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Eigenkapitalvorschriften «Die UBS wird das ohne Weiteres wegstecken können»

Seit dem Zusammenbruch der Credit Suisse diskutiert die Politik, wie die UBS – die nun einzig verbliebene systemrelevante Bank der Schweiz – reguliert werden soll. Nun hat der Bundesrat seine Botschaft verabschiedet, inklusive des heiss diskutierten Punktes der Eigenkapitalvorschriften. Wirtschaftsprofessor Aymo Brunetti, der nach dem Beinahe-Kollaps der UBS 2009 an den Too-Big-To-Fail-Regeln für den Schweizer Bankenplatz mitgearbeitet hat, hält das bundesrätliche Massnahmenpaket für richtig.

Aymo Brunetti

Ökonom

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Aymo Brunetti ist Wirtschaftsprofessor an der Universität Bern. Er war früher Leiter Wirtschaftspolitik beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

SRF News: Wie beurteilen Sie die neue Bankenregulierung des Bundesrats?

Aymo Brunetti: Das Gesamtpaket beurteile ich positiv – wegen der wichtigsten Stossrichtung der Reform, nämlich der hundertprozentigen Unterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften mit Eigenkapital.

Gehen die Massnahmen zu weit, zu wenig weit, oder setzen sie genau richtig an?

Bei der Finanzstabilität könnte man natürlich mehr machen. Unmittelbar nach der Krise gab es Ideen, auf 15 oder 20 Prozent Eigenkapitalquote zu gehen. Der Reformvorschlag des Bundesrats mit 6.5 Prozent ist also im Vergleich moderat.

Mit der langen Übergangsfrist wird die UBS dies ohne Weiteres wegstecken können.

Aus der Finanzbranche war zu hören, dass die Schweizer Banken mit der Regulierung an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Wie sehen Sie das?

Es ist kein sehr weitreichendes Paket und es gibt eine relativ lange Übergangsphase. Darum gehe ich nicht davon aus, dass eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit entsteht.

Es wird sicher eine harte Debatte im Parlament werden.

Wie sieht es da speziell für die UBS aus, als letzte verbleibende Schweizer Grossbank?

Mit der langen Übergangsfrist wird die UBS dies ohne Weiteres wegstecken können.

Unschärfe von Person vor UBS-Logo auf Steinwand.
Legende: Die Vorschläge des Bundesrats sind Konsequenzen aus dem Zusammenbruch der Grossbank Credit Suisse (CS) und der erzwungenen Notfusion der CS mit der UBS im März 2023. Nun muss sich das Parlament damit beschäftigen. KEYSTONE/TIL BUERGY

Die Vorlage muss noch durchs Parlament. Was erwarten Sie da?

Es wird sicher eine harte Debatte werden, aber mir scheint es wichtig zu sein, dem Parlament klarzumachen, dass das wirklich eine integrale Massnahme ist, die man nicht verwässern sollte. Wenn man die Kapitalanforderungen reduziert, löst dies das Grundproblem nicht. Dann ist es in der nächsten Krise wieder so, dass in einer Stabilisierungsphase die Bank in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt ist, weil Verluste bei den ausländischen Tochtergesellschaften ihr Eigenkapital fressen.

Das Gespräch führte Matthias Pfander.

10 vor 10, 22.4.2026, 21:50 Uhr ; 

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