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Coronakrise ändert Konsumverhalten
Aus HeuteMorgen vom 09.10.2020.
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Detailhandel in Corona-Zeiten Läden in Schweizer Zentren leiden besonders

  • Das Coronavirus verschiebt die Einkaufsgewohnheiten der Konsumentinnen und Konsumenten von den Innenstädten in die Aussenquartiere.
  • Das Nachsehen haben die Läden in den Zentren.
  • So schnell wird sich das nicht ändern.

Ein Brötchen kaufen auf dem Weg zur Arbeit, einen Kaffee zum Mitnehmen, etwas für den Mittag: Von solchen Kundinnen und Kunden leben Bäckereien in Innenstädten und Bahnhöfen.

Passanten als Kunden fehlen weiter

Zu diesen Läden gehört die Bäckerei Reinhard in Bern. Ihr fehlen die Passanten auch noch ein gutes halbes Jahr nach dem Lockdown. Für Inhaber Alexander Reinhard liegen die Gründe auf der Hand: «Viele Leute sind umgestiegen auf Homeoffice.» Universitäten waren geschlossen und auch die Touristen sowie Schweizer Reisende seien ausgewichen oder vermehrt mit dem Auto unterwegs.

Ganz anders entwickelt hätten sich die Umsätze ausserhalb vom Stadtzentrum, erklärt Reinhard weiter. So verzeichne er in seinen Läden in den Quartieren und an der Strasse bis zu 15 Prozent mehr Umsatz.

Coronakrise führt zu Stadt-Land-Graben

Die Bäckerei Reinhard ist kein Einzelfall. Viel mehr ist die Verschiebung typisch für den ganzen Detailhandel. Experten sprechen von einem Stadt-Land-Graben, der sich mit Corona aufgetan habe.

Eine einzelne Person auf einer Rolltreppe in einem Geschäft.
Legende: Viele Geschäfte in den Innenstädten verzeichnen wegen der Coronakrise weniger Umsatz. Keystone

Das hat auch Dagmar Jenni vom Verband der mittelständigen Detailhändler festgestellt. Die Leute seien nach wie vor verunsichert. «Man meidet Menschenaufläufe – und Innenstädte werden häufig damit verbunden. Das heisst, man ist etwas mit der Handbremse unterwegs.»

Die Konsumentinnen und Konsumenten würden in den Innenstädten bis zu 15 Prozent weniger Geld ausgeben. Dies zeigten die digitalen Zahlungen mit Debitkarten, die man ausgewertet habe. «Das Impulseinkaufen – das Einkaufserlebnis mit allen fünf Sinnen – leidet nach wie vor etwas.»

Kein gutes Omen fürs Weihnachtsgeschäft

Für das Weihnachtsgeschäft sei das kein gutes Omen, so Jenni. Der Verband der mittelständigen Detailhändler rechnet aufgrund von Konsumentenbefragungen mit deutlichen Einbrüchen. Mehr als die Hälfte der Befragten hätten angegeben, dass sie weniger in Kaufhäusern und Innenstädten einkaufen werden.

SRF 4 News, 06:00 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Die rechten, kapitalistischen und wirtschaftsliberalen Parteien und Verbände haben jahrelang alles daran hesetzt, Geschäfte im die Städte hinein zu zentralisieren und vergrössern, mit einem einzigen Zweck: Durch Abbau von Arbeitsplätzen die Gewinne für Aktionäre, CEOs, Teppichetagen, Verwaltungsräte etc zu maxmieren. Nun rächt sich dieses ausbeuterische Handeln der letzten 30 Jahre. Selber schuld.
  • Kommentar von Peter Hahnau  (Peter Hahnau)
    «Das Impulseinkaufen – das Einkaufserlebnis mit allen fünf Sinnen – leidet nach wie vor etwas.»
    Aufgrund der Maske fehlt der Geruchssinn, aufgrund der durch die Maske immer halb beschlagene Brille ist der Sehsinn beeinträchtigt. Unter der Maske schwitzt man mehr, was beim Bummeln einfach nicht schön ist. Ständig muss sich umblicken, dass beidseitig der Abstand eingehalten wird.

    Es sind halt die Massnahmen, die einen weniger Einkaufen und Bummeln lassen. Es ist nicht das Virus.
    1. Antwort von Margot Helmers  (Margot Helmers)
      Genau so empfinde ich den Alltag mit der Maske. So habe ich gar keine Lust in ein Geschäft zu gehen, ich besorge mir nur noch das nötigste.
    2. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Wunderbar, dass Frau Helmers und Herr Hahnau sich aktiv für den Klimaschutz einsetzen, denn weniger Konsum, weniger CO2, danke!
  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Die rot-grünen Stadtregierungen haben, gegen alle Proteste des Gewerbes und der Ladenbesitzer, jahrelang möglichst viele Parkplätze in der City aufgehoben. Gerade jetzt zu Corona-Zeiten möchten viele nicht mit dem ÖV in die Innenstädte und so bleiben Sie weg. Der zunehmende Online-Handel und die überteuerten Ladenmieten geben vielen Geschäften noch zusätzlich den Rest. So werden die vormals belebten Innenstädte nach und nach veröden. Daraus resultiert dann ein neuer Job für eine City-Managerin.
    1. Antwort von robert mathis  (veritas)
      Herr Koller so hat auch diese Anordnung von den Grünen inszeniert zwei Seiten die Städte sollen autofrei sein alte oder gebrechliche Menschen oder Familien sind aufs Auto angewiesen oder ÖV wird bewusst vermieden ( Corona) ergo bleiben sie weg und kaufen in Centren oder online ein und die Geschäfte in den Städten müssen schliessen oder Unterstützung vom Staat bekommen.Schnellschüsse vom Schreibtisch .......
    2. Antwort von Jörg Frey  (giogio)
      Herr Koller, es sind nicht alle Leute pensioniert! Hundertausende arbeiten in den Innenstädten und machen dort ihre Einkäufe. Schon lange vor Corona und Masken legten der Online-Handel zu und die Geschäfte hatten weniger Umsätze. Das hat viel mehr mit der globalisierten Wirtschaft und mit "Geiz ist geil" zu tun, als mit "rot-grünen" Stadtregierungen zu tun, oder nicht?
    3. Antwort von Mark R. Koller  (Mareko)
      An Jörg Frey: Glücklicherweise sind nicht alle pensioniert oder arbeitslos. Doch ein grosser Teil der Jobs in den Banken, Versicherungen, Behörden usw. machen vermehrt, wenn 's geht, "home office" und besuchen über Mittag oder nach Feierabend nicht die Geschäfte und Gastronomie in den Innenstädten.