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Legende: Audio «Digitalisierung könnte Finanzbranche mit voller Wucht erfassen» abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
Aus HeuteMorgen vom 24.07.2019.
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Facebooks Währung Libra Weckruf für die etablierte Finanzindustrie

Auf Banken kommen bei einem Markteintritt von Facebook grosse Herausforderungen zu. Zu dem Schluss kommt Avenir Suisse.

Noch gibt es Libra, die neue Kryptowährung von Facebook, nur auf dem Papier. Ob sich die alternative Währung wirklich durchsetzen wird, sei ungewiss, sagt Jürg Müller vom Thinktank Avenir Suisse und Co-Autor der Analyse: «Es gibt gewaltige Hindernisse. Und es gibt auch mächtige Konkurrenz.»

Jürg Müller

Jürg Müller

Forschungsleiter Avenir Suisse

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Jürg Müller leitet die Forschungsabteilung leistungsfähige Infrastruktur & Märkte bei der liberalen Denkfabrik Avenir Suisse. Eines seiner Hauptinteressen gilt der Digitalisierung im Finanz-, Telekom- und Mediensektor. Davor war er als Wirtschaftsredaktor für die NZZ tätig.

Die Banken würden US-Technologiegiganten wie Facebook das Terrain im weltumspannenden Zahlungsverkehr wohl kaum widerstandslos überlassen.

Überweisungen ohne hohe Gebühren

Herausgefordert seien die herkömmlichen Finanzhäuser aber schon, sagt Müller: «Libra zeigt, dass es neue technologische Möglichkeiten gäbe, mit denen eine neue Finanzarchitektur aufgebaut werden könnte.» So wäre es mit der rein digitalen Währung dereinst möglich, weltweit günstig Geld zu überweisen, ohne die teils kostspieligen Dienste der Banken zu beanspruchen.

Fast jeder von uns nutzt Whatsapp. Und dies, obwohl wir Bedenken gegenüber Facebook haben.
Autor: Jürg MüllerForschungsleiter bei Avenir Suisse

Fraglich ist, ob die Kunden Libra das dazu nötige Vertrauen schenken. Unter Umständen werden sie das schon, meint Müller: «Wenn wir bedenken, was wir tagtäglich machen: Fast jeder von uns nutzt Whatsapp, ein Facebook-Produkt, und dies, obwohl wir datenschutzrechtliche Bedenken gegenüber Facebook haben.»

Praktischer Nutzen wird höher gewichtet

Der Grund dafür ist laut Müller, dass solche digitalen Angebote für viele Nutzer praktisch sind. «Sie haben einen so hohen Wert für uns alle, dass wir unsere Bedenken relativ rasch über Bord werfen.» Er gibt der Währung deshalb eine Chance.

Allerdings müssten die Libra-Macher zuerst die vielen Skeptiker überzeugen, die etwa vor Geldwäscherei oder Datenmissbrauch warnen. Keine leichte Aufgabe, räumt Müller ein. Durchaus möglich ist deshalb, dass Politik und Behörden dem Projekt einen Riegel schieben, bevor es richtig gestartet ist.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Brand  (tomcomm)
    Jedem Techkonzern seine eigene Währung.
    Für Microsoft den MIRA, für Apple den APOL, für Google den GAGL, für Amazon ...
    Und die Welt wird viel viel einfacher.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    "Fast jeder von uns nutzt Whatsapp, ein Facebook-Produkt...." Aber nicht alle. Zudem wächst das Bewusstsein, dass diese Digitalen-Kolosse nur so gut davon kommen, weil sie durch Millionen täglichen Speisungen durch Menschen ohne diese zu 'Vergüten' sich mästen. Staat, Städte, Gemeinden könnten sich von diesen Monopolisten abwenden und eigene Lösungen auf- und ausbauen. Lösungen, wo Kontrolle, Verwaltung und Übersicht beim Gemeinwesen bleibt. Wichtigste Zutat dazu der politische Willen.
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  • Kommentar von Maligan Jury  (jury maligan)
    Um die Abzocke der CH Banken zu umgehen, kann man auch Konti wie Transferwise etc. anlegen und profitiert von günstigen Wechselkursen und niedrigen Gebühren.
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