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Jeder Fünfte nutzt eine Neobank
Aus Tagesschau vom 12.11.2019.
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Günstig und bequem Neobanken sind auf dem Vormarsch

  • Knapp jeder Fünfte nutzt laut einer Befragung der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) die Leistung einer Neobank.
  • Geringe Gebühren und die Bequemlichkeit werden als Nutzen genannt.
  • Die Sicherheit von Neobanken wird als mittelmässig eingeschätzt.
  • Befragt wurden 600 Deutschschweizer im Alter von 16 bis 65 Jahren.

Seit wenigen Jahren bieten sogenannte digitale Neobanken ihre Dienstleistungen in der Schweiz an. Bekannt sind die britischen Anbieter Revolut und Transferwise oder die deutsche N26. Aber auch Schweizer Anbieter wie Zak (Bank Cler) oder Neon (Hypothekarbank Lenzburg) buhlen um die Kundschaft.

Diese ist mehrheitlich männlich. Von den 600 online befragten Personen aus der Deutschschweiz nutzt laut Befragung knapp jeder Fünfte (19 Prozent) eine oder mehrere Leistungen einer Neobank oder hat eine solche schon einmal ausprobiert.

Günstiger und bequemer

Die Hälfte der befragten Personen in dieser Altersgruppe (54 Prozent) kennt Neobanken. Laut eigenen Angaben hat Neon 11'000 Kunden. Zak, die digitale Lösung der Bank Cler, die sich mittlerweile ganz in Besitz der Basler Kantonalbank (BKB) befindet, weist 18'000 Kunden aus. Deutlich mehr Kunden in der Schweiz gibt Revolut mit 250'000 Personen an.

Traditionelle Banken wollen von Neobanken lernen

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Es sei nicht 5 vor 12, sondern 1 vor 12 sagt Sandro Graf, der an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften das Zahlungsverhalten untersucht. Insbesondere bei der lukrativen Altersgruppe der 30 bis 44-Jährigen nutze bereits ein Viertel digitale Neobanken.

Darauf reagieren die traditionellen Banken. Postfinance beobachte die Neobanken und adaptiere deren Funktionsweise. Eine kostenlose Kontoführung, wie das bei Neobanken oft der Fall sei, gewähre die Bank aber nur Kunden, die beispielsweise Anlageprodukte oder Hypotheken bei Postfinance hätten.

Credit Suisse plant Beobachtern zufolge, kommendes Jahr ein Basisangebot zu lancieren, dass zu sehr günstigen Konditionen oder sogar kostenlos sein soll, um auf die Konkurrenz der Neobanken zu reagieren. Auf das Gratis-Basisangebot aufbauend sollen Kunden weitere Bankdienstleistungen beziehen können, die dann nach Gebrauch verrechnet würden.

Der Preis der Bankdienstleistungen sei entscheidend, sagt Graf. Die Umfrage zeige, dass Sicherheitsbedenken zweitrangig würden, wenn die Banking-App einfach zu bedienen und kostenlos sei.

Gegenüber den traditionellen Bankdienstleistern punkten die Neobanken laut Befragung mit tiefen Gebühren für Transaktionen respektive geringen Kosten für die Kontoführung oder Karten. 73 Prozent der Befragten nutzen Neobanken zusätzlich zu traditionellen Anbietern. Am häufigsten würden sie für Internetzahlungen genutzt (22 Prozent), gefolgt von Bank- und Postüberweisungen (16 Prozent) sowie Bezahlen vor Ort (16 Prozent).

Sicherheitsbedenken

Neobanken werden von den Befragten als mittelmässig sicher eingeschätzt. Dies nicht zuletzt, weil Kunden von Revolut oder Transferwise Opfer von sogenannten Phishing-Attacken oder Cyberangriffen wurden. Am sichersten werden inländische Anbieter wie Neon oder Zak wahrgenommen.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Michel Ebinger  (Michel Ebinger)
    Ich traue schon meinen Banken nur bedingt, solchen Banken würde ich sicher nicht trauen.Rosinenpicker, die dann massiv aufschlagen, wenn die andren Banken verdrängt sind
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    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Wie kommen Sie jetzt da drauf? Das Phänomen, das Sie beschreiben würde dann zutreffen, wenn sich dadurch ein Monopol bilden würde und/oder die Kosten momentan nicht mit dem Einkommen übereinstimmen würden, also das Konzept finanziell nicht nachhaltig wäre.

      Es ist rel. einfach so ein App zu machen, und es gibt kaum Netzwerkeffekte, ein Monopol wird also nicht entstehen.

      Reine Onlinebanken, haben eine massivst schlankere Kostenstruktur, auch hier geht die Rechnung auf.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Grundsätzlich können das angestammte Banken auch. Allen voran Postfinance. Was diese noch nicht kapiert haben: ihre Gewinne müssen runter, sonst werden sie nicht überleben (und nein, beim Personal zu sparen, um die Gewinne zu halten, wird sich bitte rächen und ebenfalls im Tod enden). Der disruptive Aspekt bezieht sich hier also eigentlich mehr auf den Anstand von Marktteilnehmern...
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