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Strompreise im Keller
Aus HeuteMorgen vom 23.04.2020.
abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
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Corona drückt Energieverbrauch Tiefstand bei Strompreisen: Privathaushalte profitieren nicht

In der Corona-Krise wird auch weniger Strom verbraucht. Vom Überangebot profitiert der Verbraucher derzeit aber nicht.

Seit Ausbruch der Corona-Krise braucht die Schweiz weniger Strom. In den stark betroffenen Regionen wie dem Tessin und der Westschweiz beträgt der Rückgang bis zu 20 Prozent.

Etwas kleiner ist der Rückgang in der Deutschschweiz. Die BKW, die Teile des Kantons Bern und des Mittellandes abdeckt, registriert eine Reduktion von 9 bis 12 Prozent. Das unterscheide sich je nach Kundengruppe, also KMU, lokale Energieversorger, Grossverbraucher und Privathaushalte, wie Mediensprecherin Sabrina Schellenberg erklärt.

Homeoffice wirkt sich offenbar aus

Auffällig ist die Lage bei den Privathaushalten, denn diese haben jüngst gar etwas mehr Strom verbraucht als im Vergleich zu den Vorjahren. Das beobachten verschiedene Energieversorger.

Laut Axpo-Sprecher Tobias Kistner gab es in ländlichen Gebieten der Nordostschweiz eine leichte Zunahme des Stromverbrauchs, während es in städtischen Gebieten genau umgekehrt war.

«Das könnte darauf hinweisen, dass die vielen Leute im Homeoffice den Verbrauch angekurbelt haben, während er in den verwaisten Büros in den Städten zurückgegangen ist», schätzt Kistner. Die jüngsten Zahlen zum Stromverbrauch in den Städten Basel, Bern und Zürich stützen diesen Befund.

Das Homeoffice kurbelt den Verbrauch offenbar an, während er in den verwaisten Büros in den Städten zurückgegangen ist.
Autor: Tobias KistnerAxpo-Sprecher

Deutsches Überangebot drückt Preise zusätzlich

Während der Stromverbrauch zurückgegangen ist, ist der Strompreis regelrecht eingebrochen. Bruno Burger, Professor für Solare Energiesysteme am Fraunhofer-Institut im deutschen Freiburg zu den Gründen: «Zum einen gibt es eine grosse erneuerbare Stromerzeugung in Deutschland vor allem mit Fotovoltaik und Wind. Durch das Überangebot fallen die Preise in den Keller, wie das derzeit auch beim Öl der Fall ist.»

Vor allem die Schönwetterphase führt dazu, dass in Deutschland derzeit viel Solarstrom produziert wird. Und weil Strom über die Grenzen hinweg gehandelt und geliefert wird, drückt das auch auf die Strompreise in der Schweiz.

Billiger wird der Strom zurzeit nicht

Entsprechend setzt das die einheimischen Energieversorger unter Druck: Doch solange die Preise nur vorübergehend tief seien, hielten sich die Auswirkungen in Grenzen, beteuern Axpo und BKW. Die Privathaushalte wiederum profitieren nicht von den aktuell tiefen Strompreisen. Denn diese werden jeweils im Voraus festgelegt – einmal pro Jahr.

HeuteMorgen, 23.04.2020, 06:00 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Matthias Jundt  (M. Jundt)
    Es ist einfach nicht rechtens, wenn sich Profiteure des aktuell politisch erzwungenen Lockdowns auf Kosten von weniger Privilegierten bereichern, und das dieselben Behörden tolerieren, die den Lockdown mittels Notrecht beschlossen haben.

    Die "Not-Kredite" werden auf Kosten der Allgemeinheit verteilt und müssen langfristig vom Steuerzahler wieder abgetragen werden.
    Eine Umverteilung von "Unten nach Oben" ist nun auch per Notrecht zu unterbinden.
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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Jetzt sollte eben der Strom gespeichert werden können falls es vieleicht dan den ganzen Juni bewölkt und nass ist. Dies ist aber nicht möglich mit der jetzigen Infrastruktur also braucht es auch noch Kernenergie für den Grundbedarf und anderweitige allzeit verfügbare Stromerzeuger.
    Wenn wir nicht bald anfangen diese Speicherlösungen zu verwirklichen, ist die ES2050 total gescheitert. Und wir reden erst über die 20% elektrische Energie, thermische und mechanische Energie noch nicht einbezogen.
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    1. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Gubser, inwiefern verbessert Kernenergie diese Situation? Kernenergie ist Bandenergie, das heisst, sie kann sinnvoll nur minimal geregelt werden. Also hätten wir mit mehr Kernenergie jetzt noch viel mehr unnötige Energie, die wir nicht speichern könnten.
      Der Grundbedarf ist ja mehr als gedeckt.
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    2. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Herr Zingg, Kernkraftwerke können sehr gut geregelt werden. Das ist überhaupt kein Problem.
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  • Kommentar von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
    ...E-Fahrzeuge (inkl. Trottinettes) werden den Stromverbrauch weiter "fördern"!
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