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Infrastruktur-Programm Schweizer Firmen hoffen auf Aufträge aus den USA

  • Das von US-Präsident Joe Biden vorgestellte gigantische Programm zur Modernisierung der Infrastruktur in den USA weckt auch bei Schweizer Unternehmen grosse Hoffnungen.
  • Experten gehen davon aus, dass hiesige Unternehmen dank ihrer Spezialisierung und Präsenz in Nordamerika an Aufträge gelangen werden.
  • Biden will die Infrastruktur im Land mit einem gross angelegten Programm im Umfang von über zwei Billionen Dollar verbessern.
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Aus dem Archiv: Biden will in Infrastruktur investieren
Aus Tagesschau vom 31.03.2021.
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«Der Zustand der Infrastruktur in den USA ist bedenklich, ja teilweise sogar katastrophal», sagt John Plassard, stellvertretender Direktor der Mirabaud Banque in Genf. So befänden sich etwa das nationale Stromnetz, die Wasseraufbereitung, Schulen, Flughäfen oder das Strassennetz allgemein in einem sehr schlechten Zustand.

Plassard schätzt den Investitionsbedarf in den USA für die nächsten zehn Jahre auf mehr als vier Billionen US-Dollar. Das von Joe Biden am Mittwoch vorgestellte Investitionsprogramm umfasst Ausgaben in Höhe von rund zwei Billionen Dollar und folgt auf ein Konjunkturprogramm im fast gleichen Umfang.

Aussicht auf Aufträge

Laut John Plassard dürften bei der Vergabe von Aufträgen zum Infrastrukturprogramm in erster Linie Unternehmen in der USA zum Zug kommen. Doch könnten auch Schweizer Firmen als deren Subunternehmer Aufträge erhalten, glaubt Plassard.

Auch beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse ist man optimistisch. «Das Projekt erhöht nicht nur die Nachfrage nach Schweizer Gütern, sondern hat auch indirekte Einflüsse», sagt Jan Atteslander, Leiter Aussenhandel bei Economiesuisse.

Das Projekt erhöht nicht nur die Nachfrage nach Schweizer Gütern, sondern hat auch indirekte Einflüsse.
Autor: Jan AtteslanderLeiter Aussenhandel bei Economiesuisse

Eine moderne Infrastruktur mache das Land wettbewerbsfähiger, was den Schweizer Firmen in Nordamerika zugutekomme, ist Atteslander überzeugt. Und aus dem Programm dürfte das E-Commerce-Geschäft in den USA gestärkt hervorgehen, wovon Schweizer Exporte profitierten.

Hohe Erwartungen in der Schweiz

Die Erwartungen an die Biden-Pläne sind hoch. Laut einer jüngst durchgeführten Umfrage der Credit Suisse und der CFA Society Switzerland rechnen drei Viertel der befragten Finanzanalysten damit, dass die Schweizer Wirtschaft vom US-Investitionsprogramm profitieren wird.

Werk der Stadler Rail
Legende: Für Stadler Rail sind die Pläne der USA durchaus interessant - soll doch auch die Eisenbahn-Infrastruktur modernisiert werden. Keystone

Seitens der Grosskonzerne äusserte sich etwa ABB-Chef Björn Rosengren positiv zu den geplanten Investitionen. Die Modernisierung der US-Infrastruktur biete ein enormes Potenzial für ABB. Die Gruppe erzielt immerhin knapp ein Viertel des Umsatzes in den USA.

Chancen für KMU in Nischenbereichen

Beim Baustoffkonzern LafargeHolcim, der ebenfalls eine starke Präsenz in Nordamerika hat, sagte CEO Jan Jenisch, er sei «erfreut über die soliden Wachstumsaussichten», die der Plan des US-Präsidenten biete.

Und auch dem Zugbauer Stadler oder dem Stromzählerspezialist Landis+Gyr dürften sich Chancen auf weitere Aufträge eröffnen.

Doch nicht nur grosse Firmen, sondern auch KMU könnten dank ihrer Expertise in Nischenbereichen ein Stück vom Kuchen abbekommen, glaubt Jan Atteslander. Um sie in diesem riesigen Markt zu unterstützen, seien das Know-how und die Mittel des Exportförderers Switzerland Global Enterprise, der Swiss-American Chamber of Commerce oder der kantonalen Handelskammern wichtig.

SRF 4 News, 01.04.2021, 9.30 Uhr;

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Stadler Rail hat den US-Markt schon lange im Focus, und sich schon über Jahre hinweg in Stellung gebracht (Mithilfe bei der Modernisierung von Normen, etc.). Ein Grossauftrag führte zum Aufbau einer eigenen Fabrik in Salt Lake City (damit können den verschiedenen "buy america"-Regeln Genüge getan werden).

    Im US-Markt ist Stadler bereits jetzt schon eine nicht zu vernachlässigende Grösse.
  • Kommentar von Adrian Steinemann  (steinead)
    Es ist ja schön, nimmt diese Aussage unsere Wirtschaft war. Was mich einfach befremdet ist die Art und Weise. Wie Hyänen erhoft man sich ein Stück. Was heisst das für die Angestellten? Die Schere öffnet sich weiter. Volle Auftragsbücher, 20% noch mehr
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      @steinead. Ich bin etwas verwirrt über den Kommentar den sie geschrieben haben. Eine Firma muss ja zu Aufträgen kommen, sonst braucht es sie ja nicht. Für die Angestellten heisst das, ihre Stelle ist gesichert. Es gibt ja noch sehr viele Arbeitslose, so sollte die 20% noch mehr einfach mit Personal abgedeckt werden können.