Zum Inhalt springen

Header

Video
Neue Strategie für Schienengüter-Verkehr
Aus Tagesschau vom 15.05.2018.
abspielen
Inhalt

Güter- vs. Personenverkehr Wer hat Vortritt auf der Schiene?

Das Bahnnetz ist bis zum Anschlag ausgelastet. Nun werden Forderungen laut, den Güterverkehr stärker zu berücksichtigen.

Nicolas Perrin, der Direktor von SBB Cargo, sagt es so: «Verkehrsinfrastruktur ist in der Schweiz ein knappes Gut. Man steht sich auf den Rädern respektive den Füssen herum.» Auf der Strasse bedeute das Stau. Der Vorteil der Bahn sei, dass man planen könne, wie man mit den Konflikten umgehe, sagt der SBB-Güterverkehrs-Chef an der Medienkonferenz des Verbands öffentlicher Verkehr (VöV) am Dienstag.

Gutes Konfliktmanagement gefordert

Konkret geht es um die Zuteilung von sogenannten Trassen. So nennt man das Recht, einen bestimmten Eisenbahnabschnitt zu einem bestimmten Zeitpunkt zu befahren. Mit einem Güterzug – oder eben mit einer S-Bahn oder einem Intercity. Es geht also um ein gutes Konfliktmanagement.

Es kann nicht sein, dass der Güterverkehr immer am Schluss kommt.
Autor: Ueli StückelbergerDirektor des Verbands öffentlicher Verkehr

Das ist auch Ueli Stückelberger bewusst, dem Direktor des VöV. Er vertritt nämlich beide Seiten, den Personen- und den Güterverkehr. «Uns ist wichtig, dass man den Schienengüterverkehr nicht vergisst. Er hat eine grosse Zukunft und hat im Vergleich zum Ausland einen grossen Anteil – im Binnen- und im Transitverkehr sowieso.»

Der Güterverkehr müsse auch in Zukunft genügend Trassen zur Verfügung haben, fordert Stückelberger. In der öffentlichen Diskussion spiele dieser nämlich eine weitaus kleinere Rolle als der Personenverkehr. Deshalb bestehe die Gefahr, dass der Güterverkehr zu kurz komme.

Wird der Güterverkehr vergessen?

Die Konfliktpotenziale zwischen Güter- und Personenverkehr müssten frühzeitig erkannt werden: «In Diskussionen muss eine Lösung gesucht werden. Es braucht eine langfristige Planung. Es kann nicht sein, dass der Güterverkehr immer am Schluss kommt.»

Für den Güter- wie auch für Personenverkehr stehen genügend gute Trassen zu Verfügung.
Autor: Olivia EbingerSprecherin beim Bundesamt für Verkehr

Das sei auch nicht so, antwortet Olivia Ebinger, Sprecherin beim Bundesamt für Verkehr (BAV): «Das Schweizer Schienennetz ist tatsächlich bis an seine Grenzen ausgelastet.» Der Bund habe jedoch in den letzten Jahren sehr viel dafür getan, dem Güterverkehr zeitlich und qualitativ gute Trassen zu sichern. Heute könne man sagen: «Für den Güter- wie auch für Personenverkehr stehen genügend gute Trassen zu Verfügung.»

Konkret hat das BAV für 2018 erstmals einen sogenannten Netznutzungsplan erlassen, welcher die Trassen für den Güter- und den Personenverkehr zuteilt. Doch dieser Plan ist umstritten; sowohl im Raum Zürich als auch in der Zentralschweiz gibt es schon jetzt konkrete Konflikte zwischen Personen- und Güterverkehr.

Bahnausbau soll künftige Konflikte vermeiden

Mit zunehmendem Verkehr dürften sich diese Konflikte noch verschärfen. Deshalb, so die BAV-Sprecherin, habe man in der Ausbauplanung für das künftige Bahnnetz gezielte Massnahmen aufgenommen: «Sie sollen sicherstellen, dass genügend Platz ist – nicht nur für Personen-, sondern auch für Güterzuge. Und das während des ganzen Tages.»

Der Ausbau der Bahninfrastruktur dürfte also zumindest teilweise Abhilfe schaffen; bis 2025 investiert der Bund gut 12 Milliarden ins Schienennetz, und zur Diskussion steht bereits ein weiterer Ausbauschritt bis 2035, der nochmals fast gleichviel kosten soll.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ludwig Schmid  (Ludwig Schmid)
    Habe ich das richtig verstanden, eine Trasse ist das Analogon zum Slot im Flugverkehr?
  • Kommentar von Lars Graf  (Lars)
    Der Güterverkehr auf der Schiene ist viel zu laut! Nachtfahrverbot tut Not.
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      An Herr Graf: Ich habe lieber Lärm auf den Schienen als auf den Autobahnen. Ich bin kein Linker, aber wenn wir den Verkehr und die Umwelt entlasten wollen gehören schwere Lasten auf die Schiene und nicht auf die Strasse. Ich wohnte schon in der Nähe von viel befahrenen Gleisen sowie an einer Autobahn. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Lärm von den Zügen verglichen mit denen von Autos und Lastwagen weniger schlimm ist.
  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Beides hat wohl auf dem Schienenverkehr nur Zukunft wenn man es ähnlich gewichtet. Den Personenverkehr könnte man mit folgenden Schritten mehr entlasten: - Weniger 1. Klasse-Wagen dafür mit mehr 2. Klasse-Wagen. - Nur an Stellen halten wo eine gewisse Zahl ein- und aussteigt. - Mehr Doppelstock-Züge