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Die Lage an den Börsen bleibt angespannt
Aus SRF 4 News aktuell vom 10.03.2020.
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Börsenkurse unter Druck «Die Anspannung bleibt gross»

Nach dem weltweiten Absturz der Börsenkurse am Montag bleiben die Märkte nervös, wie die Börsen in Asien erwarten lassen. Der Franken bleibe als sichere Währung in Krisenzeiten vorerst stark, sagt Wirtschaftsredaktorin Eveline Kobler.

Eveline Kobler

Eveline Kobler

Wirtschaftsredaktorin, SRF

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Eveline Kobler ist seit 2007 bei Radio SRF und leitet seit Dezember 2016 die Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

SRF News: Wie sind die Börsen in Asien heute Morgen in den Handel gestartet?

Eveline Kobler: Zunächst kam es zu kleineren Kursverlusten, inzwischen haben sich die Indizes etwa in Japan etwas stabilisiert. Der Handel gestaltet sich aber nach wie vor sehr nervös, die Anspannung ist gross. Grund dafür ist die weltweite Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus sowie die Schockwelle vom Montag wegen des Absackens des Erdölpreises um zeitweise bis zu 30 Prozent.

Ist zumindest beim Ölpreis eine Beruhigung feststellbar?

Einigermassen. Der Erdölpreis hat bislang um sieben Prozent auf rund 35 Dollar pro Fass zugelegt – an einem normalen Tag wäre dies ein sehr starker Anstieg, doch im aktuellen Umfeld befindet sich der Barrel-Preis noch immer auf sehr tiefem Niveau.

Die US-Schieferölproduzenten haben das Nachsehen.

Weiterhin liefern sich Saudi-Arabien und Russland öffentlich einen Machtkampf um Machtanteile und drehen den Erdölhahn auf, obschon die Nachfrage derzeit tief ist. Das Nachsehen haben die US-Schieferölproduzenten, die vergleichsweise hohe Kosten für die Produktion ihres Öls haben.

Was ist vor diesem Hintergrund heute von den europäischen Börsen zu erwarten?

Das ist völlig offen. In Europa und den USA macht das Wort «Rezession» die Runde, zugleich hofft man, dass die Regierungen und Notenbanken der Wirtschaft zu Hilfe eilen könnten. So will US-Präsident Donald Trump heute seine Vorstellungen präsentieren, wie er den Lohnempfängern helfen will, und am Donnerstag informiert die Europäische Zentralbank, ob sie Geld in den Markt pumpen will.

Der Franken bleibt sehr stark.

Welche Auswirkungen hat die aktuell angespannte Situation auf den Schweizer Franken?

Der Druck hat gegenüber Montag ganz leicht abgenommen. Derzeit kosten ein US-Dollar rund 93 Rappen, ein Euro knapp 1.06 Franken. Die Schweizer Währung bleibt also sehr stark, entsprechend ungemütlich ist derzeit die Lage für die Exportunternehmen.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

SRF 4 News aktuell, 06.10 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Kessler  (KLERUS)
    Der grösste Unsicherheitsfaktor ist nicht Covid-19, sondern der Mensch!
    Am besten schliesst man sämtliche Börsen, bis die Krise ausgestanden ist. Vielleicht hätte es auch etwas gutes, nämlich die Erkenntnis, das Banken, Börsen usw. nicht wirklich wichtige Bestanteile der globalen Wertschöpfungsketten sind! Mit freundlichen Grüßen
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    1. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      Finanzdienstleistungen sind zentral wichtig für die Gesamtwirtschaft. Wenn eine Grossbank pleite geht, wird ein ganzes Land in eine Krise gestürzt mit Massenarbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen.
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    2. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Kessler, ja, die Börsen schliessen, wie es auch Frédéric Lodron vorgeschlagen hat. Systemrelevante Banken müssen zwingend von den Staaten gezwungen werden, alles was der Realwirtschaft und und damit auch den Alltag, das Leben der BürgerInnen sichert und gewährleistet, wie Zahlungsverkehr, Kontenguthaben bis zu einer gewissen Summe, Kreditvergaben für KMU's zu gewährleisten. Der Banken Risikospielereien sind brauchen keinen Schutz und Rettung wie 2008/9.
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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Die Schieferoel Produzenten in Texas brauchen einen Preis von $40 um die Kosten zu decken. Viele sind schon Pleite und von den grossen Oelkonzernen übernommen. Bei $30 hoert die Herrlichkeit auf. Putin hat bestimmt ein Konzept für seine Fehde mit den Saudis. Im Hintergrund steht da auch die Anmassung der Amis die Baltik Pipeline zu sabotieren.
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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Solange die USA nicht angewiesen sind ihr Schieferöl zu verkaufen, können sie sich theoretisch einfach aus dem Machtkampf heraushalten. Die US Bevölkerung wird auch einen Preis vom 60$/Barrell bezahlen, ausser dass die Preise nicht sinken merken die nicht viel.
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    1. Antwort von René Balli  (René Balli)
      Da die meisten Schieferölproduzenten hoch verschuldet sind, sind sie sehr wohl auf den Verkauf angewiesen. Da D. Trump Lobbyist des Schieferöls ist, wird es auch für ihn ein Problem beim Wahlkampf werden. Auf der Kehrseite ist die Förderung von Schieferöl höchst problematisch und daher ist die Situation ökologisch sicherlich kein Nachteil.
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    2. Antwort von Lukas Gubser  (Mastplast)
      Sie können es ja verkaufen einfach nur an das Inland.
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    3. Antwort von Nicolas Dudle  (Nicolas Dudle)
      Die Subventionierung der Schieferölproduktion war nicht nur auf die Selbstversorgung, sondern auch auf den Export und als wirtschaftspolitisches Instrument ausgelegt. Ich schätze, dass die Produktion den Eigenbedarf bereits übersteigt; die Funktion als Exportgut und politisches Druckmittel verliert das Schieferöl unter diesen Umständen komplett.
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