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Analystinnen verschätzten sich: Die Börsenhalbjahreszahlen waren überraschend gut
Aus HeuteMorgen vom 20.08.2021.
abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
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Börsenerwartungen übertroffen Finanzanalysten verschätzten sich teils grob

«Mit Corona hatten Analystinnen eine völlig neue Situation und lagen deshalb weit daneben», sagt der ZKB-Chefstratege.

In den vergangenen Wochen haben diverse Firmen ihre Halbjahresabschlüsse präsentiert und die Erwartungen der Analystinnen übertroffen. Taugen die Prognosen nichts mehr, fragen sich nun viele. Grob verschätzt haben sich die Analysten beispielsweise bei Kühne und Nagel, Roche, Novartis, aber auch bei Richemont und einigen Industriefirmen wie ABB. Die Prognosen der Analystinnen und Analysten sind wichtig und viele Anleger und Anlegerinnen orientieren sich daran.

Das ist etwas, das in der Geschichte in der Form noch nicht vorgekommen ist – zumindest nicht in der Nachkriegszeit.
Autor: Manuel Ferreira ZKB-Chefstratege

Der Chefstratege der Zürcher Kantonalbank (ZKB), Manuel Ferreira, nimmt die Analystinnen und Analysten in Schutz. Die Unsicherheit rund um die Pandemie habe Prognosen erschwert: «Das ist etwas, das in der Geschichte in der Form noch nicht vorgekommen ist – zumindest nicht in der Nachkriegszeit. Insofern gab es da keine Erfahrungswerte und die Unsicherheit auch mit dem Impferfolg waren alles Faktoren, die dazu geführt haben, dass die Prognosesicherheit sehr reduziert war.»

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Aus dem Archiv: Roche mit Milliardenumsatz dank Coronatests
Aus Börse vom 22.07.2021.
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Zudem wurden die Firmenleistungen auf Basis des Covidjahres 2020 abgeschätzt. Das erste Halbjahr 2020 aber war von massiven Geschäftseinbrüchen verzerrt gewesen, weil ja fast alles stillstand. Laut der Agentur AWP haben vier von fünf Firmen im ersten Halbjahr deutlich mehr Umsatz gemacht als prophezeit.

Auch Gewinne falsch eingeschätzt

Die Analysten und Analystinnen haben sich auch beim Gewinn verhauen. Zwei von drei an der Schweizerbörse kotierten Unternehmen verdienten unter dem Strich viel mehr als vorausgesagt. Auch die Analysten der ZKB seien von den guten Ergebnissen überrascht worden, sagt Manuel Ferreira.

Uns hat weniger die Erholungsfähigkeit der Wirtschaft und der Unternehmen überrascht.
Autor: Manuel Ferreira ZKB-Chefstratege

Allerdings betont der ZKB-Chefstratege: «Uns hat weniger die Erholungsfähigkeit der Wirtschaft und der Unternehmen überrascht. Davon waren wir eigentlich überzeugt und zuversichtlich. Es war viel mehr die Geschwindigkeit, in der sich die Konjunktur und somit auch die Umsätze der Unternehmen erholt haben.»

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Aus dem Archiv: Ferreira zu den Fehleinschätzungen Ende 2018
Aus 10 vor 10 vom 27.12.2018.
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Der ZKB-Stratege glaubt, dass viele Firmen auch im zweiten Halbjahr überdurchschnittlich wachsen werden, wenn auch langsamer. Die Börse allerdings dürfte bis Ende Jahr nicht mehr gleich zulegen wie im ersten Halbjahr, weil sie seit anfangs Jahr schon kräftig zugelegt hat.

HeuteMorgen, 20.08.2021, 06:00 Uhr

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Buser  (AnMaBu)
    Ich fand diese "Analytiker" schon immer lächerlich, wenn sie mit wichtiger Miene und Nadelstreifenanzug im digitalen Kaffeesatz lesen.
  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    "Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat." (Winston Churchill)

    Ein Laie kann allerdings noch weniger.

    Das Dumme im Bereich Wirtschaft ist zudem: Man bräuchte massenhaft Insiderwissen, um exakte Prognosen zu erstellen. Und Insiderwissen bleibt - logisch - in der Regel "inside". Ausserdem sind wirtschaftliche Prozesse zum grossen Teil eher psychologisch als mathematisch zu erklären. Das macht es natürlich unglaublich schwierig.
  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Auch berufstätige Kartenleger/innen
    können nur raten und behaupten
    Die Saläre bezahlt immer jemand.
    1. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Kartenleger*innen lesen eigentlich die Person, die vor ihnen sitzt, nicht die Karten. Darin sind sie zum Teil wahre Meister*innen.