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Der Preis pro Tonne CO2-Ausstoss erreicht Rekordhöhen
Aus HeuteMorgen vom 15.07.2020.
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Europäischer Emissionshandel Eine Tonne CO2 ist so teuer wie nie

Obschon der CO2-Ausstoss wegen Corona gesunken ist, kostete die Emission einer Tonne CO2 in den letzten Tagen über 30 Franken.

Das Europäische Emissionshandelssystem, zu dem seit diesem Jahr auch die Schweiz gehört, funktioniert nach dem Verursacherprinzip. Sprich: Wer CO2 ausstösst, bezahlt.

Rund 11'000 Unternehmen mit hohem Treibhausgasausstoss – darunter Kohle- und Gaskraftwerke und neu auch Fluggesellschaften – erhalten eine bestimmte Menge von Emissionsrechten. Stösst ein Unternehmen mehr aus, als ihm zusteht, muss es zusätzliche Rechte kaufen, sogenannte CO2-Zertifikate. Unternehmen, die weniger ausstossen, können nicht genutzte Zertifikate verkaufen.

Lahmt die Wirtschaft, sinkt der CO2-Ausstoss und mit ihm die Preise auf diesem Markt. Bei Ausbruch der Coronakrise ist der Preis für eine Tonne CO2 regelrecht eingebrochen – von rund 24 Euro auf gut 15 Euro.

Anzahl Zertifikate soll verknappt werden

Dass nun plötzlich Rekordhöhen erreicht werden, überrascht. Analysten glauben, dass die Marktteilnehmer überzeugt sind, dass die EU in der Klimapolitik aufs Tempo drücken wird. So soll die Anzahl Zertifikate im Emissionshandel bis 2030 deutlich schneller verknappt werden als bisher vorgesehen.

Weniger Zertifikate also – das wiederum heisst, dass der CO2-Preis in den nächsten Jahren wohl steigt, wenn auch mit Rückschlägen. Das wiederum freut Klimaschützer. Denn aus ihrer Sicht müsste der Preis pro ausgestossenen Tonne CO2 ohnehin viel höher liegen. Verschiedene Studien gehen davon aus, dass eine Tonne CO2 nicht 30 Euro, sondern mindestens 100 Euro kosten müsste, damit die Pariser Klimaziele bis 2050 erreicht werden können.

Heute Morgen, 15.7.2020, 6:00 Uhr

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46 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Stösst ein Unternehmen mehr aus, als ihm zusteht, muss es zusätzliche Rechte kaufen, sogenannte CO2-Zertifikate. Unternehmen, die weniger ausstossen, können nicht genutzte Zertifikate verkaufen. Das ganze ist eine Farce. Wir alle, auf der ganzen Welt sollten mehr gegendie CO2 Emmissionen etwas tun. Wir schaden unserem Ökosystem jeden Tag ein bisschen mehr - bis zum Kollaps. Wann endlich begreifen wir Bürger und Politiker den Ernst dieser Lage. Fossilen Energieträgern abschaffen.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Alois Keller: Die EU reduziert die Anzahl Zertifikate bis 2030 jedes Jahr um 2.2%. Das heisst: Wenn 2020 1'000'0000 Zertifikate à 1 Tonne CO2 in Umlauf sind, dann sind es 2021 noch 978’000 Zertifikate à 1 Tonne CO2. Also werden 22'000 Tonnen weniger CO2 ausgestossen. Und so geht das jedes Jahr weiter. Das bringt jedes Jahr eine reale Reduktion um 22'000 Tonnen. Nur darüber reden, wir sollten weniger CO2-Emissionen rauslassen bringt noch gar nichts. Dank Emissionshandel werden aus Worten Taten.
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    2. Antwort von Martin Egger  (Martin Egger)
      "Das ganze ist eine Farce" - Alois, Sie haben Ihre Behauptung nicht begründet.
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    3. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      @Leu: Die Fehlüberlegung startet dort, wo man annimmt, dass die Menge der Zertifikate die realen Emissionen widerspiegelt. Die Unternehmen haben ja noch einen grossen Freibetrag. Das mit den Zertifikaten spielt nur oberhalb der willkürlichen Freigrenze. Ausserdem ist das Ganze ja erst eine fiskalische und motivierende Massnahme. Wichtiger wäre zu definieren was mit dem gesammelten Geld geschehen soll. Welche konkreten Massnahmen führt man durch um die Emissionen echt zu drücken?
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    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Beat Reuteler: Es gibt kein gesammeltes Geld, sondern normale Transaktionen zwischen Käufer und Verkäufer. Einzig die Erlöse aus den Auktionen der Zertifikate gehen an die Staaten.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Schweden hat bereits 1991 eine CO2-Steuer eingeführt, damals umgerechnet 24€. Das hat in der Gesellschaft zu radikalem Umdenken geführt. Heute liegt die Steuer bei 115 Euro, und die Schweden leben gut damit.
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  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Die CH hat es in der Hand wie man sich von den fossilen Energieträgern entwöhnen will/kann. Desto früher und konsequenter man mit der Energiewende und Strategie 2050 definitiv beginnt, desto günstiger wird es für den Bund und den Steuerzahler. Die wichtigsten Maßnahmen: alle Ölheizungen bis 2025 ausser Betrieb, Einbau von Heizungen mit fossilen Energieträgern Schritt für Schritt einschränken/verbieten. Neue Pkws nur noch Kategorie A, Einschränkung Einspracherecht bei Standorten Windkraft, etc.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Habe soeben eine Gasheizung einbauen lassen, obwohl ich lieber ein anderes Heizsystem gehabt hätte. Der Denkmalschutz verbietet den Einbau von Solarzellen, eine Erdsonde lässt sich auf Stadtboden technisch nicht realisieren. Brennstoffzellen sind in der Schweiz noch nicht erlaubt. Was also bleibt? Ersatz der Gasheizug, diese wird 25 Jahre oder länger halten. Das wird nicht nur in meinem Fall so sein.
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Andreas Müller: Gründsätzlich hat eine Gasheizung tiefere Treibhausgasemissionen als eine Ölheizung. Insofern ist Ihr ökologischer Fussabdruck kleiner geworden. Die Frage ist jetzt, inwiefern Ihr Einzelfall repräsentativ ist. Es gibt sicher knifflige Fälle wie den Ihren, wo man halt wohl oder übel die zweitbeste Lösung wählen muss, wie Sie das ja gemacht haben. In vielen Städten gibt es ja auch noch die Variante eines Anschlusses an ein Fernwärmenetz. Haben Sie denn das auch geprüft?
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    3. Antwort von Sebastian Köhler  (Tekk)
      "alle Ölheizungen bis 2025 ausser Betrieb"
      Und wer bezahlt eine neue Heizung? Habe mich vor 7 jahren für eine neue Ölheizung entschieden, da man mir bei einer LWP die Einhaltung der Lärmvorschriften nicht garantieren konnte, zudem war sie mit 9000 zu 32000Chf um einiges günstiger. Verdichtetes Bauen ohne eine Anpassung der zulässigen Lärmemissionen wird in meinen Augen nichts werden.
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    4. Antwort von Noah Schmid  (Schmid)
      Heimatschutz sollte nicht absolute Priorität geniessen, zumal es auch dachintegrierte Solaranlagen gibt und die Hausstruktur durch eine Solaranlage unverändert bleibt. Man kann die Schallemissionen einer LWP durch eine Einhausung wesentlich reduzieren. Weshalb eine Kirche die ganze Nacht mit voller Lautstärke alle 15 Minuten bimmeln darf (obwohl es keinen Menschen mehr ohne Uhr gibt), aber das Surren einer LWP demgegenüber überhaupt nicht toleriert wird, ist ein grosses Rätsel.
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    5. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      @Müller: Das glaube ich Ihnen nicht, dass der Denkmalschutz den Einbau von Solarzellen verbietet. Es kommt drauf an, welche. Ausserdem hat die Wahl der Heizung (LWP oder ESWP vs. Gasheizung) nichts mit dem Fakt zu tun, ob man PV hat oder nicht. Die Nutzung von Erdsonden hat kein technisches Hemmnis im Stadtgebiet, sondern allenfalls ein ordnungspolitisches im Sinne der "Erdsondenkarte". Es kann also sein, dass sie nicht dürfen. Können täten Sie schon.
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    6. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Bei unserer Wohnung (gemietete Einheit) wurde vor knapp einem Jahr die Oelheizung mit einer LWP ersetzt. Fazit: Bezogen auf den Geräuschpegel im Innern des Gebäudes ist die LWP auf jeden Fall leiser als es die Oelheizung vorher war. Einzig der Fakt, dass die neue Umwälzpumpe einen höheren Ton abgibt, könnte trotz leiserem Lauf tendenziell mehr störend wirken. Diese hat jedoch nichts mit der gewählten Heiztechnologie zu tun.
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