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Jedes Lokal muss das Konzept für sich adaptieren
Aus SRF 4 News aktuell vom 06.05.2020.
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Gastronomie mit Coronavirus «Die Einschränkungen machen niemandem Freude»

Morgen Montag dürfen die Gastrobetriebe in der Schweiz wieder öffnen. Die Auflagen sind allerdings streng. Der Verantwortliche für den Gastrobereich bei der Unia, Mauro Moretta, gibt Auskunft.

Mauro Moretto

Mauro Moretto

Vertreter der Gewerkschaft Unia

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Moretto ist bei der Gewerkschaft Unia verantwortlich für den Gastrobereich.

SRF News: Die Unia hat dieses Konzept mitverhandelt. Sind Sie zufrieden damit?

Mauro Moretto: Das Konzept für das Gastgewerbe ist ein erster wichtiger Schritt für die Wiedereröffnung von Restaurants am nächsten Montag. Wir sind froh um dieses Konzept. Die Gewerkschaften haben mehrere Verbesserungsvorschläge gemacht und diese wurden weitgehend berücksichtigt.

Die Branche muss alles daransetzen, dass sie nicht zum Ursprung einer zweiten Infektionswelle wird.

Wir konnten vor allem beim Schutz der Mitarbeitenden in exponierten Bereichen, beim Einsatz von besonders gefährdeten Personen und bei der Information über Leute, die im Betrieb erkrankt sind, Verbesserungen einbringen.

Ab morgen Montag muss dieses Regelwerk umgesetzt werden. Reicht die Zeit?

Sie ist knapp. Jeder Betrieb muss dieses Schutzkonzept für seine spezifische Situation adaptieren und ab dem Zeitpunkt, an dem er öffnen will, umsetzen.

Die Unia geht es um den Schutz des Personals. Wie wollen Sie diesen Schutz überprüfen?

Es liegt nicht in der Kompetenz der Gewerkschaft, das zu kontrollieren. Wir werden unsere Mitglieder und die Betriebe über dieses Konzept informieren. Aber es liegt an jedem Betrieb selbst, die Mitarbeitenden einzubeziehen.

Die Arbeitsinspektorinnen und -inspektoren der Kantone sollen das kontrollieren. Ist das realistisch?

Das ist der Punkt, der uns im Moment am meisten Sorgen macht. In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass die Kantone mehrheitlich bei der Kontrolle der vielen Meldungen überfordert waren, in einer Zeit, in der ganze Wirtschaftsbereiche wie das Gastgewerbe geschlossen waren. Nun kommt eine Fülle von Betrieben dazu. Die Kantone müssen Präsenz zeigen und dafür die Kapazitäten hochfahren, sonst wird es nicht reichen.

In einzelnen Kantonen mussten wir auf Baustellen schon die Polizei rufen, weil die Inspektoren nicht vorbeigeschaut haben.

Was müsste man machen, wenn es nicht genügend Kontrollen gäbe?

Wir müssten nach anderen Wegen suchen. In einzelnen Kantonen mussten wir auf Baustellen oder im Detailhandel schon die Polizei rufen, weil die Inspektoren nicht vorbeigeschaut haben. Das wäre nicht die beste Lösung, aber sie wäre unausweichlich, wenn die Arbeitsinspektorate ihrer Aufgabe nicht nachkommen können.

Wie sollen in einem kleinen Restaurant zwei Meter Abstand in der Küche eingehalten werden?

Im Konzept steht, dass – wenn der Abstand in der Küche nicht durchgehend gewährleistet werden kann – mit Masken gearbeitet werden muss. Das wird in der Küche sowieso der Fall sein, weil es oft Situationen gibt, in denen man sich näherkommt. Deshalb ist es einfach Pflicht. Ganz generell kann man sagen, dass diese Einschränkungen niemanden Freude machen, aber es gibt keine Alternative dazu. Jeder Betrieb wird in diesen Tagen für sich abwägen müssen, ob und wann es sinnvoll ist zu öffnen.

Wie sieht es beim Servicepersonal aus?

Wichtig ist der Punkt, dass alle Mitarbeitenden im Service eine Maske tragen kann, wenn sie das möchten. Das hat sich auch in anderen Branchen bewährt.

Zusammenfassend: Taugt das vorgelegte Schutzkonzept etwas?

Ja, ich bin überzeugt, dass dieses Konzept etwas taugt und dass es auch praktikabel ist. Es ist mit Aufwand verbunden, aber es gibt keine Alternative. Die Branche muss alles daransetzen, dass sie nicht zum Ursprung einer zweiten Infektionswelle wird. Dafür ist dieses Konzept und seine Umsetzung unerlässlich.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy.

Video
Aus dem Archiv: Fahrplan für die Öffnung der Gastronomie
Aus Tagesschau vom 20.04.2020.
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SRF 4 News; 06.05.2020; 07:15 Uhr;

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Halbeisen Charles  (chh)
    Die Angestellten sind längerfristig auf den Erhalt der Arbeitsplätze angewiesen, denn wenn der Staat und das Gewerbe bankrott sind, gibt es auch keine Kurzarbeitsentsschädigung und Arbeitslosengelder mehr. Die Gewerkschaften müssen achtgeben, dass sie nicht übertriebene Forderung stellen und den Wirten das Leben noch schwerer machen als das BAG.
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    1. Antwort von Daniele Röthenmund  (Daniele Röthenmund)
      Sie Interessiert die Gesundheit des Personals gar nicht. Sie wollen wieder ins Restaurant essen gehen. Ich würde mich besser zurücknehmen,wenn ich nur persönliche Interessen durchsetzen will. Wieso soll ein Arbeitnehmer kein Arbeitslosengeld bekommen wenn sein Arbeitgeber pleite geht?
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  • Kommentar von Franz Giger  (fjg)
    Gastro-Erlebnisbranche war gestern. Die Hälfte wird in Konkurs gehen und Arbeitslose bis zum Abwinken hinterlassen. Der Spassgesellschaft wird ganz gehörig die Flügel gestutzt, ausser sie organisiert sich dezentral, quasi im Untergrund, wo der Schnüffelstaat nicht so leicht Zugang hat.
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    1. Antwort von Andy Gasser  (agasser)
      Ich habe grundsätzlich Mühe mit der Verwendung von dem Begriff "Spassgesellschaft". Suggerieren deren Verwender doch oft, dass Spass haben etwas negatives sei. Hätten Sie denn lieber eine Spiessergesellschaft? Voll griesgrämigen Leuten die dauernd schlecht gelaunt sind?
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    2. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      klar nicht Herr Gasser, man kann jedoch alles übertreiben. Momentan finden sie jedoch den Antipol dazu: Griessgrämige, ängstliche, schlecht gelaunte Zeitgenossen
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    3. Antwort von Toni Koller  (Tonik)
      „Die Hälfte wird in Konkurs gehen“: Nun ja, Herr Giger, erfahrungsgemäss liegen auch die Hälfte der solcherartigen Prognosen falsch. Im übrigen: Konkursite Betriebe werden, wenn halbwegs vielversprechend, oft und gerne von anderen Wettbewerbern aus der Konkursmasse aufgekauft und weiterbetrieben. Zu günstigem Preis - aktuell wohl manchmal zulasten des Bundes (desSteuerzahlers) als Kreditbürge. Aber das sollte es uns für eine lebendige Gastrokultur wert sein.
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    4. Antwort von Andreas Morello  (Andreas Morello)
      Ich weiss ja nicht in welchem "Schnüffelstaat" Sie Leben, aber ich lebe in der Schweiz und habe nicht den Eindruck ausspioniert zu werden.
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  • Kommentar von Peter Wiesner  (Peter P. Wiesner)
    "Die Auflagen sind allerdings streng".. auch in Hinsicht der Hygieneauflagen i.d. Gastronomie?
    Darf ich fragen, da die Auflagen jetzt so streng sind, ob auch vom kantonalen Lebensmittelinspektorat ein Restaurant sofort geschlossen werden muss, wenn angeschimmelte und verdorbene Ware uvam vorgefunden wird? In der Vergangenheit hat/te man ein Bussgeldchen bezahlt und ein (Gourmet)-Lokal konnte weiter wirtschaften. Hier wäre ebenso ein umdenken dringend notwendig.
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    1. Antwort von Franco Caroselli  (FrancoCaroselli)
      Sehen Sie Herr Wiesner, der erste von vielen die einen Tag vor der Öffnung prangert und loslegt, damit alles noch mühsamer wird. Lesen Sie unten mein Beitrag zu Mitschuld. Danke.
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    2. Antwort von Franz Giger  (fjg)
      ab jetzt werden die Gesundheitsinspektoren lediglich mit BAG-Handbüchlein und einem Doppelmeter Kontrollen machen, alles andere ist Beilage...........Herr Wiesner.
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    3. Antwort von Stefan Dürr  (TomAtillo)
      @Peter P. Wiesner. Ich bin Gastronom. Die ewige Leier, alle über den gleichen Kamm zu ziehen, ödet mich an. Zugegeben, es gibt schwarze Schafe wie überall. Jedoch 1 Tag vor der Wiedereröffnung solche"alte Suppen" wieder zu wärmen, zeigt keinen Respekt vor den Gastronomen, die mit viel Herzblut und unzähligen Stunden in den Gaststuben stehen um den Gästen wie ihnen, ein Erlebnis und Freude am geselligen Zusammensein zu bieten. Wenn die mit Gastronomen ein Problem haben, machen sie es persönlich.
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