Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Firmen locken Auszubildende mit grosszügigen Angeboten abspielen. Laufzeit 04:31 Minuten.
Aus 10vor10 vom 20.08.2019.
Inhalt

Geburtenschwache Jahrgänge «Es gibt viel mehr Lehrstellen als Jugendliche»

Es herrscht ein Lehrstellenüberschuss wie selten zuvor. Während man 2003 noch im Krisenmodus von einem Lehrstellenmangel sprach, wuchs die Zahl der unbesetzten Lehrstellen im letzten Jahr auf 11'700. Und auch 2019 finden viele Unternehmen nicht genügend Lernende.

Katrin Frei, Ressortleiterin Berufsbildung beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation blickt aber optimistisch in die Zukunft. Geburtenstärkere Jahrgänge dürften die Situation längerfristig beruhigen.

Katrin Frei

Katrin Frei

Ressortleiterin Berufsbildung SBFI

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Katrin Frei leitet das Ressort «Berufsbildungspolitik» im Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)

SRF: Frau Frei, welchen Trend sehen Sie momentan auf dem Lehrstellenmarkt?

Katrin Frei: Im Moment ist der Lehrstellenmarkt entspannt. Es gibt viel mehr Lehrstellen als Jugendliche. Das ist natürlich vor allem für die Jugendlichen angenehm, weil sie eine gute Auswahl an Lehrstellen haben. Anders sieht es für die Lehrbetriebe aus; diese haben entsprechend eher Mühe, geeignete Jugendliche zu finden.

Wie kam es zu dieser Situation?

Das liegt an der demographischen Entwicklung. Im Moment haben wir rückläufige Schulabgängerzahlen, weil die geburtenschwachen Jahrgänge aus der Schule kommen. Das wird sich aber in Bälde ändern. Ab 2020 rechnen wir wieder mit mehr Lehrverhältnissen in der beruflichen Grundbildung.

Immer mehr Jugendliche wählen den gymnasialen Weg. Wie gross ist der Problemdruck für die Lehrbetriebe?

Wir sehen im Moment nicht, dass das Gymnasium wirklich sehr viele Jugendliche abzieht.

Beide Wege werden nach wie vor ihre Berechtigung haben.

Wir haben nach wie vor das Verhältnis von einem Drittel, die ans Gymnasium gehen, und zwei Drittel, die in die Berufsbildung gehen. Auch wenn wir die Prognosen anschauen, sehen wir eigentlich, dass beide Wege nach wie vor ihre Berechtigung haben werden.

Wie wahrscheinlich ist es, dass man wieder in eine Krise gerät wie zuletzt 2003?

Auch wenn es mehr Jugendliche geben wird, die eine Lehrstelle suchen, glauben wir nicht, dass wir in eine Krise geraten. Wir sind einfach viel besser vorbereitet als damals. In der letzten Lehrstellenkrise haben wir Instrumente aufgebaut, die wir jetzt gut einsetzen können.

Das Gespräch führte Omar Zeroual.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Das Problem, wir haben zu viele Studis und zu wenige "Handwerker welche noch arbeiten wollen"!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Daniele Schranz  (CWL Media Group)
      Wozu soll Ich bitteschön handwerklich arbeiten wenn Ich ein Zeit lang studieren, eine Kravatte anziehen und ohne realwirtschaftliche Leistung einfach das 4 oder 5 Fache abkassieren kann? Es geht schon lange nicht mehr darum realwirtschaftlich etwas zu machen sondern nur noch möglichst viel Kohle einzusacken und die Gesellschaft besonders der Finanzsektor befeuert das als gäbe es kein Morgen. Danke an die vorgehende Generation die uns in diese Glorreiche Zeit geführt hat. Vielen Dank.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von M. Keller  (mkel)
      Es geht weder ohne die einen, noch ohne die anderen. Neid ist hier fehl am Platz.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Daniele Schranz  (CWL Media Group)
      @M.Keller
      Ich erlaube mir anderer Meinung zu sein und um Neid geht es mir pers. nicht. Die "Macher" können ohne die "Schwätzer" aber die "Schwätzer" können definitiv nicht ohne die "Macher". Und während die "Schwätzer" für immer weniger immer mehr kriegen und die "Macher" für immer mehr immer weniger kriegen, ist es wenig überraschend das so gut wie niemand mehr ein "Macher" sein will bzw. kann da man damit auch keine Familie mehr durchbringen kann. Das Geldsystem lässt grüssen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von M. Keller  (mkel)
      Ich zähle mich zu den Studierten, die sie hier pauschal und abschätzig als "Schwätzer" bezeichnen. Auch ein Handwerksbetrieb hängt irgendwo von Studierten ab und die Studierten hängen irgendwo von Handwerkern ab. Sie können gerne mal versuchen meinen Job zu machen, sie würden kläglich daran scheitern. So wie auch ich kläglich daran scheitern würde, den ihren zu machen. Deshalb braucht es beide und eine Konkurrenz heraufzubeschwören ist unnötig. Der Büezer von Gölä lässt grüssen...
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Und dann wundert man sich, dass man Facharbeiter aus dem Ausland rekrutieren muss... ich sag ja nur.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Mohammed Mueller  (mohmueller)
    Schafft doch die Lehren ab oder zahlt angemessene Löhne. In England bekommt man zb. in einer Elektrikerlehre von 2 Jahren umgerechnet 2500Fr. im Monat. Die sind auch alle zwischen 16 und 18. Das schweizer System ist nicht so toll wie sie gerne meinen. Aufgrund der Sklavenlöhne machen mehr das Gymi. Man hat so mehr Möglichkeiten. Eine 4 Jährige Lehre dauert mit Matur nur 2 Jahre, man kann auch eines der vielen Trainingsprogramme für Maturanten wählen. ES gibt mehr Möglichkeiten als nur zu studi
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Paul Grunder  (Zimmermeister)
      Ich würde mal eine Lehre in England unter die Lupe nehmen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Mohammed Mueller  (mohmueller)
      Kenne 2 Schweizer die dort eine Lehre machten. Ja die stehen auch Schweizern offen. Man arbeitet und besucht ein College nebenbei ähnlich wie Berufsschule. Alle Firmen die sogenannte Apprenticeships anbieten bekommen auch staatliche Unterstützung. Es gibt über 1500 Lehrberufe bei denen. Schulnoten sind nicht Ausschlaggebend sondern eher die eigene Motivation. Man verdient zwischen£16,000 und £24,000 pro Jahr und die Berufsschule also das College wird vom Staat finanziert.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen