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Die Corona-bedingt abgesagte Reisen bezahlten die Versicherungen
Aus HeuteMorgen vom 13.08.2020.
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Finanzschäden der Pandemie Versicherer machten ihren Geldsäckel dann doch auf

  • Die Schweizer Versicherungsbranche hat zu Beginn der Corona-Krise viel Prügel eingesteckt dafür, weil sie sich zierte, die Schäden aus der Corona-Pandemie zu übernehmen.
  • Einige Gesellschaften stellten sich auf den Standpunkt, Schäden aus Pandemien seien nicht gedeckt.
  • Jetzt zeigt eine Umfrage von Radio SRF, dass Hunderte von Millionen Franken trotzdem geflossen sind.

Pandemie-Schäden sind vor allem in zwei Versicherungsbereichen angefallen: Einerseits bei den Reiseversicherungen, andererseits bei den Betriebsunterbruchsversicherungen für KMU, auch Epidemieversicherungen genannt.

Mobiliar mit detaillierter Kommunikation

Zwar geben nicht alle Versicherungen Zahlen bekannt. Eine, die sehr detailliert kommuniziert, ist die Genossenschaft Mobiliar. Ihr Sprecher Jürg Thalmann sagt: «Die Mobiliar erhielt in der Reiseversicherung rund 20'000 Schadenmeldungen und entschädigt ihre Kundinnen und Kunden mit rund 40 Millionen Franken.» 40 Millionen Franken für abgesagte Reisen und Rückhol-Aktionen von Versicherten, die irgendwo in der Welt festsassen.

Noch mehr Kundinnen und Kunden als die Mobiliar hat die Axa in der Reiseversicherung entschädigt, nämlich 22'500, bei der Helvetia sind es 9000. Fazit: Wer wegen Corona eine Reise absagen musste und eine Reiseversicherung besass, wurde in den meisten Fällen entschädigt.

Epidemieversicherung: Auf Kulanz angewiesen

Anders sieht es bei den Betriebsunterbruchs- oder Epidemieversicherungen aus: Hier sind viele KMU auf die Kulanz der Gesellschaften angewiesen, weil die meisten Versicherer Pandemieschäden als nicht versichert betrachten.

Eine Ausnahme macht die Mobiliar. Mobiliar-Sprecher Thalmann sagt: «Die Mobiliar hat in ihren Versicherungen nicht zwischen Epidemie und Pandemie unterschieden.» Und weil die Mobiliar nicht zwischen Epidemie und Pandemie unterscheidet, zahlte sie unbürokratisch 300 Millionen Franken an die KMU aus. Andere wie Axa, Helvetia und auch Zurich machten den KMU Kompromissangebote, um ihren Ruf zu schützen und nicht in jahrelangen Rechtsstreitigkeiten zu versinken.

Künftige Pandemie-Versicherung offen

Bei den Kunden hätten die Angebote Anklang gefunden, sagt zum Beispiel die Axa-Sprecherin Nicole Horbelt: «Weit über 90 Prozent der versicherten Betriebe machten von diesem Angebot denn auch Gebrauch.» Bei der Helvetia war die Quote ähnlich hoch. Wie viel Geld die Gesellschaften für diese Angebote aufwerfen, dazu schweigen sie. Was die gesamte Schadensbelastung durch Covid-19 angeht, reden die einzelnen Versicherungen von zwei- oder dreistelligen Millionenbeträgen.

So viel zur Vergangenheit. Wie sich Reisende und vor allem Firmen in Zukunft gegen Pandemien versichern können, ist hingegen offen. Die Versicherungsbranche diskutiert mit dem Bund über eine möglich Pool-Lösung, analog der Absicherung von Naturkatastrophen oder Nuklearrisiken. Eine schnelle Lösung gibt es kaum.

Heute Morgen vom 13.08.2020, 06:00 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von toufiq ismail  (time)
    das genossenschaftsmodell scheint demnach (zumindest für die kunden) demjenigen welches in erster linie die shareholder befriedigt, überlegen zu sein...