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Investitionen in Cannabis Rendite mit Kiffern – lohnt sich das?

Neu wird auch in der Schweiz mit Papieren der Cannabis-Branche gehandelt. Die Anlagen bergen aber latente Absturzgefahr.

Legende: Audio Anlagemöglichkeit Cannabis abspielen. Laufzeit 03:19 Minuten.
03:19 min, aus Rendez-vous vom 05.07.2018.

Der Cannabis-Markt ist längst zum Milliardenmarkt geworden. Vor allem in den USA, wo das Kraut in vielen Bundesstaaten bereits legalisiert ist – in den meisten allerdings nur zu medizinischen Zwecken. Die Branche ist lukrativ, die Anleger interessiert. Allein in Deutschland werden bereits mehr als 150 Cannabis-Papiere gehandelt. Da ist die Schweiz geradezu rückständig.

Hier gibt es nur ein einziges Cannabis-Zertifikat, das die grösste Online-Bank Swissquote seit einigen Monaten vertreibt. Swissquote-Chefstratege Peter Rosenstreich schwärmt von einer ganz aussergewöhnlichen Anlagemöglichkeit: In den USA würden jetzt schon bis zu 50 Milliarden Dollar jährlich mit Cannabis-Produkten zu Heilzwecken umgesetzt.

Dies geschehe zwar zum Teil auf dem Schwarzmarkt. Aber je mehr der Konsum legalisiert werde, desto mehr Geld könne man auch legal mit Cannabis verdienen, sagt Rosenstreich.

«Cannabis ist ein rechtliches Minenfeld»

Swissquote setzt mit seinem Zertifikat ausschliesslich auf etablierte, börsenkotierte Cannabis-Firmen in den USA und Kanada, die an der Börse mindestens 50 Millionen Dollar wert sind. Trotzdem: Das Angebot ist eher etwas für risikobewusste Anleger, denn die Kurse schwanken stark.

Auch Markus Fuchs, Geschäftsführer des Schweizer Fonds-Verbands, warnt vor hohen Risiken. «Cannabis ist ein rechtliches Minenfeld. Die Herstellung und das Angebot von Cannabis-Produkten ist in vielen Ländern fortgeschritten. In anderen Staaten stehen wir ganz am Anfang einer strukturierten Debatte.»

Deutsche Börsenaufsicht verbietet Handel

Die Reputationsrisiken seien nicht zu unterschätzen, und deshalb ist sicher Vorsicht angebracht, so Fuchs. Für Pensionskassen, die zu Nachhaltigkeit verpflichtet seien, kämen Cannabis-Anlagen im Moment nicht in Frage.

Cannabis-Titel kommen potenziell in dieselbe Ecke wie andere Sündentitel.
Autor: Markus FuchsSchweizer Fonds-Verband

Zu gross ist das Risiko der Rufschädigung: «Cannabis-Titel kommen potenziell in dieselbe Ecke wie andere Sündentitel, namentlich Tabak, Alkohol und Drogen.» Wie gross die Absturzgefahr allein wegen der politischen Regulierung ist, zeigt das Beispiel Deutschland: Dort hat die Börsenaufsicht in der vergangenen Woche von einem Tag auf den anderen alle Cannabis-Papiere als illegal eingestuft. Der Handel musste eingestellt werden.

Der Grund: Die deutschen Wertpapiere werden von Luxemburg aus verwaltet, wo Besitz und Konsum von Cannabis verboten sind. Die hochfliegenden Renditepläne habe sich damit blitzschnell in Rauch aufgelöst.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Marlies Artho (marlies artho)
    Äxgüsi jetzt begreife ich gar nichts mehr.Kiffen soll Rendite bringen.Rauchen ist ungesund und hat die Tabakfirmen geschädigt.Raucher bezahlten einen grossen Beitrag an die AHV.Das gleiche ist auch beim Alkohol Promille Senkung,was wiederum Restaurant stark zu spüren bekommen,Raucher bleiben fern "Znünipause", Wein getrunken wird zur Seltenheit.Befürworte weder Rauchen,Kiffen noch Alkohol,wie ich jedoch beobachte,ist dies ein Pingpong Spiel, was dem einen recht ist, geht dem andern zu wieder.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Rauchen und alkoholische Getränke sind nicht verboten, jedoch die Werbung und der Verkauf ist stark eingeschränkt. Bei Cannabis-Produkten ist das Problem, dass man einerseits legalisieren will , aber andererseits soll sich der Konsum nicht allzu stark verbreiten.
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    2. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      A. Planta haben wir nicht Rauchverbot in Restaurant, zum Teil in öffentlichen Räumen, da gesundheitsschädigend, Alkohol Promillesenkung ja ist kein Verbot, jedoch auch eine Einschränkung. Wieso soll Kiffen legalisiert werden, während dem man andere Suchtmittel mit Verbot und Einschränkungen belegt. Dies ist das was ich bemängle am ganzen, denn Kiffen, Rauchen Alkohol sind alle nicht so harmlos wie man meint. Alle werden, irgendwie benebelt.
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    3. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Kiffen soll legalisiert werden, weil in einem freien Land der Bürger entscheidet was er konsumiert. Allerdings sollte der Verkauf und die Werbung stark eingeschränkt werden und vor allem müssen die jungen Menschen auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden. Es muss ein gangbarer Weg gesucht werden. Verbote gehören definitiv nicht dazu.
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    4. Antwort von Marlies Artho (marlies artho)
      A. Planta Warum wurde dann das Rauchverbot eingeführt? Zudem bekam die AHV von den Raucher sehr viel Geld in die Kasse. (Weil in einem freien Land der Bürger entscheidet was er konsumiert), richtig nur Ihre Antwort von Ihnen widerspricht sich doch, für die einen macht man Verbote, das andere will man legalisieren. Qualm gibt es von beiden Seiten, der unangenehm ist für nicht Kiffer und Raucher. Das ganze gibt mir eher zu denken, wie widersprüchlich manchmal umgegangen wird, bei Forderungen.
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    5. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Rauchen ist nicht generell verboten, sondern nur in öffentlich zugänglichen Gebäuden, ÖV u.ä. Ich glaube kaum, dass man das Kiffen in den besagten Räumen zulassen würde;-)
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  • Kommentar von Hermann Dettwiler (Alapeller)
    Warum ist es kein Thema, dass Bewusstseins- trübende Substanzen das geistige Potenzial immer mehr abdunkeln? Wohl weil die 99% Alkohol- Cannabis- etc.- Konsumenten diese Schwächung nicht bemerken, geschweige denn eingestehen würden.
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