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Finanzhilfe für Griechenland Ausgestanden ist die Krise noch lange nicht

Nach acht Jahren läuft heute die Finanzhilfe der Euroländer für Griechenland aus. Trotz der Milliarden ist und bleibt das Land hoch verschuldet.

Legende: Audio Griechenland: Ende des Hilfsprogramms abspielen. Laufzeit 01:35 Minuten.
01:35 min, aus HeuteMorgen vom 20.08.2018.

«Vieles im grünen Bereich, Reformen aufgegleist, die Wirtschaft wächst» – zu diesem Schluss kommen die Euroländer, nachdem sie Griechenland ein weiteres Mal durchleuchtet haben. Deshalb hat Griechenland im Juni eine letzte Kredittranche in der Höhe von 15 Milliarden Euro erhalten. Das verschafft dem Land jetzt etwas Luft, und es muss nicht sofort neue Geldgeber suchen.

290 Milliarden Euro in acht Jahren

Seit 2010 hat Griechenland damit Kredite in der Höhe von insgesamt fast 290 Milliarden Euro erhalten. Damals hatte die griechische Regierung eingestehen müssen, dass das Staatsbudget aus dem Ruder gelaufen war. In der Folge schnellten die Zinsen für griechische Anleihen derart in die Höhe, dass Griechenland neue Kredite nicht mehr bezahlen konnte – und deshalb Zuflucht beim Internationalen Währungsfonds und den Euroländern suchte.

Daraufhin wurden drei Programme aufgegleist, die es Griechenland ermöglicht haben, neue Kredite zu tragbaren Konditionen aufzunehmen – insgesamt diese 290 Milliarden. Im Gegenzug mussten die griechischen Regierungen den Staatshaushalt in Ordnung bringen; unter anderem haben sie Renten gekürzt. Parallel dazu folgte eine tiefgreifende, jahrelange Wirtschaftskrise.

Schuldenlast ist nicht kleiner geworden

Die Milliarden wurden vor allem dazu verwendet, bestehende Schulden durch neue, vorteilhaftere abzulösen. Trotzdem ist die Schuldenlast für Griechenland nicht kleiner geworden – im Gegenteil. Der Verschuldungsgrad beträgt heute fast 180 Prozent. Europaweit ein Rekordwert. Ein Wert, der auf die Dauer nicht als tragbar gilt.

Auch wenn die griechische Wirtschaft nach Jahren erstmals wieder leicht wächst und die Staatsfinanzen inzwischen im Lot sind – ausgestanden ist die Krise damit noch lange nicht.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Es tönt wie ein Witz: "Trotzdem ist Griechenland hoch verschuldet". Es scheint da ein Missverständnis zu geben. Die 290 Milliarden werden ja als Kredite bezeichnet, also sind sie rückzahlbar, zumindest theoretisch. Bis jetzt hat das ganze Hilfsprogramm also nicht aus einer eigentlichen Finanzhilfe bestanden, sondern nur in einem gewissen Schutz vor Spekulation. Man müsste also schreiben "deshalb ist Griechenland immer noch hoch verschuldet".
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser (jeani)
    Wenn endlich alle "ihre Steuern" ordentlich zahlen würden wie üblich in einem "demokratischen Staat", wäre schon ein "grosser Schritt" getan!
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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Griechenland ist ein Anschauungsbeispiel dafür, wie die EU funktioniert oder eben nicht funktioniert! Wie wärs mit einer EU für die Bevölkerung anstatt nur für die Banken und Grosskonzerne?
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