- Die Migros hat 2025 dank dem Verkauf von Tochterfirmen einen Milliardengewinn erzielt.
- Der Reingewinn schnellte auf 1.1 Milliarden Franken hoch, von 419 Millionen im Vorjahr.
- Im Kerngeschäft verlor die Migros Marktanteile an die Konkurrenz.
Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte laut Angaben auf 1.2 Milliarden von 484 Millionen. Grund für den steilen Anstieg seien vor allem Sondereffekte aus Unternehmensverkäufen, teilt der Detailhandelsriese in einem Communiqué mit.
Ohne Einflüsse des Konzernumbaus ist die Profitabilität 2025 zurückgegangen. Der Betriebsgewinn ohne Sondereffekte fiel 2025 auf 812 Millionen Franken von 924 Millionen im Vorjahr.
Mehr Umsatz im fortgeführten Geschäft
Wie bereits im Januar bekannt gegeben, sank der Umsatz der Migros-Gruppe im Jahr 2025 um 1.9 Prozent auf 31.9 Milliarden Franken. In der Umsatzzahl seien noch Anteile verkaufter Unternehmen enthalten. «Ein direkter Vergleich mit dem Vorjahr ist deshalb nur eingeschränkt möglich», schreibt die Migros.
In den verbleibenden Geschäftsfeldern sei der Umsatz dagegen um 1.1 Prozent auf 29.4 Milliarden Franken gestiegen. Deutlich zugelegt hätten insbesondere der Onlinehändler Digitec Galaxus und die Gesundheitsdienstleistungen mit den Medbase-Praxen.
Migros und Denner verlieren Marktanteile – Galaxus boomt weiter
Allerdings verliert der Migros-Konzern in seinem Kerngeschäft Marktanteile an die Konkurrenz: Die Migros-Läden (+0.1 Prozent) und Denner (+0.9 Prozent) sind im vergangenen Jahr nur schwach gewachsen, während der Gesamtmarkt (+1.9 Prozent) deutlich zulegte. Anders sieht es beim Onlinehändler Galaxus und dem Gesundheitsanbieter Medbase aus.
Die Migros hatte im vergangenen Jahr die Preise in ihren Läden bei einer Reihe von Artikeln deutlich gesenkt, um wieder mit den Konkurrenten mithalten zu können. Dafür investiert der Detailhändler 500 Millionen Franken. Wegen der gestaffelten Einführung der Tiefpreise ist erst etwa die Hälfte dieses Effekts im Ergebnis 2025 enthalten, wie es weiter hiess. Die andere Hälfte fallen nochmals 250 Millionen an Investitionen an.
Denner schaffte nur ein mageres Wachstum von 0.9 Prozent ohne Raucherwaren. Damit blieb der Discounter ebenfalls klar hinter dem Gesamtmarkt (+1.9 Prozent) zurück. Die Schwäche bei den Migros-Läden und Denner seien auf die Preissenkungen und die Schliessungen von Läden für Renovationen zurückzuführen, sagte Finanzchefin Isabelle Zimmermann am Rande im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.
Dagegen blieb der Onlinehändler Digitec Galaxus die «Rakete» beim «orangen Riesen» mit einem Wachstum von 17 Prozent. Der gesamte Onlinemarkt wies nur ein hauchdünnes Plus von 0.4 Prozent aus. Beim Gesundheitsanbieter Medbase legte das Geschäft im vergangenen Jahr um 6 Prozent zu. Das war deutlich stärker als der Gesamtmarkt (+3.9 Prozent).