Zum Inhalt springen

Header

Video
SBB-Chef Ducrot: «Ich schäme mich»
Aus News-Clip vom 10.09.2020.
abspielen
Inhalt

Fehlende Lokführer SBB-Chef: «Ich schäme mich, dass es soweit kommen musste»

SBB-Chef Vincent Ducrot nimmt Stellung zum schlechten Halbjahresergebnis und den fehlenden Lokführern. Und er rechnet damit, dass Corona die Nutzung des öffentlichen Verkehrs verändern wird.

Vincent Ducrot

Vincent Ducrot

CEO der SBB

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Ducrot ist seit dem 1. April 2020 CEO der Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Von 2011 bis 2020 war er Chef der Freiburger Verkehrsbetriebe TPF, zuvor hatte er beim SBB-Personenverkehr eine leitende Funktion inne.

Er hat Jahrgang 1962, ist ausgebildet als Elektroingenieur mit Schwerpunkt Informatik. Ducrot ist Vater von sechs Kindern.

SRF News: Sie mussten heute bekannt geben, dass Sie im ersten Halbjahr fast eine halbe Milliarde verloren haben wegen Corona. Unterdessen steigen die Passagierzahlen wieder. Und das Parlament hat heute entschieden, der SBB zu helfen. Ist vielleicht alles gar nicht so schlimm?

Vincent Ducrot: Doch, es bleibt sehr ernst. Wir haben allein im Fernverkehr 250 Millionen Franken verloren. Und diesen Verlust müssen wir selber tragen. Wir wollen und müssen weiter investieren. Um den Verlust wettzumachen, müssen wir bei unseren operativen Kosten ansetzen. Und natürlich erhoffen wir uns auch, dass wir in den nächsten Jahren wieder Gewinne machen.

Wir müssen jeden Franken dreimal drehen, bevor man ihn ausgibt, und dann kommt es schon gut.
Autor: Vincent DucrotSBB-Chef

Wie wollen Sie das schaffen?

Wie jede normale Unternehmung, also jeden Franken dreimal drehen, bevor man ihn ausgibt, und dann kommt es schon gut. Das machen alle Unternehmen zurzeit. Da haben wir keine Wahl.

Neben der Coronakrise gibt es noch ein zusätzliches Problem. Sie haben zu wenig Lokführer, 200 Züge sind gestrichen worden seit Sonntag. Das kann man eigentlich gar nicht glauben.

Ja, das ist eine sehr unschöne Situation, ich schäme mich, dass es so weit kommen musste. Unsere Ausbildungsklassen für Lokführer hätten im Sommer fertig sein sollen. Und jetzt wegen Corona können wir die Ausbildung erst im Herbst beenden. Wir hatten zu wenig Leute eingeplant, und beides führt zu einer sehr unschönen Situation.

Die Leute werden etwas weniger pendeln, dafür noch mehr in der Freizeit reisen.
Autor: Vincent DucrotSBB-Chef

Sie sagten heute, die Mobilität werde sich wegen Corona verändern. Wie?

Ich glaube, Homeoffice wird noch mehr an Bedeutung gewinnen. Die Arbeitswelt wird diesbezüglich flexibler. Genaue Prognosen sind schwierig. Aber die Leute werden etwas weniger pendeln, dafür noch mehr in der Freizeit reisen. Wahrscheinlich werden die Züge zu den Stosszeiten weniger voll sein. Um das zu kompensieren, erhoffen wir uns, dass es dafür an Samstagen und Sonntagen besser ausgelastet sein wird.

Das Gespräch führte Gion-Duri Vincenz.

Video
Corona-Krise: SBB fahren grosse Verluste ein
Aus Tagesschau vom 10.09.2020.
abspielen

Tagesschau, 10.09.2020, 12:45 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Igor Kostandinov  (Gusak)
    Zu wenig Lokführer! Ich bin gelernter Lastwagenführer EFZ mit Umschulung als Personalassistent und dem HR Fachmann. Ich bin arbeitslos und suche intensiv eine Stelle. Als ich mich beworben habe, war die SBB sehr interessiert und wollten mir die Ausbildung zahlen für den Lokführer. Doch die haben eine Regel, falls ihnen einmal der Fahrerausweis entzogen worden ist, beispielsweise wie bei mir mit 19 J leichter Selbstunfall und sonst keinen vorfall hatte, KANN MAN SIE NICHT ALS LOKFÜHRER EINSTELLE
  • Kommentar von Urs Heim  (Ursus)
    Vincent Ducrot ist ein Mann der Basis. Er ist mit allem was er tut ein Vollbluteisenbahner. Er hat es geschafft nach der Meier Ära im Sturm die Herzen der Mitarbeiter zu erobern. Vermutlich liegt’s an seiner sympathischen westschweizer Art des gepflegten, unkomplizierten Umgangs die gefällt. Das die Zahlen von der Coronakrise beeinträchtigt sind war abzusehen. Da die Geschäftszahlen vorher ausgeglichen waren, wird die SBB diese Herausforderung gut meistern.Ducrot ein Eisenbahner aus Überzeugung!
    1. Antwort von Stefan Meier  (Nepp)
      Genau, Ducrot kann auf uns zählen! Wir alle wollen zusammen ein gites Produkt!
  • Kommentar von Stefan Meier  (Nepp)
    Ich finde unseren neuen CEO einfach Hammer. Er strahlt das aus, was Meyer nie hatte. Vincent ich hoffe, Du räumst diese Bude auf. Wir Lokführer und alle an der Front stehen hinter unseren Kunden und hinter unserer SBB, wir stehen aber nicht mehr lange hinter unserem Kader, lass uns die Schande beenden, es müssen Leute gehen, sofort!