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EU führt neue Regeln ein Schweizer Medtech-Firmen bangen um Marktzugang

Legende: Audio Neue Herausforderungen für Schweizer Medtech-Branche abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
01:47 min, aus HeuteMorgen vom 05.09.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Europäische Union führt für Medizintechnik-Produkte strengere Regeln ein. Auch die Schweiz will das Regelwerk anpassen.
  • Die Schweizer Medtech-Firmen, hauptsächlich KMU, fürchten, dass die EU die Schweizer Regeln nicht anerkennt.
  • Deshalb will die Branche bei der EU-Kommission vorstellig werden, damit der wichtige europäische Markt für Schweizer Medtech-Firmen offen bleibt.

Nach Skandalen um undichte Brustimplantate und fehlerhafte Hüftprothesen wird die EU, der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für Schweizer Medizintechnikfirmen, neue, strengere Regeln in Kraft setzen. Produkte mit hohem Risiko werden genauer kontrolliert. Die Hersteller müssen detailliertere Angaben zu ihren Produkten machen.

Für kleinere Unternehmen ist es bestimmt anspruchsvoller, all diese Neuerungen einzuführen.
Autor: Peter BiedermannSwiss Medtech

Davor fürchten sich manche, wie eine neue Studie des Branchenverbands Swiss Medtech zeigt. «Für kleinere Unternehmen ist es bestimmt anspruchsvoller, all diese Neuerungen einzuführen», sagt Peter Biedermann, der Geschäftsleiter von Swiss Medtech. Neun von zehn Schweizer Medizintechnikfirmen sind KMU.

Wichtiger Marktzugang zur EU

Noch aufwändiger würde es für sie sowie für die Grossen der Branche, wenn die EU die Schweizer Regeln, die ebenfalls angepasst werden, nicht anerkennt. Peter Biedermann warnt. Es sei enorm wichtig, «dass die EU für uns noch offen bleibt und die bilateralen Verhandlungen positiv abgeschlossen werden können.»

Schliesslich stehe einiges auf dem Spiel: 58'000 Männer und Frauen arbeiten in fast 1500 Medizintechnikfirmen in der Schweiz. Das gute Angebot an Fachkräften und stabile Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass auch ausländische Unternehmen ihre Präsenz in der Schweiz ausgebaut haben. So ist der US-Konzern Johnson & Johnson mit fast 4000 Mitarbeitern in der Schweiz der grösste.

Eine Medizinaltechnikerin bei der Arbeit
Legende: In der Schweiz sind 58'000 Menschen in der Medtech-Branche tätig. Keystone

Den starken Franken fürchtet die Branche kaum. Gegenüber Einschränkungen beim Marktzugang ist aber sehr skeptisch, wie die Studie des Branchenverbands deutlich macht.

Der Verband biete den Unternehmen Unterstützung und werde auch bei der EU-Kommission vorstellig, betont Biedermann. Er ist überzeugt, dass Hörgeräte und künstliche Gelenke aus der Schweiz auf jeden Fall auch künftig ins Ausland verkauft werden. Falls es zu keiner Einigung mit der EU kommt, vermutlich weniger oft als bis jetzt.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    NIcht die Einigung ist wichtig, sondern die Verbesserung. Es müssen die Risiken reduziert werden. Das ist der Schlüssel. Dann ist auch das Vertrauen da.
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  • Kommentar von Franz NANNI (igwena ndlovu)
    Die Forerung der EU ist fuer einmal absolut richtig sofern sie ueber unseren Standarts steht! Es geht hier um Menschen und deren Leben,,,
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  • Kommentar von Edwin Schaltegger (Edwin Schaltegger)
    Ich vermute schwer, dass einige EU-Staaten und ihr Lobbying mit solchen neuen Regelwerken und Börsenbeschränkungen bewusst Handelshemminisse gegen die Schweiz aufbauen um ihre Industrien zu schützen. Es ist deshalb für die CH äusserst wichtig mit Freihandelsabkommen neue Märkte zu forcieren und zu erschliessen. Ich hoffe schwer, dass unserer Verhinderer, die zu starke Bauernlobby, sich auch endlich einsichtig zeigt und zurückgebunden werden kann. Damit wird die Abhängikeit zur EU vermindert.
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