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Aus Tagesschau vom 18.03.2021.
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Finanzmarkt Credit Suisse: Düstere Aussichten nach Greensill-Debakel

  • Die Credit Suisse (CS) veröffentlicht ihren Geschäftsbericht: Die Greensill-Affäre könnte sich negativ auf das operative Ergebnis auswirken.
  • Neben dem Verwaltungsrat hat auch die Finma eine Untersuchung angekündigt.
  • Einige Investoren drohen bereits mit Klagen gegen die Grossbank.

Die Credit Suisse hat Anfang März bekanntgegeben, vier «Lieferketten-Finanzierungsfonds» aufzulösen, bei denen die CS mit Greensill zusammengearbeitet hatte. Die Fonds beliefen sich zu dem Zeitpunkt noch auf ein Vermögen von insgesamt rund 10 Milliarden US-Dollar. Mittlerweile hat die CS 3.1 Milliarden Dollar an die Investoren zurückbezahlt.

Worum es bei der Greensill-Affäre geht

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Das Geschäftsmodell von Greensill war auf Lieferantenforderungen gebaut: Das Startup übernahm vorübergehend die Lieferantenrechnungen von Grosskunden – und bezog dafür einen Abschlag. Die Forderungen hat sie ausfallversichern lassen und als Wertpapiere verkauft.

Eigentlich sollte Greensill nur in Forderungen investieren, die durch tatsächliche Verkäufe gedeckt waren. Gemäss dem Finanzportal cash.ch gaben Insider aber an, dass sich die Anlagen zunehmend zu prognostizierten Verkäufen hin verschoben. Das Modell kollabierte, nachdem ein grosses Versicherungsunternehmen, Tokio Marine, sich zurückzog.

Die vom Australier Lex Greensill gegründete Greensill Capital hatte wenige Tage nach dem CS-Entscheid Insolvenz angemeldet. Von einem Kredit in Höhe von 140 Millionen Dollar, den die CS dem australisch-britischen Unternehmen gewährt hatte, hat die Schweizer Bank vom Insolvenzverwalter inzwischen 50 Millionen Dollar zurückerhalten.

Juristische Nachwirkungen

Der Credit Suisse dürften nun juristische Konsequenzen drohen, wie sie in dem am Donnerstag publizierten Geschäftsbericht schreibt: Verschiedene Investoren hätten bereits mit Klagen gedroht. Vergangene Woche hatte in den USA bereits eine auf Sammelklagen spezialisierte Kanzlei mitgeteilt, nach klagewilligen Kunden zu suchen.

CEO Thomas Gottstein mit gefalteten Händen.
Legende: CEO Thomas Gottstein befürchtet einen Image-Schaden. Reuters

Es sei möglich, dass die CS in diesen Angelegenheiten einen Verlust erleiden werde, auch wenn sie sich noch in einem «frühen Stadium» befinde, warnt die Grossbank. Eine Schätzung der möglichen Kosten sei aber noch nicht möglich. Dennoch könnte dies einen materiellen Einfluss auf das Betriebsergebnis haben.

Was der CEO bei der Credit Suisse verdient

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Credit-Suisse-Chef Thomas Gottstein hat 2020 in seinem ersten Jahr an der Spitze der Grossbank ein Gehalt von 8.5 Millionen Franken erhalten. Damit verdiente er weniger als sein Vorgänger als CEO Tidjane Thiam.

CEO Gottstein hatte bereits am Dienstag an einer Investorenkonferenz vor Kosten für die Bank gewarnt. Auch ein Reputationsschaden sei nicht auszuschliessen, heisst es nun im Geschäftsbericht. Dies könnte auch zu Kundenabgängen oder dem Abzug von Kundenvermögen führen.

Die Löhne der Top-Manager

FirmaCEOLohn 2020 (in Fr.)Lohn 2019 (in Fr.)
NovartisVasant Narasimhan12’724’16610’615’740
RocheSeverin Schwan11'033’67911'516'854
UBSRalph Hamers4'200'000 (ab September)Bei ING Groep: ca. 2'250'000
CSThomas Gottstein8'530'000Tidjane Thiam 2019: 10'700'000

SRF 4 News, 10.03.2021, 17:00 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Da sollte die Manageretage mit ihrem Portemonnaie hinhalten, hier und bei anderen grösseren Banken; da würde wohl sauberer gearbeitet.
  • Kommentar von Andreas Wiedler  (infonews)
    Und wieder ein Skandal.. und noch einer und noch einer..