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Schweizerische Nationalbank: Leitzins weiterhin im Minus
Aus Rendez-vous vom 25.03.2021.
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Leitzins bleibt im Minus Nationalbank: Alles beim Alten in der Geldpolitik

Die Schweizerische Nationalbank geht auf Nummer sicher und belässt alles beim Alten: Der Leitzins bleibt 0.75 Prozent im Minus. Heisst das, dass in der Schweiz in den kommenden Jahren keine Zinserhöhungen zu erwarten sind?

Die Krise ist noch nicht ausgestanden

Investoren weltweit sind wieder optimistischer. Sie legen ihr Geld risikoreicher an, ziehen es aus dem sicheren Hafen Schweizer Franken ab. Das hat in den letzten Wochen zu einer leichten Abschwächung des Frankens geführt – erfreulich aus Sicht der SNB. Trotzdem hält sie den Franken nach wie vor für hoch bewertet.

Um zu verhindern, dass der Wert des Schweizer Frankens noch höher steigt, und die Exportprodukte der Schweizer Wirtschaft im Ausland entsprechend noch teurer werden, hat die Nationalbank allein im letzten Jahr für 110 Milliarden Franken ausländische Devisen eingekauft und sie erhebt negative Zinsen auf Geld, dass die Banken bei ihr parkieren – beides will sie weiterhin tun.

Gleichzeitig will die SNB den Schweizer Banken und damit der gesamten Wirtschaft weiterhin grosszügig günstig Geld zur Verfügung stellen. Das ist – aus Sicht von Präsident Thomas Jordan – denn auch die hauptsächliche Aufgabe der Nationalbank bei der Bewältigung der aktuellen Coronakrise. Die Wirtschaft direkt zu unterstützen mit Härtefallgeldern und Kurzarbeitsentschädigungen etwa, sei hingegen Aufgabe der Politik.

Noch keine Änderungen in der Geldpolitik

Von dieser Politik hängt denn auch ab, ob sich die Prognosen der SNB erfüllen. Das Einkaufen dürfte aufgrund steigender Erdölpreise in den kommenden Jahren wieder leicht teurer werden. Die geschätzte Inflation von maximal 0.5 Prozent läge aber immer noch deutlich unter dem Ziel der Nationalbank von 2 Prozent. Und die Wirtschaft insgesamt dürfte bis Ende Jahr wieder das Niveau von vor der Krise erreichen. Beides gilt allerdings nur, wenn die Impfkampagnen nicht nur in der Schweiz erfolgreich verlaufen und die Corona-Massnahmen gelockert werden können.

Fazit: Die Nationalbank sieht Silberstreifen am Horizont. Die sind aber noch so schmal, dass sie möglicherweise bald wieder verschwinden. Und sie sind auf jeden Fall zu schmal um Änderungen der Geldpolitik zu begründen. Die Leitzinsen bleiben negativ, diejenigen auf den durchschnittlichen Sparkonten nahe bei null – bis auf Weiteres.

Klaus Ammann

Klaus Ammann

Wirtschaftsredaktor, SRF

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Der Historiker und Russist ist seit 2004 als Redaktor bei Radio SRF tätig. Seit 2011 arbeitet Klaus Ammann für die Wirtschaftsredaktion. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf Energie- und Klimathemen.

Rendez-vous, 25.3.2021, 12:30 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Wolfgang Bortsch  (a2b3c4d5)
    Dachte Jesus Christus beim Einzug in Jerusalem :
    Alles beim Alten in der Geldpolitik ?
    Eher wohl nicht !
    Warf er nicht einst die jüdischen
    Geldwechsler aus dem Tempel ?
    Oder irrt sich der Kommentator ?
  • Kommentar von Wolfgang Bortsch  (a2b3c4d5)
    Ja , der Horizont "lichtet" sich !
    Wenn in der Eiger - Nordwand
    ein Bergsteiger im Norden über
    der Stadt Bern "rabenschwarze"
    Wolken "aufziehen" sieht , muß
    er mit einem fürchterlichem
    Unwetter in der Wand rechnen !
    Groß bestimmt die Freude , wenn
    sich diese Wolken "verziehen"!
    Ähnliche Situationen in der
    Wirtschaft sind nicht auszuschließen....!
  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Ich bleibe dabei, wenn die Renditen der Staatsanleihen nur ein bisschen steigen und wenn die Umlaufgeschwindigkeit, sprich die Wirtschaft angekurbelt wird kommen überdurchschnittliche Inflationen über 3 %. Diese hoben Staatsschulden sind nicht ewig zu zähmen. Die Fehler wurden also schon lang eingeleitet und MMT ist Wunschdenken. https://youtu.be/O4Rw2xToaqI