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IWF-Ausblick zur Weltwirtschaft
Aus Echo der Zeit vom 13.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
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Globale Rezession Corona-Schock trifft Weltwirtschaft weniger heftig als befürchtet

  • Nach dem Corona-Schock erholt sich die Wirtschaft in einigen Ländern schneller als erwartet.
  • Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den Ausblick für die Weltwirtschaft daher leicht nach oben korrigiert.
  • Trotzdem steckt die Wirtschaft immer noch tief in der Rezession.

Die Lage ist schlimm, aber nicht ganz so prekär, wie noch im Frühling befürchtet. So etwa lässt sich die leicht nach oben revidierte Prognose des Währungsfonds zusammenfassen.

Chefökonomin Gita Gopinath rechnet nun damit, dass die globale Wirtschaftsleistung in diesem Jahr «nur» um 4.4 Prozent schrumpft. Vor allem Industrieländer wie die USA, aber auch China erholten sich schneller, als zu Beginn der Corona-Pandemie erwartet.

Hiobsbotschaft für ärmere Länder

Abgesehen von China sind die Aussichten für einige andere Entwicklungs- und Schwellenländer – nach Einschätzung des Fonds – sogar wieder schlechter geworden. Und zwar deshalb, weil sich die Pandemie dort weiter und schnell ausbreitet.

Das Virus könnte langanhaltenden Schaden hinterlassen: Sämtliche Fortschritte bei der Armutsbekämpfung der letzten Jahrzehnte würden zunichtegemacht, heisst es beim IWF. Die soziale Ungleichheit dürfte dadurch wachsen.

IWF-Chefökonomin Gita Gopinath
Legende: Solange sich die Pandemie weiter ausbreitet, werde es keine Rückkehr zum normalen wirtschaftlichen Alltag geben, so Gopinath. Keystone

Ein bisschen weniger düster sieht es immerhin an den Finanzmärkten aus. Die befürchtete Katastrophe sei bisher ausgeblieben, sagte IWF-Chefökonomin Gopinath. Grund dafür sei auch die massive Unterstützung der Wirtschaft durch Notenbanken und Regierungen. Die Chefökonomin betonte: Die Weltwirtschaft stecke immer noch in einer tiefen, beispiellosen Rezession – viel tiefer als nach der Finanzkrise 2008.

Der Ausblick bleibt ungewiss. Der IWF erwartet für das kommende Jahr zwar eine Erholung der Weltwirtschaft – und ein Wachstum von durchschnittlich 5.2 Prozent. Er warnt aber auch, die Erholung werde langsam, ungleich, unsicher und anfällig für Rückfälle sein. Mit anderen Worten: Fast so unberechenbar wie das Coronavirus selbst.

Horrende Verschuldung

Solange sich die Pandemie weiter ausbreitet, werde es keine Rückkehr zum normalen wirtschaftlichen Alltag geben. Um weiteren Rückschlägen vorzubeugen, sollten Regierungen ihre Konjunkturhilfen daher nicht zu schnell zurücknehmen, fordert die Chefökonomin.

Aber lange nicht alle Länder dürften dazu in der Lage sein. Und selbst wenn, wird die Verschuldung vieler Länder durch die Stützungsmassnahmen in bislang unerreichte Höhen klettern. Eine schwere Belastung für zukünftige Generationen, die auch den geplanten ökologischen Umbau der Wirtschaft nicht erleichtern dürfte.

Echo der Zeit vom 13.10.2020, 18 Uhr

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Gmoretti  (PeGmo)
    In Sachen Positivitätsrate und Steigerung spielen wir mittlerweile ganze vorne mit.
    Dass wir in der ersten Welle so wenig Tote hatten, ist einzig dem Umstand zu verdanken, dass wir für die schweren Fälle genügend Platz in den Spitälern hatten. Die Schätzungen mit einer Dunkelziffer von Faktor 10 der ersten Welle wären ca. 10'000 Ansteckungen pro Tag. Mit aktuell geschätzter Dunkelziffer von 3 sind wird bereits heute praktisch gleich hoch und die anspruchsvollen Monate haben noch nicht begonnen
  • Kommentar von René Widmer  (Widmer)
    Abwarten! Das dicke Ende kommt noch. Bei den steigenden Zahlen wäre ich doch sehr überrascht, wenn es wirtschaftlich nicht etwas mehr bremsen würde. Da wird noch der eine oder andere Lockdown oder Einschränkung kommen und nicht nur das Weihnachtsgeschäft torpedieren.
  • Kommentar von Stefan von Känel  (Trottel der feinen Gesellschaft)
    Es ist umstritten, inwiefern zukünftige Generationen durch die Verschuldung belastet werden. Wenn ein Staat mit eigener Währung bei der eigenen Notenbank in der Kreide steht, und nicht sämtliche Barrieren bei der Geldproduktion fallen, dann spielt es für das normale Leben innerhalb dieses Staates erstmal keine Rolle, ob die Bilanz der Notenbank noch mehr aufgebläht werden. Abgesehen davon erben künftige Generationen auch die Forderungen gegen den Staat.