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Fehlende Ladestationen für Elektroautos
Aus 10 vor 10 vom 22.07.2021.
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Elektromobilität Fehlende Ladestationen bremsen Umstieg aufs E-Auto

In der Schweiz gibt es rund 5500 öffentliche Ladestationen. Aber sie stehen oft nicht dort, wo sie gebraucht werden.

Die Schweiz liegt bei der Elektromobilität lediglich im Mittelfeld: In Norwegen sind bereits 75 Prozent aller Neuwagen E-Mobile, in Island 45 Prozent, in der Schweiz nur 14 Prozent. Dies schreibt das Beratungsunternehmen EBP in seiner Studie «Szenarien zur Elektromobilität – Update 2021». Und EBP hat untersucht, wo die E-Autos geladen werden. Demnach finden 77 Prozent aller Ladevorgänge zuhause statt, 11 Prozent am Arbeitsplatz und 12 Prozent unterwegs.

Haupthindernis: Entscheidungsprozesse der Eigentümer

Doch in der Schweiz, einem Land der Mieterinnen und Stockwerkeigentümer, ist das Aufladen zuhause von den Immobilienbesitzenden abhängig. Denn diese entscheiden, ob eine Ladestation in die Tiefgarage eingebaut werden darf.

«Diese müssen auch ein gescheites Ladestellenkonzept erarbeiten, und das braucht ein bisschen Zeit», weiss Felix Ribi. Er ist bei EBP für die Energiewirtschaft zuständig. Diese Entscheidungsprozesse der Eigentümer seien das Haupthindernis beim Aufbau von Ladeinfrastrukturen in Einstellhallen.

Recht auf Laden

Das stört Jürg Grossen. Der Präsident der Grünliberalen und vom Verband Swiss E-Mobility will mehr Ladestationen für Mieterinnen und Mieter. Er fordert in einer Motion das Recht auf Laden, der Bundesrat ist dagegen.

«Ich möchte, dass man das Recht hat zum Laden, dort wo man wohnt» so Grossen. Die Ladeinfrastruktur soll aber von den Immobilienbesitzenden realisiert werden und intelligent sein, damit das Stromnetz geschont wird.

Planwirtschaftlicher Ansatz

Doch vom Recht auf Laden hält der Hauseigentümerverband nichts. «Ich finde alle Ideen grundsätzlich gut zur Förderung von der Elektromobilität, aber das ist jetzt der falsche planwirtschaftliche Ansatz», so Hans Egloff, Präsident vom Hauseigentümerverband. Man könne Anreize schaffen, aber gesetzliche Verpflichtungen und Vorgaben seien der falsche Weg.

«Viele Liegenschaftseigentümer haben es noch nicht begriffen, dass Gebäude auch Tankstellen der Zukunft sind», so Jürg Grossen. Die Mobilität werde elektrisch, darum sei es wichtig, dass die Eigentümer und Eigentümerinnen jetzt nachziehen und die Infrastruktur bei ihnen in den Liegenschaften ermöglichen.

10vor10, 22.07.2021, 21:50 Uhr

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53 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Schaffner  (Housi)
    Diese Aussage ist nur bedingt richtig. Viel wichtiger für den Umstieg auf ein E-Auto
    wäre:
    Ein preiswertes und praktisches E- Auto zu einem vernünftigen Preis, und nicht diese Protzkisten von Tesla, Audi, Mercedes und co. so zum Preis ab 60000 srf.
    Wer braucht den mehr als 100kw Motorleistung?
  • Kommentar von Thomas Hanhart  (Thomas63)
    Es geht bei der Diskussion gerne vergessen, dass über 80% der Leute im Schnitt nur um die 50km pro Tag fahren. Bei den heutigen Batteriegrössen bedeutet das alle vier bis sechs Tage 20-30 Min an der Schnellladesäule (z.B. beim Einkaufen oder Gassi gehen) nachladen oder täglich um die 2h an der heimischen Steckdose.
    Zudem läuft gerade der Wettbewerb um die Ausrüstung von Parkplätzen bei Shopping-Centern an, wo auch Deutsche Konzerne reindrücken. Das wird jetzt rascher anziehen als manche denken.
  • Kommentar von Jörg Kaufmann  (jka)
    In unserem MF-Haus hat es einen 10A Strang für 5 Garagen. Genug für Licht und Staubsauger. Ausbauen unrealistisch. Einige Eigentümer haben altershalber kein Auto, andere wohl ihr letztes. Genug Unterstützung für eine Investition ist Illusion. Auf diese Art geht es sicher nicht.
    Ein Eigentümer alleine kann die Kosten nicht tragen.
    Was ginge ist eine richtige Ladestation aussen für die Bewohner der Umgebung. Das müsste der Elektrizitätsversorger realisieren, vorfinanzieren. So könnte es gehen.
    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Jörg Kaufmann: Das wird wohl noch stressig werden bei Ihnen. Zudem ist die Mehrheit hier, gemäss Abstimmungstesultat vom 13. Juni, immer noch lieber für billiges Benzin, statt für die Förderung von E-Mobilität.