Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video EZB erhöht den Negativzins abspielen. Laufzeit 01:51 Minuten.
Aus Tagesschau vom 12.09.2019.
Inhalt

EZB erhöht Negativzinsen Mit allen Mitteln gegen die Konjunkturschwäche

  • Die europäische Zentralbank wird die Negativzinsen nochmals erhöhen, statt 0.4 Prozent müssen Banken künftig 0.5 Prozent Zinsen bezahlen.
  • Mit dem Strafzins wollen die Währungshüter die Institute dazu bringen, mehr Gelder in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher auszureichen, um die Wirtschaft anzukurbeln.
  • Um der Konjunkturschwäche entgegenzutreten, werden sogar die umstrittenen Anleihen wieder aufgenommen.

Dass die Notenbank zum Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi ihre ultralockere Geldpolitik nochmals verschärfen würde, war erwartet worden. Angesichts der weltweiten Konjunkturabkühlung und der Schwäche des Welthandels seien «signifikante geldpolitische Impulse» notwendig, hatte Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates vor sieben Wochen gesagt.

Teuerungsrate nicht erreicht

Mittelfristig strebt die EZB für den Euroraum eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an. Das ist weit genug entfernt von der Nullmarke. Denn dauerhaft niedrige Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten dann Investitionen aufschieben – in der Hoffnung, dass es bald noch billiger wird.

Das Zwei-Prozent-Ziel der EZB ist jedoch in weite Ferne gerückt: Im August verharrte die Inflation in den 19 Ländern mit der Gemeinschaftswährung bei einem Prozent und damit auf dem tiefsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren.

Wieder umstrittene Anleihenkäufe

Mit einer Neuauflage von Wertpapierkäufen will die EZB Konjunktur und Inflation zusätzlich auf die Sprünge helfen. Ab 1. November sollen monatlich 20 Milliarden Euro in den Erwerb von Anleihen gesteckt werden. Ein genaues Ende der Käufe legte der EZB-Rat zunächst nicht fest.

Ende Dezember hatte die EZB ihr gewaltiges Kaufprogramm von Staats- und Unternehmensanleihen vorerst beendet. Seit Januar fliesst kein frisches EZB-Geld mehr in diesem Rahmen, Gelder aus auslaufenden Wertpapieren werden jedoch reinvestiert. Von März 2015 bis Ende 2018 steckte die EZB rund 2.6 Billionen Euro in Anleihen.

Mann in Anzug.
Legende: Draghi und die EZB versuchen alles, um die Konjunktur zu stärken. Keystone

Der Kauf von Staatsanleihen hilft den Eurostaaten, sich günstiger frisches Geld zu besorgen. Denn wenn die EZB grosse Bestände aufkauft, müssen sie für ihre Wertpapiere nicht so hohe Zinsen bieten. Zugleich pumpt die Notenbank über Wertpapierkäufe viel Geld in den Markt. Das soll der Inflation auf die Sprünge helfen.

An der expansiven Ausrichtung der Geldpolitik wird sich aller Voraussicht nach so schnell nichts ändern: Draghis designierte Nachfolgerin an der EZB-Spitze, die Französin Christine Lagarde, hat bereits deutlich gemacht, dass sie eine sehr lockere Geldpolitik für absehbare Zeit für nötig hält. Die bisherige Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) sagte aber auch: «Wir müssen die negativen Folgen und Nebeneffekte im Blick behalten.»

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

36 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Diese Finanzjongleure handeln nach dem Motto hinter uns die Sintflut . Diese treiben mit ihren Gelddruckmaschinen auf Pump, jährlich die Entwertung sämtlicher Rücklagen der anständigen Vorsorge bedachten Menschen solange weiter voran, bis deren Werte auf Null sinken, somit werden die Sparer um ihre hart erarbeiteten Rücklagen für das Alter gebracht und somit schleichend bestohlen. Wer gibt denn diese Befehle zu solch unredlicher Geldvermehrung ? Das wäre doch einmal eine Recherche wert .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Wer über das BIP hinaus Geld in den Umlauf bringt, der verwässert die Leistungen, die der Büezer bis anhin erbracht hat. Es kann ja nicht sein, dass eine Stunde Arztleistung, wegen der entstehenden Inflation durch Gelddrucken , nun 20% weniger Wert besitzt wie vorher. Somit wird durch diese, durch nichts gerechtfertigte künstliche Geldvermehrung, das gesamte Volk um ihren Werterhalt betrogen und bestohlen. Das Spiel geht so lange bis alle ersparten Werte zunichte sind - also gestohlen sind.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Mit den jetzt o,5% negativ Zins und den Ankauf von monatlich 20 Milliarden Anleihen duerfte nun der letzte Sargnagel eingeschlagen worden sein. Das wird der Euro und die EU nicht ueberleben.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen