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Nestlé: Rückzug aus dem lokalen US-Wassergeschäft?
Aus Rendez-vous vom 12.06.2020.
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Finanzen und Imagepflege Nestlé zieht sich aus US-Wassergeschäft zurück

Überraschende Ankündigung: Der Schweizer Grosskonzern erwägt einen Verkauf der Wasserquellen in Nordamerika.

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé macht in den USA mit den lokalen Wasserquellen einen Umsatz von 3.4 Milliarden Franken. Poland Spring, Deer Park, Natural Spring oder Ozarka sind bekannte Marken in den entsprechenden Bundesstaaten.

Nun will Nestlé das Geschäft abstossen und prüft einen Verkauf oder eine Partnerschaft. «Im Vordergrund stand ganz klar der kommerzielle Entscheid», sagt Nestlé-Sprecher Christoph Meier.

Ausschlaggebend für den Rückzug aus den amerikanischen Quellen seien wirtschaftliche Gründe: die Preise seien tief, ein Massengeschäft, viel Konkurrenz. Das bestätigt auch Jean-Philippe Bertschy, Nestlé-Analyst bei der Bank Vontobel: «Der Hauptgrund ist sicherlich, dass die Marken und Produkte nicht so differenziert und zu wenig innovativ waren.»

Rückzug ist besser fürs Image

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Gründen spielt beim Rückzug wohl auch das Image eine Rolle. Nestlé kämpft in den USA mit verschiedenen Problemen: Umweltaktivisten, örtliche Behörden, Streit um Lizenzen und Risiken von Klagen.

Der wirtschaftliche und politische Druck ist so gross, dass Nestlé auch neue Quellen schliessen musste. Bertschy nennt ein Beispiel: «Vor drei, vier Jahren hat Nestlé eine Wasserfabrik in Phoenix, Arizona, eröffnet. Das hat zu extrem viel Kritik geführt. Vor einem Jahr hat man die Fabrik wieder geschlossen.»

Nestlé will sich zwar aus den lokalen amerikanischen Wasserquellen zurückziehen, will aber in den USA weiterhin die bekannten internationalen Wasser-Marken Perrier, San Pellegrino und Acqua Panna verkaufen. Sie bringen mehr Geld mit höheren Margen.

Wasser ist ein wichtiges und auch ein wachsendes Geschäft. Wir bleiben (...) stark engagiert.
Autor: Christoph MeierFirmensprecher Nestlé

Das Wassergeschäft soll bei Nestlé auch weiterhin ein wichtiges Geschäft bleiben, betont Firmensprecher Meier. Ein Rückzug aus anderen Ländern sei nicht geplant. «Wasser ist ein wichtiges und auch ein wachsendes Geschäft. Der Bedarf der Konsumenten steigt. Wir bleiben mit den Premium-Marken – insbesondere mit dem Mineralwasser – in anderen Ländern stark engagiert.»

Mit Wasser macht Nestlé weltweit einen Umsatz von fast acht Milliarden Franken, es ist neben Babynahrung, Kaffee, Essen und Tierfutter der wichtigste Bereich.

Rendez-vous, 12.06.2020, 12:30 Uhr

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Die Konzernverantwortungsinitiative, sollte in jedem Fall angenommen werden. Alles andere ist Heuchelei!
  • Kommentar von Corinne Ehrler  (Corinne Ehrler)
    Das Geschäft mit Wasser ist in meinen Augen schlicht kriminell. Die lebensnotwendigen Ressourcen der Erde dürfen nicht von einzelnen gekapert werden!
    1. Antwort von Daniel Meier  (Danimeier)
      Was meinen Sie was versucht man in der Schweiz seit einigen Jahren? Privatisierung der Wasserquellen. Da kommt dieser Rückzug von Nestle gerade gelegen, um den Wandel auch in der Schweiz zu hinterfragen.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Das verantwortungs- und skrupellose "Welt-Ausbeuter -Image" aus egoistischer Profitgier (lukrative Geschäfte um jeden Preis), hat sich das Néstle-Management, über Jahre selber "erarbeitet"! Schweizer ParlamentarierInnen - Lobbyismus = deshalb kein Interesse an "Konzern-Verantwortungs-Übernahme-Gesetz"!