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Erneuter Meinungsumschwung Raiffeisen-Präsidium: Gantenbein nimmt sich aus dem Rennen

Interims-Präsident Pascal Gantenbein kandidiert nicht länger fürs Präsidium. Im Verwaltungsrat will er aber bleiben.

Legende: Audio Raiffeisen kommt nicht zur Ruhe abspielen. Laufzeit 04:54 Minuten.
04:54 min, aus Echo der Zeit vom 26.07.2018.

Die Raiffeisen-Gruppe kommt nicht zur Ruhe: Letzte Woche verkündete Bank-Chef Patrik Gisel seinen Rücktritt auf Ende Jahr. Und nun sagt Interims-Verwaltungsratspräsident Pascal Gantenbein, dass er doch nicht fürs Präsidium kandidiert.

Er will vielleicht, er will sicher, er will doch nicht – so die Kurzzusammenfassung des Meinungsumschwungs von Pascal Gantenbein. Im März übernahm Gantenbein interimistisch das Präsidium der Raiffeisen-Gruppe. Dies, nachdem sein Vorgänger Johannes Rüegg-Stürm überraschend zurückgetreten war. Damals liess er noch offen, ob er das Präsidium fix übernehmen wollen würde.

Kehrtwende im Dienste der Erneuerung

Im Juni dann sagte er, er wolle definitiv für die Wahl zum Präsidenten im November kandidieren. Jetzt will er zwar Verwaltungsrat bleiben, aber doch nicht Präsident der Genossenschaftsbank werden.

Im Interview mit SRF News begründet er diesen überraschenden Rückzug wie folgt: «Es ist wichtig, dass wir den Erneuerungsprozess jetzt weiterführen können, unbelastet von Interessenskonflikten und der Diskussion um einen Wahlkampf.»

Pascal Gantenbein in Grossaufnahmen
Legende: Änderte seine Meinung erneut: Pascal Gantenbein Keystone

Denn jede seiner Handlungen werde sofort im Lichte eines Wahlkampfs gesehen, das sei nicht zweckmässig: «Es ist eine Debatte entstanden in den letzten Monaten, insbesondere seit meiner Ankündigung, dass ich mich für dieses Amt zur Verfügung stelle. Und diese Debatte hat schon zu einer Reduktion meiner Handlungsfreiheit geführt.»

Rückhalt in den Regionen

Den Verdacht, er habe einen internen Machtkampf verloren, verneint Gantenbein. Er sei nicht von neuen Verwaltungsratsmitglieder auf die Seite gedrängt worden: «Überhaupt nicht. Wir haben eine hervorragende Zusammenarbeit im Verwaltungsrat.»

Er habe einen intensiven Dialog geführt im Verwaltungsrat und mit den regionalen Raiffeisen-Banken, und er habe auch von den Regionalverbänden grosse Unterstützung erhalten.

«Diskussion entkrampfen»

Pascal Gantenbein betont, dass es ihm um die Sache gehe, sprich darum, den besten Präsidenten oder die beste Präsidentin zu finden. Auf die Frage, warum er selber jetzt plötzlich nicht mehr die bestmögliche Person sein soll, erwidert Gantenbein: «Das habe ich nicht gesagt, dass ich das nicht bin. Es geht jetzt an der Stelle darum, diese Diskussion um die Präsidentschaft zu entkrampfen.»

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Lukas Steiger (zir)
    Schlipsträger-Rochaden werden durchschaut und sind damit weitgehend sinnlos geworden. Raiffeisen braucht jetzt eine Präsidentin oder einen unverstrickten Präsidenten mit wirklich freiem Hals. Regionalverbände wären zudem gut beraten auf einen möglichst baldigen Logowechsel zu drängen. Am besten in neuer Form zurück zum alten Weizen-Schlüssel.
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    1. Antwort von Ivo Muri (Ivo Muri)
      Das mit Bienenwabe und Getreidespeicher mit Schlüssel ist tatsächlich eine gute Idee. Der neue Verwaltungsrat könnte den Mitgliedern nochmals erklären, woher die Idee der Bienenwaben kam und was sie mit Schweizer Demokratie und der französischen Revolution zu tun hat. Mit Sicherheit würden die Genossenschafter im Wissen um die historischen Zusammenhänge der FINMA deutlich sagen: „Nein Danke - sollen die anderen Banken Aktiengesellschaften bleiben - wir bleiben Genossenschafter.“
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  • Kommentar von Werner Blatter (blatti)
    Machen jetzt alle einen auf Trump? Gross herumposaunen um danach wie geschlagener Hund einen auf guten Freund machen.... Ihr seid einfach unglaubwürdig und ich habe ein Konto bei Euch, langsam find ich's zum Kotzen!
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Frage braucht es eine Bank wie "Raiffeisen" überhaupt?
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    1. Antwort von A. Moser (AM)
      Ja, unbedingt! Auch wenn in legzter Zeit einiges schief gelaufen ist (bzw. die FINMA genauer hinschaut als bei anderen Banken) - die Raiffeisen ist m.W. die letzte nationale Genossenschaftsbank, die nicht irgendwelchen saudischen oder chinesischen Grossinvestoren verpflichtet ist, sondern den Kontoinhabern (Genossenschafter)
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    2. Antwort von Ivo Muri (Ivo Muri)
      Ihre Frage kann man je nach Interessenlage unterschiedlich beantworten. Wer daran glaubt, dass es in einer Demokratie wichtig ist, dass Banken im Besitz vieler Bürger sind, der wird sagen, dass es gut sei, diese Genossenschaftsbank zu haben. Wer wie die FINMA und die Bankierkommission der Ansicht ist, es gebe immer noch zu viele Banken in der Schweiz und in Europa, der wird diese Bank in eine Aktiengesellschaft umwandeln wollen - so ist sie einfacher zu kaufen.
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