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Die Gewerkschaften stellen neuen Forderungen
Aus Tagesschau vom 09.07.2019.
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Klare Ansage für Lohnherbst «Wir wollen 4000 Franken in Tieflohnbranchen»

Der SGB erhofft sich Schwung vom Frauenstreik. Doch nur beim Abbau der Lohndiskriminierung ziehen die Arbeitgeber mit.

Lohn, Zeit, Respekt – unter diesem Motto stand der Frauenstreiktag. Unter diesen Titel stellen die Gewerkschaften nun auch die anstehenden Verhandlungen mit den Arbeitgebern über Löhne und Gesamtarbeitsverträge.

Pflege, Gastgewerbe und Detailhandel im Visier

«In erster Linie sind es natürlich Lohnforderungen. Es geht darum, dass die Frauen besser entlöhnt werden. Dass wir etwas gegen die Lohnungleichheit tun. Und dass gerade in Berufen mit tiefem Lohnniveau die Löhne 13 mal 4000 Franken betragen», sagt Regula Bühlmann, Zentralsekretärin für Gleichstellung beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB).

Wir wollen Löhne von 13 mal 4000 Franken in Tieflohnbranchen.
Autor: Regula BühlmannSchweizerischer Gewerkschaftsbund (SGB), Zentralsekretärin für Gleichstellung

Vor allem in der Pflege, im Gastgewerbe und im Detailhandel müssten die Löhne nach oben korrigiert werden, fordern die Gewerkschaften. Zudem verlangen sie in öffentlichen und subventionierten Betrieben 18 Wochen Mutterschaftsurlaub. Als Vorbild-Unternehmen dient hier die SBB. Auch andere Betriebe sollten dem Beispiel folgen.

Arbeitgeber: Diskriminierung ausgleichen

Ganz oben auf der Liste der Gewerkschaften: Keine Lohndiskriminierung. Rund 660 Franken weniger verdienen die Frauen im Durchschnitt, nur weil sie Frauen sind, sagen die Gewerkschaften. Diesen Unterschied wollen sie nun ausradieren.

In diesem Punkt sind die Arbeitgeber auf der gleichen Seite. Daniella Lützelschwab vom Schweizerischen Arbeitgeberverband sagt dazu: «Wo eine Diskriminierung besteht, muss ausgeglichen werden. Das ist nicht das gleiche wie ein Lohnunterschied.»

Lohndiskriminierung ist nicht das gleiche wie Lohnunterschied
Autor: Daniella LützelschwabSchweizerischer Arbeitgeberverband, Ressortleiterin Arbeitsmarkt

Zündstoff in der Diskussion dürfte wohl sein, was denn ein gerechtfertigter Unterschied ist und was nicht. Es sei an den einzelnen Branchen und Betrieben, das zu diskutieren. Der Frauenstreiktag habe eine geballte Ladung von Forderungen jetzt noch einmal auf den Tisch gebracht, grundsätzlich neu seien diese aber nicht, so Lützelschwab.

Alte Forderungen in neuem Kleid?

«Es ist wichtig für uns, dass wir das wieder bringen, stellt Bühlmann fest. Es gehe nicht um eine PR-Aktion, sondern um den Umstand, dass die Forderungen noch immer nicht umgesetzt seien.

Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass die Verhandlungen dieses Jahr wegen des Frauenstreiktages etwas ergiebiger und einfacher werden. Zu überprüfen ist das Ende Jahr, wenn die traditionellen Lohnrunden jeweils unter Dach und Fach sind.

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35 Kommentare

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  • Kommentar von M. Berger  (Mila)
    @Amir Dookri! Ihre Aussagen: "Hier fast jede Frau hat ein Uniabschluss. Für ein Ingenieurstudium muss man kein Genie sein. War unglaublich schlecht in Mathe aber habs geschafft!" -
    Bei einer so hohen Anzahl von Studienabschlüssen sollte es ein Leichtes sein, genügend Anwärter in SA zu haben. Fragt sich nur, wie hoch, resp. tief die Anforderungen für einen Abschluss sind. Ob wohl in SA deshalb Diplom-Ingenieuren aus dem Ausland erleichterte Bedingungen und hohe Löhne angeboten werden?
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  • Kommentar von Marta Gfeller  (Gfeller)
    "Rund 660 Franken weniger verdienen die Frauen im Durchschnitt, nur weil sie Frauen sind" - diese Aussage ist schlicht falsch. Habe auch mal im Gewerbe gearbeitet: Diejenigen, die mehr verdienten haben die mühsamen Schichten übernommen oder unbeliebte/gefährliche Aufgaben für Extrageld...es waren fast immer Männer - es geht also um Leistung, nicht ums Geschlecht. Mütter brauchen unsere Unterstützung, nicht Frauen generell. Ich bitte um mehr Präzision und weniger Ideologie!
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  • Kommentar von Matthias Krähenbuehl  (Mattthecrow)
    Die von Ihnen genannte Studie kritisiert, dass der Bund nicht mit den effektiven Erfahrungsjahren rechnet, sondern mit den „potentiellen“ (Alter minus 15 Jahre). Dies könnte u. U. einen Teil des Lohnunterschiedes erklären. Allerdings erwähnt die Autorin der Studie auch, dass die fehlenden Erfahrungsjahre auf die für Frauen schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf zurückzuführen sei.
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    1. Antwort von Daniel Bucher  (DE)
      Diese Berechnungsmethode schafft erst Lohnunterschiede. Wenn die Frau sich um die Kinder gekümmert hat, fehlen ihr die Erfahrung und Weiterbildung auf dem Beruf. Sie hat dann trotz höherem Alter einen tieferen Lohn, welcher aber bei effektiver Berücksichtigung der wirklichen Berufserfahrung genau demjenigen des Mannes entspräche. Aber mit der 'potentiellen' Berufserfahrung nicht übereinstimmt.
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