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Legende: Video Versicherungen sind zu Finanzstars geworden abspielen. Laufzeit 04:07 Minuten.
Aus 10vor10 vom 09.05.2019.
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Finanzplatz Zürich Versicherungen laufen den Banken den Rang ab

Die Versicherungen treten aus dem Schatten der Banken. Ihr Anteil an der Wirtschaftsleistung steigt stetig an.

Der Paradeplatz, wo sich die Grossbanken Credit Suisse und UBS gegenüberstehen, gilt als Inbegriff des Schweizer Finanzplatzes. Doch die Finanzkrise 2008 hat die Banken nachhaltig unter Druck gesetzt. Die Versicherer spürten die Krise weniger stark und holten stetig auf. Der Mythenquai – die Versicherungsmeile am linken Zürichsee-Ufer – läuft dem Paradeplatz den Rang ab.

Vor 2008 trugen die Banken den grössten Teil zur Bruttowertschöpfung auf dem Finanzplatz Zürich bei. Dann traf die Finanzkrise die Grossbanken wie Credit Suisse und UBS besonders hart. Neue Bankenregulierungen im Zuge der Finanzkrise führten zu einem Strukturwandel, der für die Banken höhere Kosten bedeutete. Ertragsstarke aber risikoreiche Divisionen wie das Investment-Banking wurden zurückgestutzt.

Versicherungen überholen Banken

Die Versicherer spürten die Krise weniger stark und sind seit 2010 wieder gewachsen. Die Wertschöpfung der Versicherer überholte 2015 jene der Banken, wie die Studie Finanzplatz Zürich 2019/2020 von BAK Economics zeigt.

Die Wertschöpfungskurve der Versicherung überholt jene der Banken.
Legende: Grafik: SRF

Dieses Wachstum erklärt sich Swiss Life-Präsident Patrick Frost mit dem Sicherheitsbedürfnis der Kunden nach der Finanzkrise. «Als Versicherungsbranche können wir unseren Kunden Risiken abnehmen.» So sei dieses Bedürfnis in den letzten zehn Jahren stark angestiegen, sagt Frost.

Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung sieht der Chef der zweitgrössten Schweizer Versicherung im Geschäft mit KMUs. «Wenn sie wachsen, geht es uns auch gut», sagt Frost.

Legende: Video Patrick Frost: «Die Suche nach Sicherheit hat in den letzten zehn Jahren zugenommen» abspielen. Laufzeit 00:21 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.05.2019.

Herbert Scheidt, Präsident der Bankiervereinigung, gibt sich zum Bedeutungsverlust der Banken gelassen. «Wichtig ist, dass der Finanzplatz als Ganzes wächst und wettbewerbsfähig ist.» Viele Banken hätten Teile ihrer Aktivitäten ausgelagert, sagt Scheidt, darum würde dieser Teil der Wertschöpfung nicht zu den Banken gezählt.

Umwälzung auf dem Arbeitsmarkt

Der Wandel der Finanzbranche zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt: Zwischen 2008 und 2016 haben Versicherungen 1600 neue Vollzeitstellen geschaffen auf dem Finanzplatz Zürich, zu dem auch die Kantone Zug und Schwyz gehören. Im gleichen Zeitraum haben die Banken 2300 Arbeitsplätze abgebaut, wie die Zahlen der Studie zeigen.

Legende: Video Herbert Scheidt: «Wir sind in einem Strukturwandlungsprozess. Dementsprechend verhalten sich die Banken» abspielen. Laufzeit 00:22 Minuten.
Aus News-Clip vom 10.05.2019.

«Im Herz getroffen»

Die Finanzkrise habe insbesondere die Banken im Herz getroffen, sagt die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh. Die Finanzindustrie sei nach wie vor die wichtigste Arbeitgeberin im Grossraum Zürich. «Für mich ist es eine Freude zu sehen, dass man das ausgleichen konnte durch die Versicherungsbranche.»

Nun sieht sie den Finanzplatz in einer guten Verfassung. «Er hat sich von der Finanzkrise erholt und seine Hausaufgaben gemacht. Darum ist es wichtig, dass wir ihm weiterhin Sorge tragen», sagt Walker Späh. Der Mythenquai mauserte sich zum Rückgrat des hiesigen Finanzplatzes. Er korrigiert, was der Paradeplatz verliert.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Andy Schmid (andy)
    Aus was genau besteht denn diese sogenannte Wertschöpfung - wo sind und verbleiben diese Werte? Was merkt denn Otto-Normalverbraucher von dieser "Schöpfung"? Kann er sich mehr leisten, einfacher leben oder sinken seine Steuerlast oder die Krankenkassen und Pensionskassen Prämien? Sicher können sogenannte Experten, lies Wirtschaftsvertreter, mir dies im Detail erklären. Alles hängt am Glauben der Zwangsversicherten. Entweichen kann man nur mit Auswandern.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Demokratie ist keine, wenn Wirtschaft, dazu gehören Banken, Versicherungen und Konzerne nicht unter demokratisch substanzieller Kontrolle gebracht werden. Denn es ist nicht an diesen moralisch oder mit einer social decency zu operieren. Das ist nicht deren Aufgabe. Umso mehr braucht es die Kraft und Macht, die diese in Schranken halten kann. Lassen wir uns auch nicht vormachen, dass es auf nationaler Ebene nicht möglich sei, denn Demokratie findet auf nationaler Ebene statt.
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  • Kommentar von Delmar Lose (DeLo)
    Versicherungen gehören mit unter zu den grössten Halsabschneidern unseres Systems. Eigentlich sollte man das Geschäft mit der Angst verbieten! Es ist nicht die Idee das man daraus ein komerzielles Geschäft macht, die Idee ist Menschen zu helfen.
    Es ist ein weiteres Beispiel dafür wo unseres System hinführt, ein Geld und Ego geprägter Wahnsinn! Wiso tuen wir uns das an?
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    1. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Das weiss ich auch nicht. Aber eines weiss ich: Sobald die Krankenkasse obligatorisch wurde, haben sich die Prämien nahezu verdoppelt, und seit da nochmals mehr als verdoppelt. Das Obligatorium war ein kapitaler Fehler.
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