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Nestlé kennzeichnet neu den Nährwert seiner Lebensmittel
Aus HeuteMorgen vom 26.06.2019.
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Fünfstufige Nährwertskala Nestlé kennzeichnet Lebensmittel neu mit Ampelsystem

  • Neben der Schweiz zählen auch Frankreich und Belgien zu den Ländern, in denen Gesundheitsbehörden den Nutri-Score empfohlen haben.
  • Der Nutri-Score fasst die gesamte Nährwertqualität der Lebensmittel in einer fünfstufigen Farbskala von A bis E auf der Verpackung zusammen.
  • Konsumentenschützer befürworten das freiwillige System, aber es gibt auch Kritik.

«Die Europäer sind immer interessierter daran, was in den Lebensmitteln und Getränken enthalten ist, die sie konsumieren», sagt Marco Settembri, Europa-Chef von Nestlé. Man befürworte das System als einheitliche und transparente Kennzeichnung.

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Aus dem Archiv: Was bringt die Lebensmittel-Ampel?
Aus Kassensturz vom 19.02.2019.
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Die Farbskala bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe in die Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an – auf einer fünfstufigen Skala von dunkelgrün bis rot.

Verschiedene Bewertungsmodelle

Konsumentenschützer machen sich für das System stark. Der Nutri-Score ist allerdings in der Lebensmittelindustrie umstritten. Es gibt auch andere Modelle wie schwarze Warnsymbole oder ein Siegel mit Sternen. Sie sollen Konsumenten den Überblick erleichtern, da viele bei den gängigen Tabellenangaben zu Kalorien oder Zucker nicht durchblicken.

Auch der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé wollte zusammen mit anderen Unternehmen zunächst ein eigenes Bewertungsmodell einführen – doch nach Kritik an diesem Modell der Industrie schwenkt der Konzern nun um. Coop und Migros sind gegenüber Nutri-Score weiterhin skeptisch.

Nestlé steht unter Druck

Nestlé will mit seinem Schritt nun Signalwirkung erzielen, steht aber auch unter Druck, da Konkurrenten wie der französische Lebensmittelmittelkonzern Danone den Nutri-Score schon eingeführt haben. Zugleich will Nestlé Fortschritte etwa bei der Reduzierung von Zucker etwa in Müsli, Eistee oder Schokoriegeln besser herausstellen.

So wird die Lebensmittel-Ampel bewertet

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Befürworter und Kritiker sehen diverse Vor- und Nachteile des Nutri-Score. Ein kurzer Überblick.

Vorteile

  • Der Nutri-Score bewegt Hersteller dazu, den Zucker-, Fett- oder Salzgehalt von Produkten anzupassen. Das zeigen Beispiele aus Frankreich.
  • Macht ein Hersteller beim System mit, muss er alle seine Produkte mit der Ampel kennzeichnen. Er kann also nicht nur die vergleichsweise gesünderen Produkte ausloben.
  • Laut der Stiftung für Konsumentenschutz ist der Nutri-Score vor allem für junge und weniger interessierte Konsumenten hilfreich.

Nachteile

  • Ampeln würden die komplexe Materie der Ernährung stark vereinfachen, bemängelt der Verband der Nahrungsmittelhersteller (Fial).
  • Der Nutri-Score bewerte die Qualität eines Lebensmittels gesamthaft, dabei sei laut Fial nicht ersichtlich, wie der Wert zustande komme.
  • Eine pauschale Bewertung in Form des Nutri-Scores steht nach Ansicht der IG Detailhandel im Widerspruch zum Trend zur personalisierten Ernährung.

Die Lebensmittelbranche steht wegen ungesunder Produkte immer wieder in der Kritik. Nestlé weist auf Anstrengungen hin: So soll unter anderem der Anteil von Zucker in Nestlé-Produkten bis 2020 um 5 Prozent sinken und der von gesättigten Fettsäuren um 10 Prozent.

Infografik: Zucker in Süssgetränken
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19 Kommentare

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  • Kommentar von Odilo Abgottspon  (Kassandra2)
    Ich verstehe immer noch nicht, warum MIGROS und COOP "skeptisch" sind, was die Einführung des Ampelsystems betrifft. Dies gilt für Süssgetränke ebenso, wenn man mit Ampeln auf einfachste Weise - gerade die jugendliche Konsumenten, aber nicht nur - auf Zuckeranteile oder andere dickmachende Substanzen in Lebensmitteln hinweisen kann. Was konkret spricht dagegen? Ich warte auf Argumente!
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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Der "Ländervergleich" zeigt ein Problem in der Schweiz auf. Offenbar MUSS gemäss Lebensmittelverordnung ein gewisses Quantum Zucker im Süssgetränk vorhanden sein, damit es überhaupt verkauft werden darf.

    Man müsste nun noch klären, ob die Zitrusfrucht-basierten Getränke in Grossbritannien und Irland gegenüber der Schweiz verdünnt sind (was weniger Zucker zur Kompensation der Säure benötigen würde).
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    1. Antwort von Andreas Morello  (Andreas Morello)
      In der Lebensmittelverordnung habe ich keinen Mindestwert an vorgeschriebenen Zucker gefunden. Aber Zucker ist ein billiger Inhaltsstoff. Wo Zucker besteuert (und somit verteuert) wird, sinkt auch der Zuckeranteil. Wie das zum Beispiel in England der Fall ist.
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  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Wenn man einem erwachsenen Menschen erklähren muss was gesunde Ernährung ist, dann ist er schlicht nicht überlebensfähig.
    Der Staat erzieht halt seine Bürger schon länger mit immer mehr Verboten zu weniger Selbstverantwortung, und versucht später mit Richtlinien und Verboten seine Fehler zu beheben.
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    1. Antwort von Martin Hess  (MH)
      Naja Mastplast, das ist etwas weit hergeholt mit Ihrer Behauptung. Ist etwa das Gleiche, wie wenn man generell Menschen als nicht überlebensfähig taxiert, die "erklären" mit "h" schreiben. Und es handelt sich ja nicht um ein Verbot, wie Sie sicher im Artikel auch gelesen haben, sondern um ein Ampelsystem. Sie können ja nach wie vor ausschliesslich Nutri Score E konsumieren, da hindert Sie niemand daran.
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