Zum Inhalt springen

Header

Audio
Trotz Flutung der Geldmärkte steigen die Zinsen
Aus Info 3 vom 02.04.2020.
abspielen. Laufzeit 03:03 Minuten.
Inhalt

Hypozinsen steigen wieder «Die Anleger wollen wegen Corona nur noch Cash»

Erst kürzlich war eine zehnjährige Hypothek fürs Eigenheim für 0.4 Prozent Jahreszins zu haben. Doch mit dem Coronavirus hat der Wind gedreht: Trotz Flutung der weltweiten Finanzmärkte mit Billionen von Dollar ziehen die Zinsen derzeit an. Wieso sich der Markt nicht so entwickelt, wie man erwarten würde, weiss SRF-Wirtschaftsredaktorin Charlotte Jacquemart.

Charlotte Jacquemart

Charlotte Jacquemart

Wirtschaftsredaktorin, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Charlotte Jacquemart hat an der Universität Zürich Ökonomie studiert und arbeitet seit Juni 2017 als Wirtschaftsredaktorin bei Radio SRF. Zuvor war sie 13 Jahre lang bei der «NZZ am Sonntag» tätig.

SRF News: Die Hypotheken in der Schweiz sind seit Anfang März etwas teurer geworden. Welche Erklärung haben Sie dafür?

Charlotte Jacquemart: Dafür gibt es mehrere Gründe. So sind die Zinsen bei den eidgenössischen Staatsanleihen gestiegen. Diese bilden die Grundlage für die Hypozinsen. Die Staatsanleihen ihrerseits sind gestiegen, weil die Anleger sogar diese als sicher geltenden Papiere verkauften, weil sie in ihrer Corona-Panik nur noch Cash wollen.

Es gibt derzeit Spannungen am Kapitalmarkt.

Zudem gibt es Spannungen am Kapitalmarkt: Die Banken müssen mehr dafür bezahlen, wenn sie sich via Spareinlagen refinanzieren und dies absichern müssen. Der dritte Grund ist, dass die Banken jetzt viel Geld brauchen für Kredite an die in Not geratenen Unternehmen. Die Hypotheken stehen derzeit weniger im Zentrum ihrer Geschäftstätigkeit. Dadurch gibt es weniger Konkurrenz auf dem Hypothekenmarkt, was wiederum zu tendenziell höheren Zinsen führt.

Die Hypozinsen waren seit der Finanzkrise auf Rekordtief. Steigen sie jetzt wieder auf ein normaleres Niveau?

Vorerst eher nicht. Denn auch wenn die Zinsen für die langfristigen Hypotheken etwas ansteigen, bleibt das Niveau insgesamt rekordtief. So liegt die durchschnittliche Zehnjahres-Hypothek auch jetzt erst bei 1.2 Prozent Jahreszins. Allerdings könnten die Schwankungen auf dem Zinsenmarkt anhalten, bis das Gröbste in Sachen Corona-Krise vorbei ist.

Besteht angesichts dieser Ausgangslage die Gefahr, dass auch die Wohnungsmieten steigen?

Bisher haben sich die Mieten nicht bewegt – das erstaunt nicht, denn höhere Zinsen würde man allenfalls erst mit Verzögerung spüren. Zwar hat der Leerbestand der Wohnungen auf dem Mietmarkt seit Beginn der Corona-Krise etwas abgenommen, doch gerade jetzt suchen auch weniger Leute eine neue Wohnung. Deshalb ist beim Niveau der Mietzinsen für Wohnungen derzeit alles beim Alten.

Das Gespräch führte Danièle Hubacher.

Wir beantworten Ihre wissenschaftlichen Fragen im Chat

Wir beantworten Ihre wissenschaftlichen Fragen im Chat

Haben Sie wissenschaftliche Fragen zur Krankheit Covid-19 und zum Coronavirus? Heute von 16 bis 18 Uhr beantworten Wissenschfts-Expertinnen und -Experten von SRF Ihre Fragen. Der Chat findet hier statt.

Rendez-vous, 02.04.2020, 12:30 Uhr;

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Wir informieren laufend über die aktuelle Entwicklung und liefern Analysen zum Coronavirus. Erhalten Sie alle wichtigen News direkt per Browser-Push. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Thomas Meier  (Harz)
    Die Kollatoralschäden der Krise werden auf der wirtschaftlichen Seite immens sein. Die Börse einen Riesenrutsch gemacht und das Problem ist nicht ein "long only" Kunde, welcher jetzt einfach 40 % weniger hat sondern der mit "short leverage" statt ein Vermögen von 2 Mio plus nun via "margin call" ein Minus von 3 Mio hat. Das ist ein Beispiel und klappt bei Hedgefunds auch mit Milliarden. Das heisst, Geld "Cash" ist trotz der Riesengeldspritze der Staaten knapp geworden! Dies ist erst der Anfang..
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Maria Kaiser  (Klarsicht)
    Eine etwas seltsame Erklärung für den Anstieg der Hypozinsen, eher ist der Markt nun gesätigt und mit dem Niederzins von bis 0.4% ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Nun haben die Baunachzügler und Kurzzins-Verträge schlechte Karten. Die Baublase war zu gross, um sie weiter esxpandieren zu lassen. Also schleichend zurück auf das Niveau vor 5 Jahren -schlimm trifft es die Hypoträger die nun auch Einkommens-Einbussen zu verkraften haben- bald kommen die Asgeier und warten auf Versteigerungen .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Das ist bei diesen Rekordtiefen Zinsen nun wirklich nicht zu erwarten. Wenn jemand das so gerechnet hat, dass der Zins unter 2% bleiben muss und sonst verkraftet er es nicht, dann ist der Fehler in dieser Rechnung und nicht in der Corona Krise.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen