasse

Im Ausland bauen chinesische Unternehmen teure Infrastruktur – bis jetzt ohne Beteiligung von Schweizer Firmen.

Seit 2016 verbindet eine moderne Bahnlinie Äthiopien mit Dschibuti am Golf von Aden. Für das Binnenland Äthiopien sind die gut 750 Kilometer Schienen eine wichtige Handelsader. Via den Hafen von Dschibuti wickelt Äthiopien einen Grossteil seines Aussenhandels ab. Und China ist Äthiopiens wichtigster Handelspartner.

Das Bahnprojekt wurde im Rahmen der chinesischen Belt-and-Road-Initiative (BRI) umgesetzt. Es geht um ein weltumspannendes Handelsnetz – eine «neue Seidenstrasse», in die China viel Geld steckt. Alleine für die Bahnstrecke hatte China Kredite von etwa drei Milliarden Dollar vergeben. Indirekt ist das Geld wieder nach China geflossen. Denn chinesische Unternehmen bauten die Strecke selbst und lieferten die passenden Züge gleich dazu.

Ausländische Firmen profitieren nicht

Bei solch gigantischen Infrastruktur-Projekte in Drittstaaten entlang den Handelsrouten von China nach Asien, Europa und Afrika wittern nicht-chinesische Unternehmen lukrative Beteiligungen. Doch bisher blieben ausländische Firmen oft aussen vor.

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Michele Molinari: «Chinesische Projekte werden in erster Linie für chinesische Firmen entwickelt»
Aus News-Clip vom 25.06.2019.
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Gerade in Drittstaaten wäre man bei solchen Seidenstrasse-Projekten gerne mit dabei, sagt Molinari-Rail in Winterthur. Die hoch-spezialisierten Ingenieure bringen Schweizer Eisenbahn-Know-how in die ganze Welt. So auch in ein kleineres Eisenbahn-Projekt in Äthiopien, das durch europäische Entwicklungsbanken finanziert ist. Das Problem mit den BRI-Projekten sei: «Chinesische Projekte werden in erster Linie für chinesische Firmen entwickelt.»

Gemeinsame Absichtserklärung soll helfen

Bundespräsident Ueli Maurer unterzeichnete Ende April ein Memorandum of Understanding mit China. Es soll «die Zusammenarbeit bei Handel, Investitionen und Projektfinanzierung» ausbauen. Die Hoffnung: Zugang für Schweizer Unternehmen zu solchen Projekten. Aber auch: China dazu zu bringen, internationale Standards bei Infrastruktur-Projekten zu verfolgen.

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Heinz Karrer: «Entscheidend ist, dass sie wissen, welche Vorhaben es gibt»
Aus News-Clip vom 25.06.2019.
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Diese Woche diskutierten Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft, wie sich der Zugang zur neuen Seidenstrasse finden lässt. Die im April unterzeichnete Absichtserklärung mit China sieht als wichtigstes Instrument sogenannte Austausch-Plattformen vor. Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse, glaubt an die Chance, dass Schweizer Unternehmen sich an BRI-Projekte beteiligen können. «Entscheidend ist, dass sie wissen, welche Vorhaben es gibt, wie die Ausschreibung dort funktionieren.»

Absichtserklärung mehr als Papiertiger?

In Winterthur freut man sich über die Absichtserklärung. Sie gäbe einen institutionellen Rahmen. Kurzfristig sei es zwar wohl weiterhin schwierig an Aufträge zu kommen, «aber wir können die Gespräche beginnen und mittelfristig hoffen wir, Abschlüsse zu erreichen», sagt Molinari.

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Michele Molinari: «Kurzfristig denke ich wird es nicht möglich sein, Aufträge zu gewinnen»
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Ob eine Plattform reichen wird, an den chinesischen Infrastrukturausgaben zu partizipieren, wird sich jedoch noch weisen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Moser  (AM)
    3 Milliarden für 750km Schienennetz, Infrastruktur und Züge? Die SBB schaffts gerade mal, damit ein par nicht funktionierende Bombardierzüge zu bestellen ;-)
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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Als "Nicht-Gschtudierter" macht mir die Gier vieler europäischen Gross-Industrie-Unternehmen, an diesen gigantischen Chinesischen Infrastruktur-Projekten ,mit Milliarden-Investitionen teilzunehmen, grosse Angst! China wir in einigen Jahren die Weltmacht Nr.: 1 sein! Dann wird der gigantisch grosse Staat in Asien allen klar zeigen, "wo der Bartli, ohne die einfachsten Menschenrechte zu beachten, den Moscht holt"! Ganz Europa wird von dieser künftigen Weltmacht völlig abhängig und diktiert!
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  • Kommentar von A. Keller  (eyko)
    Der rote Drache ist wie eine Krake, wird auch Europa einvernehmen, aber merkt es noch nicht ganz. Da werden die Reichtums- und Machtverhältnisse der Zukunft sortiert. Gigantische Infrastrukturprojekte bezahlt von China treiben verschuldete Länder in Abhängigkeiten, von Schuldenimperialismus und Vasallenstaaten ist die Rede. Autokraten und Diktatoren lieben die Chinesen. Diese stellen keine Fragen nach Menschenrechten und Demokratie.Beteiligung von CH-Firmen oder anderer Drittstaaten - ein Traum
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