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Mehr Solarstrom dank Ausschreibungen
Aus HeuteMorgen vom 12.11.2019.
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Erneuerbare Energie Ausschreibungen kommen wieder aufs Tapet

Bis 2050 braucht es zehnmal mehr erneuerbare Energie, um Atomstrom zu kompensieren. Ein Mittel: Stromversteigerungen.

Wind und Sonne – mit erneuerbarer Energie will die Schweiz ihre Klimaziele erreichen und gleichzeitig die alternden Atomkraftwerke ersetzen. Damit beides gelingt, muss laut einer neuen Studie der Schweizerischen Energiestiftung bis 2050 mindestens zehnmal mehr Strom aus Wind und vor allem aus Sonnenkraftwerken verfügbar sein. Dazu brauche die Schweiz ein neues Förderinstrument: Versteigerungen.

Schweizer investieren lieber im Ausland

Zurzeit will kaum jemand in der Schweiz in grosse Photovoltaikanlagen investieren. Zu ungewiss scheint es, wie viel Geld man für den produzierten Strom künftig erhält und wann und ob überhaupt sich die Anlage je amortisieren lässt. Schweizer Energiekonzerne investieren zwar Millionenbeträge in Solarpanels, aber eben im umliegenden Ausland, wo sie an Ausschreibungen teilnehmen.

Der Solarpark La Boverie in Payerne.
Legende: Der Solarpark La Boverie in Payerne. Keystone

«In allen europäischen Ländern gibt es diese Ausschreibungen, die sehr gut funktionieren», betont Rudolf Rechsteiner, ehemaliger SP-Nationalrat, Ökonom und Autor der Studie. Er ist überzeugt: «Das Ganze wird nicht teurer als bisher.»

Ausgeschrieben wird der Bau einer Photovoltaikanlage zum Beispiel auf einer Lärmschutzwand oder an der Fassade eines öffentlichen Gebäudes. Wer den tiefsten Preis pro Kilowattstunde produzierten Strom bietet, erhält den Zuschlag. Über eine sogenannte Marktprämie garantiert der Staat den Produzenten, dass sich die Anlage amortisieren lässt.

Massnahmen vom Parlament gestrichen

Das Bundesamt für Energie betont auf Anfrage, solche Versteigerungen seien im ersten Massnahmenpaket zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 ursprünglich vorgesehen gewesen, dann aber vom Parlament gestrichen worden. Sie kämen aber in der anstehenden Diskussion um die vollständige Liberalisierung des Strommarktes wieder aufs Tapet.

Der Schweizerischen Energiestiftung geht das zu langsam. Bis ins Jahr 2050 müsse schliesslich zehnmal mehr erneuerbarer Strom verfügbar sein als heute. 45 Terawattstunden sollten es nach Berechnung der Energiestiftung sein. Das Bundesamt für Energie will diese Zahlen noch nicht kommentieren.
Man sei selbst daran, Szenarien zu entwickeln.

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96 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Vielleicht muss das gemacht werden mit diesen Ausschreibungen, aber mir ist es suspekt. Es wäre besser und fairer, wenn die minimale Einspeisevergütung für alle gültig, also ch-weit eingeführt würde. Hier ist sonst viel Gefahr das einzelne absahnen und fürs Ganze zu wenig gemacht wird.
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  • Kommentar von N. Schmid  (Schmid)
    @Rechi. Gemäss BFE kann mit der Schweizer Gebäudeoberfläche 3 mal so viel Strom produziert werden, wie mit den 5 Schweizer AKW. Windkraft aus dem Alpenland Österreich liefert mehr als doppelt soviel Strom wie das AKW Mühleberg. In China hat es eine 2200 km lange HGÜ-Leitung, welche mehr Leistung (10 GW) überträgt als die CH benötigt. Die Nordsee ist nur 800 km entfernt und die Chinesen sind nicht reicher oder gescheiter als die Europäer. So stehen nun mal die Fakten.
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    1. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      In der Theorie ist noch vieles möglich. Wenn doch das alles so einfach und problemlos ist, warum wurde es dann nicht schon lange gemacht? Klar die Chinesen sind nicht reicher aber mindestens 10x billiger.
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    2. Antwort von N. Schmid  (Schmid)
      Bei einer Stromleitung in dieser Grösse spielen insbesondere die Rohstoffe eine Rolle und die kosten gleich viel in Europa. Der Bremsklotz beim Netzausbau sind nicht die Kosten, sondern sind z.B. Kraftwerksbetreiber in Süddeutschland, welche nicht gegen günstigeren Windstrom aus der Nordsee oder Wasserstrom aus Norwegen konkurrieren möchten. Und dezentrale erneuerbare Energien werden nicht ausgebaut, weil Stromkonzerne und EW grundsätzlich keine Konkurrenz wünschen.
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    3. Antwort von Arno Zingg  (Arno Zingg)
      Lieber Herr Rechsteiner, warum in der Theorie? Herr Schmid hat Ihnen doch mehrere existierende Fakten aus der Praxis aufgezählt. All diese Sachen werden jetzt und heute schon gemacht und funktionieren.
      Ich wundere mich immer wieder, wie sowas einfach ignoriert werden kann und behauptet wird, dass das alles gar nicht funktionieren kann ...
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    4. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Lieber Herr Zingg, was Herr Schmid sagt ist nicht alles falsch nur masslos übertrieben. Ich bin Kraftwerksingenieur und habe weltweit mehr als 3000 MW in Betrieb gesetzt, zudem war ich bei 12 Projekten als Chefingenieur der Berater der Regierung in einem südostasiatischen Land. Ich kenne mich sehr gut aus in el. Energieerzeugung und Verteilung.
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    5. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Hr. Rechsteiner: Ich vermute dass Sie eine gewisse Betriebsblindheit befallen hat. Da nützt Ihnen die Erfahrung als Kraftwerks-Spezialist wohl wenig, weil sich Ihr Innerstes dagegen wehrt, dass es jetzt plötzlich anders gehen soll. Ich habe erst vor 1 Jahr angefangen Interessierte im Aufbau von PV Anlagen und der Dekarbonisierung von Gebäuden (kostenlos) zu beraten, habe also sehr wenig Erfahrung. Aber bis jetzt hat alles perfekt funktioniert und die "Kunden" sind glücklich!
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    6. Antwort von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
      Herr Reuteler, das ist gut was Sie machen, dagegen ist nichts einzuwenden. Ich bin überhaupt nicht gegen PV Anlagen und dass das auf einzelnen oder auch vielen Häusern funktioniert ist auch mir klar. Aber das sichert die zuverlässige Stromversorgung in keiner Weise.
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  • Kommentar von Hans-Ulrich Rechsteiner  (Rechi)
    Besserwisser Schmid ist wieder einmal voll im Element. Sonne in der Schweiz kann vielleicht einmal 10-15% zur Energieversorgung beitragen, Wind ist keine Option sondern eine Spielerei, Wind von der Nordsee ist gut für Dänemark, Norwegen und Norddeutschland, die Distanz zu Übertragung in die CH ist bei AC viel zu lang und DC viel zu teuer. Ich bin sehr dafür beim Energiesparen aber utopische Lösungen nützen niemandem.
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