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Veranstaltungsbranche leidet unter Corona
Aus Rendez-vous vom 06.08.2020.
abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
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Keine Openairs wegen Corona Erst bleibt das Festivalgelände leer – dann die Kasse

Der Bund soll nicht alle Events in einen Topf werfen, sagt der Chef vom Heitere Open Air in Zofingen. Er hofft auf 2021.

Der Wind weht, Vögel zwitschern. Sonst ist es ruhig auf dem Hügel oberhalb von Zofingen. Christoph Bill schaut auf die leere Wiese vor sich. Normalerweise sähe es in diesen Tagen hier ganz anders aus, erklärt der Organisator des Heitere Open Airs. «Man würde unzählige Zelte sehen, der Zeltplatz wäre praktisch voll belegt, die Infrastruktur würde komplett stehen. Die beiden Bühnen, all die Zelte, die Bars, die Essensstände und so weiter.»

Rund 50'000 Personen würden in diesen Tagen hier feiern. In diesem Jahr ist es völlig anders: «Manchmal könnte ich mich ohrfeigen, dass man so ein Szenario nicht irgendwo eingebaut hat. Man hat mal darüber gesprochen, es aber einfach wieder auf die Seite gelegt. Und plötzlich ist es hier, es ist unglaublich», so Bill. Immerhin, finanziell kann es sein Open Air verkraften, wenn es einmal ausfällt. Es konnte in den letzten Jahren Reserven bilden.

Auch Zulieferer von Ausfall betroffen

Vielen anderen sei dies jedoch nicht möglich gewesen, meint Bill, der gleichzeitig auch Verbandspräsident der Konzertveranstalter ist. «Man muss sich bewusst sein, dass die Luft schon jetzt für viele knapp wird, nicht nur für die Veranstalter, sondern auch für viele Zulieferer. Bei ihnen sind die Polster häufig dünner. Aus wirtschaftlichen Gründen ist es gar nicht möglich, riesige Polster anzulegen. Und da werden wir auf riesige Probleme zulaufen.»

Christoph Bill
Legende: Christoph Bill vom Heitere Open Air hat Glück, die Reserven decken die diesjährige Absage. SRF/Mario Gutknecht

Bill befürchtet eine Entlassungswelle in der Veranstaltungsbranche. Deshalb fordert er mehr Geld vom Bund. Dieser hatte im März 280 Millionen Franken für die Kultur versprochen. Das sei jedoch deutlich zu wenig: «Es reicht jetzt schon nicht. Es sind mehr Gesuche eingegangen, und wir müssen darauf pochen, dass, wenn diese Massnahmen verlängert werden, auch die finanzielle Unterstützung verlängert wird, wenn einem die Kultur etwas wert ist. Entsprechend wird es ein Mehrfaches dieses Betrages brauchen.»

Das Doppelte oder gar das Dreifache der 280 Millionen, schätzt Bill. Die finanzielle Hilfe ist aber nicht das Einzige, was er möchte. Er fordert auch, dass je nach Art der Veranstaltung unterschiedliche Coronaregeln gelten.

Man darf eben nicht alle Events in einen Topf werfen.
Autor: Christoph BillPräsident des Veranstalterverbands

«Man muss die Massnahmen nicht bloss auf die Personenzahl abstellen, sondern man muss beginnen, die Art der Veranstaltung zu unterscheiden. Ist sie drinnen, ist sie draussen, ist sie bestuhlt oder können die Leute stehen? Wie lange sind die Leute vor Ort? Wie verhalten sie sich?» Das müsse man berücksichtigen. «Und da darf man eben nicht alle Events in einen Topf werfen.»

Der Bund soll je nach Veranstaltungstyp eigene Regeln ausarbeiten. Da draussen die Gefahr einer Ansteckung sehr wahrscheinlich kleiner ist, könnten die Musikfestivals davon profitieren. Und so ist Bill zuversichtlich, dass es im nächsten Jahr wieder eine Heitere Open Air geben kann und er nicht wieder auf einer leeren Wiese steht.

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Aus dem Archiv: «Wir sind auf dem linken Fuss erwischt worden»
Aus 10 vor 10 vom 04.03.2020.
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Rendez-vous, 06.08.2020, 12:30 Uhr

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Schoenenberger  (Beaumont)
    Im April hiess es dass die ganze Corona Geschichte der Schweiz 80 Milliarden kosten würde. Selbst wenn jener Betrag damals etwas hoch gegriffen sein sollte so ist heute anzunehmen dass er nicht reichen wird. Denken wir an Arbeitslose, Krankenkasse, Konkurse, Verdientverlust Ausgleich, Kapitalverluste jeglicher Art, Steuerausfälle usw. plus all jenes das hier vergessen habe.
    1. Antwort von Hans H. Hirt  (AndromedaAxiomis)
      Man sollte nicht immer nur ans Geld denken, denn das soziale Disaster wird noch viel grösser sein. Danke BR.
  • Kommentar von Ramon Frey  (Ramon Frey)
    Wenn man events wie gefordert differenziert anschaut, dann ist wohl klar dass openairs, obwohl draussen, als allerletztes erlaubt werden sollten.
    Tausende ange- oder betrunkene die alle in winzigen zelten schlafen und lauthals grölen/singen und das mehrere tage lang. Also ohne impfstoff wird es definitiv kein heitere 2020 geben...
  • Kommentar von Stefan Gisler  (Stefan Gisler)
    Wir in der Schweiz haben wahrlich Luxus Probleme, Fesival, Volksläufe, Profifussball
    etc ...darauf können wir ohne Probleme ein, zwei Jahre verzichten, nicht lebensnotwendig. Schaut über die Grenzen, Südamerika, Brasiluen, USA, Afrika, oder auch Italien, Spanien, hier geht es ans Eingemachte, hier hilft der Staat wenig oder gar nicht, hier leiden Leute wirklich. Bin müde diese Gejammer zu lesen, zu hören, befasst euch mit den wirklichen Problemen auf der Welt., seid dankbar in der CH zu leben.