Über so viel Geld verfügt die Rega: 216 Millionen Franken hat die Rega 2024 eingenommen. Mehr als die Hälfte, 133 Millionen Franken, stammen aus Beiträgen von Gönnerinnen und Gönnern, Spenden und Nachlässen. Den Rest verdiente die Rega vor allem mit Rettungseinsätzen und damit verbundenen Einnahmen.
Diese Rechtsform hat die Rega: Trotz ihrer grossen Bedeutung für die Schweizer Luftrettung ist die Rega eine privat organisierte Stiftung. Rega-Chef Ernst Kohler macht im «Eco Talk» klar: «Wir erhalten keinen Franken Subvention, weder vom Staat noch von einem Kanton oder einer Gemeinde.» Das findet er richtig so. Die Schweiz könne stolz darauf sein, dass die Rega eine private Organisation sei, «weil sie sie selbst gebaut hat».
So kam es zum System der Gönnerschaft: 1952 gegründet, gewann die Schweizer Rettungsflugwacht schnell an Bedeutung in der Schweiz. Für neues Personal und Material war aber zu wenig Geld da. Die Öffentlichkeit sprang in die Bresche: Für Spenden von 20 Franken gab es eine Gratis-Luftrettung im Notfall. Inzwischen kostet eine Gönnerschaft 40 Franken pro erwachsener Person. Die Rega kann sich auf 3.7 Millionen Gönnerinnen und Gönner abstützen.
So profitabel kann die Rega wirtschaften: Keine der 14 Helikopterbasen arbeitet kostendeckend. Ohne die Gönnerinnen und Gönner wäre die Arbeit der Rega «unmöglich», so Ernst Kohler. Zwischen 1.7 und 3 Millionen Defizit machen die Standorte. Er nennt ein Beispiel: Im Engadin stünden 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang ein Hubschrauberpilot, ein Rettungssanitäter und ein Notfallarzt zur Verfügung. Diese hätten im November zum Beispiel 15 Einsätze gehabt. «Man kann an einer Hand abzählen, ob das rentiert oder nicht.» Aber: Das müsse die Rega dank der Gönnerinnen und Gönner auch nicht.
So viele Einsätze fliegt die Rega: Zwar setzt die Rega in ihrer Aussenwirkung stark auf Bilder der Bergrettungen. Diese machen allerdings nur sieben Prozent ihrer Einsätze aus. Konkret fliegt die Rega 600 bis 800 Mal pro Jahr in die Berge. Ernst Kohler sagt: «Ein Bergsteiger in der Eigernordwand erregt halt mehr Aufsehen in der Öffentlichkeit.» Wenn man ein Neugeborenes vom Tessin in ein interkantonales Spital fliege, sei das zwar hoch technisierte Medizin, aber «nicht spektakulär». Der Grossteil der Einsätze betrifft Personen aufgrund von Krankheiten (5300 Patientinnen und Patienten) wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle, Wintersportunfälle (1867) und Arbeitsunfälle (1047).