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Das grosse Wetteifern der Streaming-Dienste
Aus 10 vor 10 vom 19.05.2021.
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Kampf um Zuschauer Das «Sofakino» wird teurer

Der Streaming-Markt wird immer umkämpfter und fragmentierter. Die Konsequenzen für die Nutzerinnen und Nutzer: Das Angebot wird breiter, ist aber auch mit höheren Kosten verbunden.

Warner Media, die Mediensparte des amerikanischen Telekom-Unternehmens AT&T, produzierte mit dem Film «Godzilla vs. Kong» einen fiktiven Kampf der Giganten. Einen realen Kampf liefert sich das Unternehmen mit anderen Streaming-Anbietern. Um am Markt zu bestehen, fusioniert Warner Media im nächsten Jahr mit Discovery, einem amerikanischen TV-Unternehmen. Zusammen werden die beiden Firmen zum zweitgrössten Medienkonzern der Welt aufsteigen.

Beschleunigt durch die Corona-Pandemie ist ein regelrechtes Wettrüsten unter den Medienkonzernen entstanden. Mit dem Ziel, so viele Kunden wie möglich mit möglichst gutem Inhalt zu unterhalten.

Goldene Zeiten für Streaming-Nutzer vorbei

Aufgrund der Pandemie verbrachten die Menschen mehr Zeit zu Hause und mit den Streaming-Angeboten der Medienhäuser. Doch ein gelungener Filmabend mit «Godzilla vs. Kong» und anschliessend noch einer Folge «Haus des Geldes», eine Netflix-Eigenproduktion, geht inzwischen ins Geld.

Früher war es für die Nutzerinnen und Nutzer ganz einfach. Es gab einfach Netflix und dann vielleicht noch Amazon und man konnte einen abonnieren und bekam eigentlich alles.
Autor: Manuel PuppisMedienwissenschaftler

Ein einziges Abonnement reicht heute meist nicht mehr, um alle Lieblingssendungen auf Abruf verfügbar zu haben. Zu Beginn des Streaming-Zeitalters war das noch anders. Medienwissenschaftler Manuel Puppis stellt fest: «Früher war es für die Nutzerinnen und Nutzer ganz einfach. Es gab einfach Netflix und dann vielleicht noch Amazon und man konnte einen abonnieren und bekam eigentlich alles. Filme und Serien von allen möglichen Hollywood-Studios und vielen europäischen Produzenten. Diese Zeiten sind vorbei.»

Hätten sie zu Beginn den Trend noch verschlafen, seien die Filmstudios mittlerweile aus ihrer Lethargie erwacht. «Unterdessen hat fast jedes Hollywood-Studio auch einen eigenen Streaming-Dienst gegründet. Nicht alle davon sind in der Schweiz erhältlich. Aber in den USA sind alle heute schon auf dem Markt. Das heisst auch: Sie verkaufen die Rechte für Filme und Serien, die sie im Archiv haben, nicht mehr an die Konkurrenz wie Netflix, sondern strahlen das selber aus. Deshalb bekommt man es bei Netflix und Amazon nicht mehr zu sehen.» begründet Puppis den fragmentierten Markt.

Nutzerinnen und Nutzer spüren dies langsam, aber sicher im Portemonnaie. Konnten früher durch Streaming-Dienste Kosten gespart werden, summieren sich die verschiedenen Abonnements auf den Plattformen zu hohen monatlichen Ausgaben.

Mehr Auswahl und Diversität

Mehr Anbieter auf dem Markt sind aber auch gleichbedeutend mit einer grösseren Auswahl an Filmen und Serien. Wer sich also vor dem tiefen Griff ins Portemonnaie nicht scheut, bekommt immerhin auch eine grosse Palette Unterhaltung ins Wohnzimmer geliefert.

Wie teuer sind die Streaming-Dienste in der Schweiz?

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Ein Nutzer, der alle Streaming-Dienste, die in der Schweiz verfügbar sind, abonniert hat, kommt am Ende des Monats auf Gesamtkosten von rund 80 Schweizer Franken.

Am teuersten ist die Basisversion bei UPC My Prime mit 15 Franken pro Monat. Nur wenig günstiger ist das Angebot von Sky Show mit monatlichen Kosten von 14.90 Franken.

Disney plus und Teleclub Play belegen mit jeweils 12.90 Franken die Plätze drei und vier. Die Basisversion von Netflix (Zugang auf einem Gerät in SD-Auflösung) gibt es einen Franken günstiger.

Die kostengünstigsten Angebote stammen von Amazon Prime und Apple TV. 6.40 Franken respektive 6 Franken kostet der Zugang zu den Inhalten auf diesen Plattformen.

Gesättigte Märkte in den USA und Europa führen dazu, dass die Streaming-Dienste ihr Glück im asiatischen und südamerikanischen Raum suchen. Folglich entsteht ein immer diverseres Unterhaltungsprogramm mit Produktionen aus Ländern wie Indien, Südkorea oder auch Mexiko.

Dieser Trend zu immer mehr Plattformen mit exklusivem Inhalt wird wohl so schnell nicht abreissen. Auch Amazon plant angeblich, mit dem Kauf des James-Bond-Filmstudios MGM seinen Streaming-Dienst aufzupolieren. Der Kampf der Streaming-Giganten um die Gunst der Zuschauer wird ebenso spannend zu verfolgen sein wie so manche ihrer Filme.

10 vor 10, 19.05.2021, 21:50 Uhr

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36 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Blaser  (PrCh)
    Ich bin mit der Überschrift gar nicht einverstanden. Die Streaming-Anbieter werden eher günstiger, da es mittlerweile viel mehr Konkurrenz gibt. Wenn gewisse Menschen einfach alles auf Abruf sehen wollen können, heisst das doch nicht, dass das Streamen teurer wird, so wie man das aus der Überschrift verstehen könnte.? Auch hatte Netflix vor ein paar Jahren ein viel kleineres Angebot zu einem höheren Preis. Das sind doch reine Luxusprobleme und keine Teuerungen!?
  • Kommentar von Roman Weibel  (Roman67)
    Schon gewusst, dass immer mehr Bibliotheken ein Filmstreaming Angebot haben? Gratis im normalen Bibiabo inbegriffen. Es heisst Filmfriend. Zurzeit bieten es 20 Bibliotheken an, siehe Filmfriend.ch. Und übrigens haben noch mehr Bibliotheken einen Musikstreamingdienst, namens Freegal. Ebenfalls im Abo inbegriffen. Ein Bibiabo ist günstiger als ein Netflix oder Spotify Abo.
  • Kommentar von Norbert Vogel  (Zägg En Amsle)
    Die Lösung für mich ist ganz einfach - ich zahle EINEN Streaming-Dienst, zur Zeit ist das Netflix.

    Gibt es dort etwas nicht, lade ich mir den Film oder die Serie von einem Sharehoster. Das ist in der Schweiz zum privaten Eigengebrauch zum Glück völlig legal. Schlechtes Gewissen? Überhaupt nicht, die Fragmentierung ist ein hausgemachtes Problem der Filmstudios. Bei Musikstreaming kriegen sie es ja auch hin, dass es zwar Spotify, Deezer, iTunes etc. gibt, aber fast alles überall verfügbar ist.