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Ende der Gespräche Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank ist abgeblasen

  • Aus einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wird nichts.
  • Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien ergebnislos beendet worden, teilten die Institute mit.
  • Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss «keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde», hiess es in getrennten Mitteilungen.
Legende: Video Aus dem Archiv: Umbau bei der Deutschen Bank abspielen. Laufzeit 01:36 Minuten.
Aus Tagesschau vom 29.10.2015.

Dies gelte «auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch grossen Integration einhergehen.»

Am 17. März hatten die beiden grössten Privatbanken Deutschlands öffentlich gemacht, dass sie miteinander die Möglichkeit eines Zusammenschlusses ausloten. Beide Seiten hatten jedoch betont, eine Fusion sei keineswegs ausgemachte Sache. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing schrieb seinerzeit an die gut 90'000 Mitarbeiter des beim Deutschen Aktienindex (DAX) kotierten Konzerns: «Die Erfahrungen zeigen, dass es viele wirtschaftliche und technische Gründe geben kann, die einem solchen Schritt entgegenstehen können.»

Vorab wurde Stellenabbau befürchtet

Kritiker einer Fusion hatten vor allem einen gewaltigen Stellenabbau und mögliche Filialschliessungen als Argumente gegen die Banken-Hochzeit ins Feld geführt. 30'000 Jobs würde ein solcher Zusammenschluss kosten – so die Befürchtung der Gewerkschaft Verdi. Zudem haben die Institute zehn Jahre nach der Finanzkrise noch grosse Baustellen, etwa in der IT oder bei juristischen Altlasten. Daher gab es erhebliche Zweifel, ob eine Fusion wirklich Sinn ergeben würde.

Die Deutsche Bank müht sich seit Jahren, an frühere Milliardengewinne anzuknüpfen und schaffte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge gerade so die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Skandale und Prozesse verschlangen über Jahre Milliarden, der Aktienkurs ist im Keller.

Commerzbank ist noch nicht am Ziel

Die Commerzbank stieg im vergangenen Herbst in die zweite Börsenliga ab und ist ebenfalls seit Jahren im Umbruch. Bei der jüngsten Bilanzvorlage musste der Vorstand einräumen, dass das zehn Jahre nach der Finanzkrise noch immer teilverstaatlichte Institut bei der Senkung seiner Kosten noch nicht am Ziel ist. Zudem zeichnet sich ab, dass die Commerzbank entgegen der Planung auch 2020 noch wesentlich mehr Geld für einen Euro Gewinn aufwenden muss als mancher Konkurrent – etwa die bei Privatkunden in Deutschland äusserst erfolgreiche Direktbank ING.

Führende Politiker allerdings wünschen sich schon lange einen «nationalen Champion» auf dem deutschen Bankenmarkt – ein international wettbewerbsfähiges Institut, das mit den grossen Banken aus den USA und China dauerhaft mithalten kann. Seit vergangenem Sommer betonen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, Deutschland brauche starke Banken.

Bei der Commerzbank hat der Bund Mitspracherecht: Nach einer Rettungsaktion mit Steuermilliarden in der Finanzkrise ist der Staat mit gut 15 Prozent grösster Anteilseigner des Instituts.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Aus zwei lahmen Enten wird halt auch kein stolzer Gockel.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Gut so! Eine sinnfreie Vereinigung, hätte nur viele Arbeitsplätze bei beiden Banken gekostet. Vielleicht mal anfangen, solide und nachhaltige Geschäfte mit "den Kleineren" zu machen, statt sich betrügerisch am globalen Casino zu verausgaben.;))
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Völlig unverständlich dass man das nicht zustande gebracht hat. Deutschland, unter den Top-Five der weltweiten Volkswirtschaften hat keine konkurrenzfähige Bank. Das killt in Deutschland ein Vielfaches an Arbeitsplätzen als die Fusion gekostet hätte. Man stelle sich mal Deutschlands Luftfahrt ohne Lufthansa vor sondern nur mit kleinen meist am Rande der Pleite operierenden Regionalfliegern vor. Da würde das grosse Interkontinentalgeschäft nur von ausländischen Gesellschaften abgewickelt...
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